Studie: Die bAV ist oft ausschlaggebend für Arbeitgeberwechsel

23.7.2024 (€) – Bei der Wahl des Arbeitgebers spielen das Gehalt, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und Benefits eine große Rolle. Für knapp ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland war die bAV ein wichtiger Grund für die Wahl des aktuellen Arbeitgebers, fast die Hälfte sieht sie als Grund, bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben. Dies zeigt eine Studie von Willis Towers Watson.

Zu den wesentlichen Benefits, mit welchen Unternehmen Mitarbeitende gewinnen und halten können, gehört die betriebliche Altersversorgung (bAV). Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Global Benefits Attitudes 2024“ der Willis Towers Watson plc. (WTW). Die Untersuchung erfasst die Einstellung von Arbeitnehmenden zu den Themen Wohlbefinden (Wellbeing) und Altersvorsorge.

Die Erhebung wurde unter rund 45.000 Befragten in 29 Ländern durchgeführt. In Deutschland nahmen 2.000 Arbeitnehmende im Zeitraum Januar bis Februar 2024 teil.

„Die Befragten repräsentieren hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen und Branchenzugehörigkeit ein breites Spektrum der deutschen Arbeitnehmerschaft. Um die Repräsentativität der Ergebnisse zu erhöhen, wurden diese durch Gewichtung der tatsächlichen statistischen Verteilung in Deutschland angeglichen“, berichten die Studienautoren.

Jobfluktuation ebbt ab

Ihre Analyse zeigt: Die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmenden hierzulande sinkt. Waren vor zwei Jahren (VersicherungsJournal 14.7.1022) noch 47 Prozent auf der Suche nach einem neuen Job oder offen für neue Angebote, sind es heute noch 38 Prozent.

Dennoch bleiben Mitarbeitergewinnung und -bindung wichtige Themen. Schlüsselfaktoren hierfür sind nach wie vor Gehalt, Jobsicherheit – und Benefits.

So würden 32 Prozent der Befragten wegen eines besseren Angebots von Zusatzleistungen den Job wechseln, sofern sie einer ähnlichen Tätigkeit nachgehen könnten und keine Gehaltseinbußen hinnehmen müssten. 49 Prozent haben sich wegen der angebotenen Benefits für ihren aktuellen Arbeitgeber entschieden.

Auswahlmöglichkeit steigert Zufriedenheit

Allerdings lässt die Zufriedenheit mit den Leistungen nach wie vor zu wünschen übrig. Zwar entsprechen diese bei 59 Prozent den Bedürfnissen, dennoch würde nur knapp ein Viertel den Arbeitgeber deshalb auch weiterempfehlen. Eine größere Zufriedenheit lässt sich den Studienautoren zufolge durch größere Auswahlmöglichkeiten erreichen.

„Arbeitnehmende, die auswählen können, sind mit ihren Leistungen deutlich zufriedener als solche, die keine Wahlmöglichkeiten haben, das sollten Unternehmen in der Zusammenstellung ihres Angebots unbedingt beachten“, wird berichtet.

Zu den zentralen Zusatzleistungen gehört der Studie zufolge die bAV. So sagen 31 Prozent der Befragten, dass die Betriebsrente ein wichtiger Grund für die Wahl des aktuellen Arbeitgebers war, 47 Prozent sehen sie als Grund, bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben.

Wir erkennen in den Zahlen einen deutlichen Handlungsbedarf für Unternehmen.

Dr. Johannes Heiniz, Senior Director Retirement

Sorgenvoller Blick auf den Ruhestand

Gleichzeitig ist die Zahl der unter 50-Jährigen, die davon ausgehen, dass sie mit 70 Jahren oder älter noch arbeiten werden, innerhalb von zwei Jahren sprunghaft von elf auf 20 Prozent gestiegen – so hoch wie nie zuvor.

Umfragen der Jahre 2015, 2017, 2019, 2022 und 2024 für die Studie „Global Benefits Attitudes“ (Bild: WTW)
Umfragen der Jahre 2015, 2017, 2019, 2022 und 2024 für die Studie „Global Benefits Attitudes“ (Bild: WTW)

Unter allen Befragten hats ich zudem die Zahl derjenigen erhöht, die ihrer Meinung nach zu wenig für die Rente sparen. So sagen 75 Prozent, sie müssten mehr sparen, als sie es derzeit tun. Frauen und Geringverdienende zeigen sich besorgter über ihre finanzielle Situation im Rentenalter als Männer und Besserverdienende.

Johannes Heiniz (Bild: WTW)
Johannes Heiniz (Bild: WTW)

„Wir erkennen in den Zahlen einen deutlichen Handlungsbedarf für Unternehmen“, sagt Dr. Johannes Heiniz, Senior Director Retirement bei WTW. „Zum einen sollten Unternehmen einen Beitrag zur Financial Education leisten und ihre Mitarbeitenden über Möglichkeiten und Strategien der Altersvorsorge aufklären. Zum anderen ist es wichtig, dass sie die Arbeitnehmenden auch finanziell dabei unterstützen.“

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