Swiss Life kündigt Stellenabbau an

2.9.2026 – Die Swiss Life will bis Ende 2028 rund 600 Stellen abbauen. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Schweiz, die andere Hälfte auf den Konzernbereich Swiss Life Asset Managers im Ausland. Der Versicherer begründet den Schritt unter anderem mit dem Ziel, die operative Effizienz zu steigern und die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker zu nutzen.

Dr. Matthias Aellig, Vorstandsvorsitzender der Swiss Life Holding AG, hat bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen den Abbau von 600 Stellen innerhalb der Gruppe bis zum Jahresende 2028 angekündigt. Aktuell zählt die Gruppe laut eigener Angabe rund 11.000 Mitarbeiter.

Jobabbau trotz guter Zahlen

Matthias Aellig (Bild: Swiss Life)
Matthias Aellig (Bild: Swiss Life)

Der Manager präsentierte am Dienstag aktuelle Geschäftszahlen. Der Reingewinn der Gruppe erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 um acht Prozent auf 649 Millionen Schweizer Franken, was umgerechnet 690 Millionen Euro entspricht. Auch der Betriebsgewinn stieg in lokaler Währung um acht Prozent auf 967 Millionen Schweizer Franken (1,028 Milliarden Euro).

Das Fee-Ergebnis, also die Erträge aus Gebühren und Dienstleistungen, legte sogar um elf Prozent auf 430 Millionen Franken (457 Millionen Euro) zu.

Auch das Deutschland-Geschäft entwickelte sich positiv. Die Prämieneinnahmen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um drei Prozent auf 777 Millionen Euro und das Fee-Ergebnis um sechs Prozent auf 85 Millionen Euro. Das Segmentergebnis legte um vier Prozent auf 125 Millionen Euro zu.

Zugleich wolle der Konzern sein Geschäft auch über 2027 hinaus nachhaltig ausbauen. Dafür solle unter anderem die Effizienz weiter gesteigert und die Digitalisierung genutzt werden, um Marktchancen schneller zu realisieren. „In diesem Zusammenhang werden wir bis Ende 2028 rund 600 Stellen abbauen“, so Aellig.

Die Hälfte der Stellen soll in der Schweiz wegfallen

Wie der Versicherer betont, soll ein Großteil des Personalabbaus über natürliche Fluktuation erfolgen. Das bedeutet, dass Stellen von Mitarbeitern, die altersbedingt ausscheiden oder aus anderen Gründen das Unternehmen verlassen, nicht neu besetzt werden.

Dabei fange man nicht bei null an. Durch eine selektive Besetzung offener Positionen seien auf diese Weise bereits rund 100 Stellen abgebaut worden, so der Versicherer. Bis zum Jahresende 2026 sollen weitere 100 Arbewitsplätze wegfallen.

„Die rund 600 Stellen entfallen je rund zur Hälfte auf Swiss Life in der Schweiz und auf Swiss Life Asset Managers, vor allem im Ausland. Die Maßnahmen außerhalb der Schweiz betreffen verschiedene Bereiche von Swiss Life Asset Managers über Länder und Funktionen hinweg“, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage.

Swiss Life Asset Managers ist der Konzernbereich der Swiss Life-Gruppe, der das Anlagegeschäft sowohl für die Versicherungseinheiten als auch für Drittkunden umfasst. „Der Abbau erfolgt in erster Linie im Innendienst und betrifft alle Bereiche und Funktionen“, teilt der Sprecher mit.

Stellen im Ausland betreffen vor allem das Assetmanagement

Keine Angaben machte der Sprecher dazu, wie viele Stellen bei den deutschen Unternehmen betroffen sind. Er bestätigte auf Nachfrage lediglich, dass die rund 300 Stellen im Ausland den Konzernbereich Swiss Life Asset Managers betreffen. Diese verteilten sich über mehrere Länder. „Darüber hinaus machen wir keine weiteren Angaben“, so der Sprecher.

Auch zu möglichen Standortschließungen äußerte sich das Unternehmen nicht. In Deutschland ist Swiss Life Asset Managers laut Handelsregister mit mehreren Gesellschaften und einer Niederlassung vertreten:

  • Swiss Life Asset Managers Deutschland GmbH mit Sitz in Köln,
  • Swiss Life Asset Managers Logistics GmbH mit Sitz in Berlin,
  • Swiss Life Insurance Asset Managers GmbH mit Sitz in München,
  • Swiss Life Asset Managers Luxembourg Niederlassung Deutschland.

Der Stellenabbau trifft dabei einen Geschäftsbereich, der zuletzt länderübergreifend gewachsen ist. Swiss Life Asset Managers steigerte das für Drittkunden verwaltete Vermögen im ersten Halbjahr 2026 um rund acht Prozent auf 158 Milliarden Schweizer Franken (168,1 Milliarden Euro).

Die Gesamterträge des Asset-Bereichs legten im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf 519 Millionen Franken (552 Millionen Euro) zu, das Segmentergebnis um vier Prozent auf 152 Millionen Franken (162 Millionen Euro).

Aktuelles Strategieprogramm läuft bis Ende 2027

Aktuell setzt die Swiss Life das im Dezember gestartete Unternehmensprogramm „Swiss Life 2027“ um. Darin hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, das Fee-Ergebnis bis 2027 auf mehr als eine Milliarde Schweizer Franken zu steigern. Zudem soll die bereinigte Eigenkapitalrendite in jedem Jahr des Programms zwischen 17 und 19 Prozent liegen.

Von 2025 bis 2027 sollen darüber hinaus insgesamt 3,6 bis 3,8 Milliarden Franken aus den operativen Einheiten an die Konzernholding fließen.

Zudem schloss Swiss Life Ende Mai 2026 ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Schweizer Franken ab. Dabei wurden 910.273 eigene Aktien zurückgekauft. Darüber hinaus plant Swiss Life ab Oktober 2026 ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Umfang von Aellig 250 Millionen Franken, wie berichtet. Es soll bis März 2027 laufen.

Die Swiss Life Deutschland Holding GmbH hat zudem jüngst von der Gründerfamilie Bolz die Mehrheitsanteile der Telis Unternehmensgruppe AG übernommen (VersicherungsJournal 22.5.2026). Die Übernahme der Gruppe, die rund 1.800 lizenzierte Vermittler und insgesamt mehr als 350 Mitarbeiter zählt, konnte am 1. Juli 2026 erfolgreich abgeschlossen werden, teilte Swiss Life nun mit.

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