1.12.2021 (€) – Die schweizerische Mutter hatte ihr neues Strategieprogramm vor einigen Tagen verkündet. Nun folgt die deutsche Niederlassung. Darin geht es vor allem um Wachstum, IT und Nachhaltigkeit.
Die Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland, will in den nächsten drei Jahren die Zahl der Finanzberater um neun Prozent auf mehr als 6.500 Personen ausbauen. „Wir sind voll auf Wachstumskurs“, sagte der Hauptbevollmächtigte Jörg Arnold bei der Vorstellung des neuen Strategieprogramms „Swiss Life 2024“.
Deutlicher Zuwachs bei Swiss Life Deutschland

- Jörg Arnold (Archivbild: Winkel)
Danach soll das Provisionsergebnis (Fee Income) von 2022 bis 2024 um sieben bis acht Prozent auf 800 bis 830 Millionen Euro steigen. Beim Geschäftsfeld „Versicherungen“ erwartet er für die Neugeschäftsproduktion ein Plus um 20 Prozent auf über 4,7 Milliarden Euro und beim Wert des Neugeschäfts ein Plus 42 Prozent auf 240 Millionen Euro.
Dabei soll sich das Ergebnis so verbessern, dass die Abführung an die Muttergesellschaft auf 190 bis 210 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre steigt. In der Summe waren zwischen 2018 und 2021 rund 145 Millionen Euro abgeführt worden.
Die neue Strategie setze dabei auf den Erfolgen der vergangenen drei Jahre auf. „Wir sind trotz oder vielleicht sogar wegen Corona gewachsen“, so der Manager. Bereits 2019 habe man flächendeckend die Video-Beratung eingeführt. „Davon haben wir von der ersten Minute des Lockdowns profitiert.“
Mit dem vorausgegangenen „Swiss Life 2021“ seien die Ziele sowohl in der Finanzberatung wie auch im Versicherungsgeschäft „in weiten Teilen sogar übererfüllt“ worden.
Junge Leute im Vertrieb
Die Zahl der Vermittler (34 d GewO und 34 f GewO) wuchs binnen drei Jahre um gut ein Drittel auf 5.100 Personen. „Das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren“, betont der Deutschlandchef.
Branchenweit sind es im Mittel 51 Jahre. Neben klassischen Elementen der Personalgewinnung wie Praktika „beherrschen wir die Kunst, Communities zu bilden“. Die Fluktuationsquote sei nach der „dreijährigen Findungsphase niedrig einstellig“.
Dem jungen Vertrieb gelingt dann auch die Ansprache junger Kunden – seit 2018 wurden 365.000 Neukunden für die Finanzberatung und 300.000 für die Versicherungen akquiriert. Fast 80 Prozent des Neugeschäfts wird mit Kunden im Alter zwischen 18 und 39 Jahren getätigt; die Hälfte ist unter 30 Jahre alt.
Potenzial im Geschäft mit Konsortialpartnern
„Das Wachstum in diesem Kundensegment werden wir weiter vorantreiben und exzellente Kundenerlebnisse schaffen“, so Arnold. Ein hohes marktdifferenzierendes Potenzial sieht er im Geschäft mit den Konsortialpartnern (Metallrente GmbH, Klinikrente Versorgungswerk GmbH und IG BCE Bonusagentur GmbH (Chemierente)).
Hier sollen die Angebote und Services zur Absicherung der Arbeitskraft weiterentwickelt werden. Zudem soll die weitere digitale Anbindung der Konsorten die Vertriebskraft zusätzlich stärken.
Wir fühlen uns mit unserem Bestand pudelwohl.
Jörg Arnold, Hauptbevollmächtigter Swiss Life Deutschland
Kein Verkauf des Lebensbestands
Mit Blick auf Berichte, wonach 33 von 80 Lebensversicherern in Deutschland eine negative Zinsmarge aufweisen sollen, sagte Arnold: „Wir fühlen uns mit unserem Bestand pudelwohl und freuen uns, diesen noch viele Jahre betreuen zu können.“ Die eigene Zinsmarge sei positiv, weil man sich sehr rechtzeitig um das Asset-Liability-Management gekümmert habe und „lang gegangen sind mit Immobilien“.
Der Deutschlandchef will die Digitalisierung und Hybridisierung bei der Finanzberatung ausbauen. Nachdem die gesamte Wertschöpfungskette bereits digitalisiert sei, werde jetzt in das eigene Kundenportal und das digitale Schadenmanagement investiert.
Ergänzend werde ein umfassendes vertriebliches Datenmanagement und intelligentes CRM-System entwickelt, das dabei helfe auf Kundenereignisse zu reagieren. Geschäftsmodell-übergreifend plant die Gruppe Gesamtinvestition von rund 50 Millionen Euro in die IT-Infrastruktur zur Vereinfachung von Geschäftsprozessen.
Schon ESG-konforme Produkte
Ein weiterer Kernpunkt in der Strategie ist die Nachhaltigkeit. Bis 2024 wird das Unternehmen in der gesamten Gruppe die CO2-Emissionen pro Mitarbeitenden (Vollzeitäquivalent) um weitere 35 Prozent vorrangig durch die Reduktion von Dienstreisen und den Einsatz nachhaltiger Mobilitätslösungen reduzieren.
Durch die die Unterstützung anerkannter Projekte zur CO2-Kompensation soll die Swiss Life bereits ab 2022 das Net Zero-Ziel in der eigenen Geschäftstätigkeit erreichen.
Im Bereich der Lebensversicherung plane man den konsequenten, schrittweisen Ausbau nachhaltiger und ESG-konformer Produkte. Die fondsgebundene Vorsorge „Investo“ biete bereits ESG-konforme Produkte nach Artikel 8 und 9 der Transparenz-Verordnung.
Auch das Immobilienportfolio der Swiss Life wird hinsichtlich Nachhaltigkeit angegangen. Bei den Immobilien im Direktbesitz sollen bis 2030 die durchschnittlichen CO2-Emissionen pro Quadratmeter um weitere 20 Prozent gesenkt werden.




