Bedenklicher Zustand

14.7.2004 – BDV warnt, wie immer. Es ist leider mal wieder soweit, dass generell gewarnt wird, ohne jedoch konkreten Bezug zu nehmen. Beispiele gibt es wie meist beim BDV nicht, warum auch? Lieber den Bürger verunsichern, so wie es auch die Politik unserer geschätzten Bundesregierung ist.

Da sollen Milliarden an Versicherungsbeiträgen eingespart werden, wenn die gesetzlichen Krankenversicherung den Zahntarif herausnimmt, die gesetzlichen Krankenversicherung ist jedoch nicht in der Lage der privaten Versicherungswirtschaft konkrete Zahlen zu nennen. Wie ist das möglich?

Wenn doch vorher kalkulatorisch berechnet wird, wie viel eingespart wird, sollte es doch eine Milchmädchenrechnung sein, festzulegen, wie hoch denn die private Absicherung sein werden wird. Aber hier vor drückt sich die gesetzliche Krankenversicherung, gibt dieses voraussichtlich im Oktober bekannt.

Dasselbe gilt leider auch für den BDV, denn natürlich sollen mit aller Gewalt alle Menschen, die sich privat versichern sollen, in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, um ein marodes System, welches nicht mehr finanzierbar ist, weiterhin schön marode zu halten.

Wenn denn dann korrekt informiert werden würde, müsste man betrachten, dass lediglich zehn Prozent aller Bundesbürger privat versichert sind. Werden diese denn niemals krank? Diese dafür entstehenden Kosten bezahlt doch die private Krankenversicherung, diese würden dann logischerweise auch auf die gesetzliche Krankenversicherung zukommen.

Mit neunzig Prozent der Bürger funktioniert die gesetzliche Krankenversicherung nicht, wenn nun zehn Prozent dazu kommen, die auch krank sind, funktioniert es dann?? Wohl kaum. Darüber hinaus: „Gäbe es die private Krankenversicherung nicht, würde noch weniger Geld in die Forschung und Entwicklung investiert, da die Ärzte bekanntlicherweise den 2,3 fachen Satz berechnen dürfen“.

Es werden lieber Ärzte zu Geldeintreibern für die Praxisgebühr benutzt, anstatt sich um wichtigere Dinge zu kümmern. Dieses kostet der gesetzlichen Krankenversicherung natürlich kein Geld, weil dieses ja die Angestellten des Arztes erledigen dürfen.

Da der Arzt diese Personen bezahlt, geht dieses vom Ertrag des Arztes, aber nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung. Ist das fair? Und eine erneute Verlade der gesetzlichen Krankenversicherung. Auf der einen Seite werden Kooperationsverträge zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen angeboten, wobei den Menschen suggeriert wird, dass die Kosten extra ausgehandelt wären.

Diese liegen jedoch höher als bei einer privaten Zusatzversicherung ohne Kooperation. Hiermit will man doch lediglich das Zusatzgeschäft mitnehmen. Auch interessant, es wird weiterhin suggeriert, dass diese Beiträge nicht steigen würden. Falsch!!

Da es sich bei den Zusatztarifen um eine private Absicherung handelt, ein Treuhänder die Einnahmen den Ausgaben gegenübersetzt, muss bei Veränderung um + / - fünf Prozent die Prämie angepasst werden. Darüber hinaus wird bei der privaten Krankenversicherung ein Vertrag geschlossen, wo die Leistungen im nachhinein nicht verändert werden dürfen, nur mit Zustimmung oder auf Wunsch des Versicherungsnehmers.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden:

a) Leistungen herausgenommen,

b) Beiträge angepasst und

c) die Beitragsbemessungsgrenze jedes Jahr angehoben.

Würde das die private Krankenversicherung machen, gäbe es eine Beitragserhöhung von fünf-zehn Prozent/ Jahr, was würde das für ein Aufschrei geben?? Da die gesetzliche Krankenversicherung nun einmal ein nicht mehr zu finanzierendes Umlageverfahren ist, was unter Bismarck eingeführt wurde und gut war, da damalig wesentlich mehr Menschen in Brot und Arbeit standen, darüber hinaus früh starben, war das Verhältnis Einnahmen zu Ausgaben noch korrekt.

Heute, wie jeder weiß, ist die Demographie so gelagert, dass immer weniger Menschen arbeiten, die Menschen älter werden, damit krank und damit mehr Kosten verursachen. Wieso in aller Welt folgen wir nicht den Beispielen unserer Nachbarländer, die bereits jetzt die Weichen für eine kapitalgedeckte Altersvorsorgung als auch kapitalgedeckte Krankenversorgung sind?

Diese werden ihre Kosten im Griff, Deutschland so, wie z. Zt. verfahren wird, nicht. Da sprechen alle von Generationenvertrag, bloß wer denkt an unsere Kinder und Enkelkinder, wie sollen die das bezahlen?

Dieses Problem kann gelöst, wenn man mal Fachleute mit an den Tisch bemühen würde und nicht Theoretiker, die leider Gottes nur in Legislaturperioden denken. Ein sehr bedenklicher Zustand.

Man könnte noch wesentlich mehr Argumente bringen, doch dann wird dieses den Rahmen sprengen, zum Schluss nur noch eins: „Wir tanken für die Rente und rauchen für die Gesundheit....ist doch so bewusst gewollt“? 

Ralf Oertel

info@ralf-oertel.de

zum Artikel: „BdV warnt vor der privaten Krankenversicherung”.

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