Eine Reform für das Provisionssystem?

17.2.2005 – Der Ansatz von gezillmerten Fondssparplänen scheint auf den ersten Blick zumindest für die Vertriebe reizvoll zu sein. Aber wird hier nicht wieder der gleiche Fehler wie in den letzten fünfzig Jahren bei den Lebensversicherern begangen?

Wenn der Kunde storniert, war die Arbeit des Vermittlers wieder einmal ohne ausreichend Lohn und Brot und zudem wird der Kunde bestraft. Mit der Verpflichtung zur festen Laufzeit wird den Fondssparplänen genau die Flexibilität genommen, die diese eigentlich so lukrativ machen.

Gleichzeitig wird der Politik der Wink zur Abschaffung der Spekulationsfrist schmackhaft gemacht. Wenn die Anbieter auf feste Laufzeiten schielen, was soll dann noch eine einjährige Spekulationsfrist bei Fondssparplänen für einen Sinn machen?

Ohnehin ist abzuwarten, bis die Spekulationsfrist fällt bzw. auf unattraktive Fristen (event. analog zu Immobilien) angehoben wird. Es kann auf Dauer nicht rechtens sein, wenn Fondspolicen trotz fester Laufzeiten bei Auszahlung voll besteuert werden und Fondssparpläne lediglich bei Dividendenausschüttungen.

Warum die gezillmerten Fondssparpläne angeboten werden, wird in diesem Artikel ganz klar aufgezeigt. Überwiegend die Strukturvertriebe sollen somit die Möglichkeit zum Überleben erhalten. Denn ohne Zillmerung lässt sich nun mal kein Struckiladen finanzieren.

Hier zeigt sich, dass es den Anbietern vollkommen egal ist, aus welcher Ecke der Umsatz letztendlich kommt. Die Zeche zahlt auf der Dauer der Anleger. Ich kann gerne vollständig auf Provisionen seitens der Anbieter verzichten.

Nur so bin ich wirklich in meiner Anlageempfehlung gegenüber dem Kunden objektiv und agiere ausschließlich in seinem Interesse. Dafür entlohnt mich mein Mandant gerne, da er auch einen höheren Ertrag ab dem ersten Euro seiner Einzahlung hat.

Jetzt wäre eigentlich die Zeit gekommen, dass gesamte Provisionssystem in Deutschland zu reformieren. Aber leider spielen hier die Anbieter sehr häufig nicht mit. Denn die Bürger können nur dann richtig über den Tisch gezogen werden, wenn man den Vertrieb kräftig schmiert.

Das hat die Branche seit jeher sehr gut verstanden und es wird wohl auch dabei bleiben... Schade.

Hans-Jürgen Kaschak

veka.kaschak@t-online.de

zum Artikel: „Erste Fondsanbieter „zillmern” Sparpläne

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