„Wer nicht privat vorsorgt, wird der Verlierer sein“

14.1.2014 (€) – Auch das Jahr 2014 wird für die Versicherungswirtschaft zu einem weiteren Jahr mit großen Herausforderungen werden. Dabei dürften sich die Versicherer aber nicht ständig von Verbraucherschützern, Politik und Medien in die Ecke stellen lassen, sondern müssten selbst hörbarer werden. Diese Meinung vertrat Concordia-Chef Dr. Heiner Feldhaus auf dem Neujahrsempfang des Berliner Assekuranzclubs von 1877 e.V. (BAC). Zugleich brach er eine Lanze für die nachhaltige private Altersvorsorge.

Der Vorstandsvorsitzende der Concordia Versicherungen, die im Mai ihren 150. Gründungstag begeht, bekannte sich eindeutig zum Produkt private Rentenversicherung. Diese sei nicht mehr wegzudenken, so der Concordia-Chef auf dem Neujahrsempfang des Berliner Assekuranzclubs von 1877 e.V. (BAC), der zum Bundesverband der Assekuranz-Führungskräfte e.V. (VGA) gehört.

Die jüngste Kritik vom Bund der Versicherten e.V. (BdV), die private Rentenversicherung sei ein Auslaufmodell und tauge nicht zur Altersvorsorge (VersicherungsJournal 8.1.2014), wies Feldhaus als völlig haltlos zurück.

Gefüllte Rentenkasse darf Probleme der Umlagefinanzierung nicht verdecken

Heiner Feldhaus (Bild: Brüss)
Heiner Feldhaus (Bild: Brüss)

Die Finanzreserven der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) von derzeit etwa 31 Milliarden Euro werden nach seiner Einschätzung schnell abgeschmolzen sein.

Die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung stehe vor erheblichen Problemen, die durch die gute Kassenlage nicht in den Hintergrund gedrängt werden dürften. Das Umlagesystem brauche genügend Einzahler. „Kinder, die heute nicht geboren werden, können in 30 Jahren definitiv keine Kinder kriegen“, sagte Feldhaus.

Hinzu komme, dass es Defizite in der Bildung gebe. Die Pisa-Studien hätten die Politik richtigerweise wach gerüttelt. Bei vielen Auszubildenden mangele es an Lese-, Rechtschreib- und Rechenkenntnisse. Dies drücke sich später in niedrigen Löhnen aus, was wiederum für die Sozialsysteme geringere Einnahmen bedeute, erklärte Feldhaus, der finnischer Honorarkonsul in Niedersachsen ist, bei der BAC-Veranstaltung im Gemeinschaftshaus der nordischen Botschaften.

Schließlich bedrohe die Langlebigkeit das umlagefinanzierte System. In einem Zeitraum von nur 30 Jahren sei die Rentenbezugsdauer um 5,4 Jahre angestiegen. Und dies werde auch so weitergehen.

Appell zur privaten Vorsorge

Der Concordia-Chef kritisierte die von den Notenbanken betriebene Niedrigzinspolitik. „Das ist beste Politik für Schuldenmacher“, sagte Feldhaus. Allein die deutschen Schulden seien in den nur zwölf Jahren seit 2002 von knapp 1,3 Billionen Euro auf 2,1 Billionen Euro angeschwollen.

Während die Schuldner Kreditzinsen sparten, würden die Vorsorgesparer schleichend enteignet. „Die schleichende Enteignung wird einfach hingenommen“, sagte Feldhaus. Und die Verbraucherschützer hätten nicht anderes zu tun, als wegen sinkender Renditen auf die private Altersvorsorge einzuprügeln.

Aber eine nachhaltige private Altersvorsorge sei auch in Niedrigzins-Zeiten alternativlos. „Wer nicht privat vorsorgt, wird der Verlierer sein.“ Aber auch Versicherer müssten ihre Hausaufgaben machen: Die Menschen müssen die Langfristprodukte auch wirklich verstehen können. Hier müsse mehr Transparenz geschaffen werden.

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