2.2.2015 (€) – Mit dem Lebensversicherungs-Reformgesetz wurde die Realisierung von Bewertungsreserven neu geregelt. Die damit verbundenen Vorgaben des Gesetzgebers sorgen in der Branche jedoch für neuen Ärger. Ein Dossier fasst die Entwicklung zusammen und wirft ein Licht auf kommende Änderungen und Perspektiven.
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Munter ging es los, als die Bundesregierung vor knapp einem Jahr ihre Planungen für ein Reformgesetz in der Lebensversicherung skizzierte. Versicherer, Vermittlerverbände, Verbraucherschützer und sogar die Bild-Zeitung waren aufgeschreckt.
Dabei hatte der Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer die Hallen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) noch gar nicht verlassen. Doch nachdem erste Informationen über ein geplantes Hilfspaket an die Medien durchgesickert waren, titelte die Bild: „Tausende Euro Verlust für Kunden von Lebensversicherungen“.
Kritik von allen Seiten
Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten e.V. (BdV), äußerte mit Blick auf Vorsorgesparer ähnliche Befürchtungen. Der „hysterische Schnellschuss“ der Regierung werde dazu führen, dass „Milliardenbeträge aus den Altersvorsorgeverträgen der Verbraucher verschwinden“.
Auch die Gegenseite hielt sich nicht mit Kritik zurück. Der Votum Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa e.V. warnte vor der Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), sah für Vermittler Einkommensverluste zugunsten der Versicherer drohen.
Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), schließlich äußerte sich diplomatisch: „Unsere Sorge ist, dass zu viel versucht wird“.
Branche unter Konsolidierungsdruck
Gut ein halbes Jahr nach Verabschiedung und Inkrafttreten des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) schlägt das Reformvorhaben immer noch hohe Wellen. Der Vertrieb sieht sich vor existenzielle Fragen gestellt, da mit dem Gesetz sein Einkommensmodell zu kippen droht.
Die ersten Stellungnahmen über Veränderungen der Vergütungssysteme und die Höhe der Vertriebseinkünfte zeigen, dass um mehr geht als die Entscheidung, wie groß das Stück vom Kuchen sein wird, das der einzelne künftig erhalten wird. Vielmehr steht die Lebensversicherungsbranche an einem Scheideweg.
Der wichtigste Umsatzbringer im Vertrieb droht wegzubrechen. Die Umstellung bei den Einkommen werden viele Vermittler finanziell nicht verkraften. Änderungen im Vertrieb sowie regulatorische Vorgaben werden aber auch die (durch Niedrigzinsen ohnehin gebeutelten) Versicherer in Bedrängnis bringen. Marktbeobachter erwarten einen Schrumpfungsprozess.
Dossier informiert über die Reform und deren Folgen
Das Dossier des VersicherungsJournals fasst die Entwicklungen des vergangenen Jahres zusammen. Es informiert über Entwurf und Verabschiedung des LVRG und zeichnet die Reaktionen auf Versichererseite sowie die Diskussionen im Vertrieb nach. Des Weiteren wird aufgezeigt, welche Konsequenzen bei Abschlusskosten und Tarifen erwartet werden.
Die Publikation berichtet zudem über erste konkrete Entscheidungen einzelner Anbieter, wie sie die neuen Kostenvorgaben umsetzen, wie viel Promille sie ab 2015 auszahlen werden und welche Produktstrategie die Branche künftig fahren will. Dabei werden erste Perspektiven für die Lebensversicherung formuliert.
Inhaltsverzeichnis
Das lesen Sie im Dossier:
- Einleitung
- I. Das LVRG - Lasten werden verteilt
- II. Erste Reaktionen der Versicherer
- III. Diskussionen im Vertrieb
- IV. Optionen beim Höchstzillmersatz
- V. Provisionen - "Die Party ist vorbei"
- VI. Umdenken bei Produkten und Tarifen
- VII. Fazit
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