26.7.2013 – Als Makler steht man in der jetzigen Zeit tagtäglich im Überlebenskampf. Der Verwaltungsaufwand wird trotz des Zauberworts „papierloses Büro“ immer umfangreicher. Die Produkte immer komplexer und undurchsichtiger und die Verdienstmargen stets niedriger (Pflege-Bahr, Stornohaftungszeit und so weiter).
Natürlich erscheint es da auf den ersten Blick reizvoll, ein Backoffice zu haben, welches einem einige Dinge abnimmt. Allerdings zu welchem Preis? Ich bin als Makler Sachwalter des Kunden! Meine Aufgabe ist es, dem Mandanten zu dienen und nicht einem Pool, einem Backoffice oder geschweige denn einem Produktlieferanten.
Wenn ich mich allerdings freiwillig in ein geschlossenes System von Dienstleistern wie 1:1, Wifo, Telis und sonstigen begebe, muss mir klar sein, dass ich auch die eigentliche Grundlage meines Wirkens, nämlich meine Unabhängigkeit aufgebe. Wenn ich das Backoffice mangels Umsatz wenig erfreue, kündigen diese Unternehmen schon gerne mal die Vereinbarung und man steht mit seinen an den Pool vermittelten Verträgen im Regen da. Insbesondere dann, wenn es sich um gesonderte Rahmenverträge des Pools handelt, welche ich danach in keine direkte Betreuung bekomme.
Jeder Makler sollte sich beim Anschluss an solche Anbieter der Frage stellen, ob er seine ursprünglich gewünschte Unabhängigkeit nochmals ein wenig einschränken möchte? Andererseits können das die zukünftigen Großvertriebe werden, welche sich kostengünstig eine hohe Zahl von Vermittlern am Markt schnappen. Leiden wird der Makler.
Hans-Jürger Kaschak
zum Artikel: „Vertriebe im Umbruch”.




