17.2.2015 (€) – Die deutsche Fondsindustrie hat 2014 ein Absatzergebnis von rund 124 Milliarden Euro erzielt. Bei den Wertpapier-Publikumsfonds setzte die Allianz-Tochter über 15 Milliarden ab und bei den Wertpapier-Spezialfonds mehr als 16 Milliarden Euro. Auch Ampega, Axa, Hansainvest und MEAG meldeten positive Absatzzahlen. Dagegen verloren die Wertpapier-Publikumsfonds der Alten Leipziger und der Generali Mittel in Höhe von 23 beziehungsweise 67 Millionen Euro.
Mit fast 124 Milliarden Euro erreichte das Absatzergebnis der deutschen Investmentbranche im Jahr 2014 einen neuen Rekordwert. Diese Zahl präsentierte Holger Naumann, Präsident des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. (BVI), im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Verbandes Anfang dieses Monats (VersicherungsJournal 11.2.2015).
„Unter dem Strich flossen Investmentfonds insgesamt 123,4 Milliarden Euro zu, so viel wie noch nie“, bilanzierte der BVI-Präsident das Jahr 2014. Nicht nur diesen Rekord verdankt die Fondsindustrie in großem Maß der deutschen Versicherungswirtschaft.
AGI lässt Töchter der großen Bankengruppen hinter sich
15,6 Milliarden Euro flossen den Wertpapier-Publikumsfonds der Allianz Global Investors (AGI) im vergangenen Jahr zu. Damit war sie erfolgreicher als die drei größten Investment-Gesellschaften: Die DWS/DeAWM-Gruppe setzte 10,8 Milliarden Euro ab, die Union Investment-Gruppe 7,3 Milliarden Euro und die zur Sparkassenorganisation gehörende Dekabank-Gruppe 1,0 Milliarden Euro.
Nach verwaltetem Publikumsfondsvermögen bleibt AGI die Nummer vier. Der Bestand der DWS wuchs auf 185 (Vorjahr: 161) Milliarden Euro, der der Deka auf 105 (96), der Bestand der Union auf 104 (92) und der der AGI auf 99 (77) Milliarden Euro.
„Neue Höchststände erreichten auch die Zuflüsse in Spezialfonds“, so Naumann zum zweiten Rekordwert. Auch hierzu hat die AGI nicht unwesentlich beigetragen. Sie vereinnahmte im Bereich Wertpapierfonds 16 der insgesamt 85 Milliarden Euro neu angelegten Mittel. Die Generali Investments-Gruppe steuerte immerhin noch 6,5 Milliarden Euro bei.
Absatzrekord dank der Versicherungs-Unternehmen
Spezialfonds verzeichneten mit 91 Milliarden Euro 2014 die höchsten Zuflüsse in ihrer Geschichte. Davon stammen 42 Milliarden Euro von Versicherungs-Gesellschaften und 21 Milliarden Euro von Altersvorsorge-Einrichtungen. Diese Investoren sind gemessen am Volumen die größten Anlegergruppen.
Auf diese entfallen mit 732 Milliarden Euro rund 60 Prozent des Spezialfondsvermögens (1.231 Milliarden Euro). Die Beliebtheit begründete BVI-Präsident Naumann insbesondere mit wachsenden regulatorischen Anforderungen: „Auf diesem Weg profitieren sie neben dem professionellen Management auch vom individuellen Risikomanagement und Reporting der Fondsgesellschaften.“
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- Institutionelle setzen auf Spezialfonds. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: BVI)
Neue Mittel vereinnahmt
Mit Ausnahme der Investmenttochter des Versicherers Alte Leipziger ( 23 Millionen Euro) und der Generali Investments-Gruppe ( 67 Millionen Euro) weisen alle anderen versicherungsnahen BVI-Mitglieder positive Absatzzahlen bei den für Privatanleger bestimmten Fonds auf. Die beiden Hansainvest-Gesellschaften lagen mit insgesamt rund 630 Millionen Euro an der Spitze dieser Gruppe.
Die Ampega Investment GmbH, die Kapitalanlage-Gesellschaft der Talanx AG, kam auf ein Plus von 446 Millionen Euro, die zum Ergo-Konzern und Munich Re gehörende MEAG-Gruppe auf 332 Millionen Euro und die vier Gesellschaften der Axa-Im-Gruppe auf 305 Millionen Euro.
Am gesamten Wertpapier-Publikumsfondsvermögen in Höhe von 707 Milliarden Euro halten diese Versicherungstöchter jeweils einen Marktanteil von unter einem Prozent. Die AGI kommt hier auf 14 Prozent und ist Marktführer sowohl als Wertpapier-Spezialfonds-Verwalter mit 20,2 Prozent, als auch außerhalb von Investmentfonds verwalteter Mittel mit 52,8 Prozent (inklusive der Tochter Pimco).




