6.8.2026 – Die deutschen Versicherer haben 2025 rund 65 Prozent ihrer Auszubildenden unbefristet übernommen – drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig konnte mehr als jedes zweite Unternehmen nicht alle Ausbildungs- und dualen Studienplätze besetzen. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der Branche.
Der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (AGV) und das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. haben die „Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2026“ (PDF, 204 KB) veröffentlicht.
An der 23. Auflage beteiligten sich 61 Unternehmen beziehungsweise Unternehmensgruppen. Nach Angaben der Studienautoren deckt die Umfrage damit 96 Prozent der Beschäftigten in der Versicherungsbranche ab. Sie wurde im Frühjahr 2026 durchgeführt.
Nicht einmal jeder Zweite besetzt alle Ausbildungsplätze
Die Umfrage zeigt, dass der Fachkräftemangel den Versicherern weiterhin Probleme bereitet: Nur 48 Prozent der befragten Unternehmen konnten im Jahr 2025 sämtliche Ausbildungsplätze und Stellen für ein duales Studium besetzen. Das entspricht exakt dem Vorjahreswert (VersicherungsJournal 8.8.2025). Wie viele Stellen genau unbesetzt blieben, geht aus der Umfrage nicht hervor.
Am häufigsten nennen die betroffenen Unternehmen mit 86 Prozent die „unzureichende Eignung der Bewerber“ als Grund dafür, dass nicht alle Stellen besetzt werden konnten. 48 Prozent halten diese Aussage für „sehr zutreffend“, weitere 38 Prozent für „eher zutreffend“. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Wert um drei Prozentpunkte zurückgegangen.
Auf Rang zwei liegen mit jeweils 63 Prozent die „regional schlechte Bewerbersituation“ und die „mangelhafte Qualität der Bewerbungsunterlagen“. Beide Ursachen nennen die Unternehmen seltener als im Vorjahr. Damals lagen die Werte bei 69 beziehungsweise 84 Prozent.
Relativ häufig genannt wird zudem, dass Ausbildungs- oder Studienabbrüche eine Rolle spielen: 23 Prozent stimmen dem „sehr zu“, 20 Prozent „eher“ zu. In eine ähnliche Richtung gehen auch die „kurzfristigen Vertragsauflösungen durch Auszubildende“, die 39 Prozent der Unternehmen nennen.

- Ausbildungsumfrage 2026: Gründe für Nichtbesetzen von Ausbildungsplätzen (Bild: AGV)
Weniger unbefristete Übernahmen in den angestellten Außendienst
Die Erfolgsquote bei der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammern (IHK) bleibt wie im Vorjahr hoch. Nur vier Prozent der Nachwuchskräfte, die 2025 an der Prüfung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen teilnahmen, bestanden diese nicht.
Nach erfolgreicher IHK-Abschlussprüfung blieben 71 Prozent der Absolventen im Unternehmen. Weitere elf Prozent wechselten in den angestellten Außendienst einer Agentur oder machten sich als Versicherungsvertreter selbstständig. 18 Prozent verließen das Unternehmen.
Der im Vorjahr beobachtete Trend zu mehr unbefristeten Übernahmen in den angestellten Außendienst setzt sich jedoch nicht fort. Nachdem der Anteil 2024 um sieben Prozentpunkte gestiegen war, ging er 2025 wieder um vier Prozentpunkte zurück. Insgesamt wurden 15 Prozent der Auszubildenden unbefristet und zehn Prozent befristet in den angestellten Außendienst übernommen.
Im Innendienst stieg der Anteil der unbefristet übernommenen Auszubildenden leicht von 49 Prozent im Jahr 2024 auf 50 Prozent im Jahr 2025. Der Anteil der befristeten Innendienst-Übernahmen erhöhte sich im selben Zeitraum von 23 auf 25 Prozent. Insgesamt sank der Anteil der unbefristet übernommenen Auszubildenden von 68 auf 65 Prozent.

- Ausbildungsumfrage 2026: Weiterbeschäftigung übernommener Azubis (Bild: AGV)
Welche Ausbildungswege die Azubis wählen
Die Ausbildung findet weiterhin überwiegend bei den Versicherern selbst statt. 62 Prozent der Nachwuchskräfte absolvierten ihre Ausbildung 2025 in den Unternehmen – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Auch der Anteil der dual Studierenden stieg leicht von 15 auf 17 Prozent. Dagegen ging der Anteil der Lehrlinge in den Agenturen von 24 auf 21 Prozent zurück.
Die Zahl der Auszubildenden bei Versicherern und Agenturen stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 550 auf 14.380. Das entspricht einem Plus von rund vier Prozent.




