6.8.2025 – Dem Leserbrief von Axel Götz kann man nur zustimmen. Die Gehälter der Versicherungsangestellten im Innen- und im Außendienst waren zwar schon immer unterschiedlich strukturiert und bemessen. Aber die schon vor langer Zeit begonnene und mit zunehmendem Umfang manifestierte Entkopplung der Entwicklung lässt jede Ausgewogenheit vermissen.
Während im Außendienst die Anforderungen und Zielvorgaben weiter steigen, werden bei den Tarifabschlüssen nur noch marginale Verbesserungen erzielt. Die sogenannte variable Vergütung durch Provisionen, wird direkt (Provisionssatz) und indirekt (Bewertungsregeln) bei steigender Stornohaftung gekürzt. Diese Provisionen werden zudem teilweise mit dem fixen Gehaltsbestandteilen verrechnet.
Der Provisionsvertrieb steht in der öffentlichen Kritik, dabei sind es ganz bestimmt nicht die angestellten Außendienstmitarbeiter, welche „zuviel” verdienen. Das ein angestellter Vertriebsmitarbeiter 2.100 Euro Gehalt plus 200 Euro Fahrtkosten und 40 Euro VL erhält, wird manchen vielleicht verwundern.
Und wer glaubt, dass dieser bei zusätzlichen sechs Promille Provision verteilt über acht Jahre „reich” wird, kennt offensichtlich die tatsächlichen Gegebenheiten nicht. Die Bewertung einer Lebensversicherung richtet sich in den meisten Fällen nach dem Jahresbeitrag und der Laufzeit. Zahlt ein Kunde also 30 Jahre 100 Euro im Monat, wird dies mit 36.000 Euro bewertet. Darauf erhält er 216 Euro Vergütung.
Die Gehälter im Innendienst sind gerechtfertigt, im Außendienst aber seit langem entkoppelt.
Thomas Gottschling
zum Leserbrief: „Das steht im krassen Gegensatz zu den Courtagen im Außendienst”.




