Deurag gewinnt der Lebensversicher-Krise positiven Aspekt ab

23.6.2014 (€) – Die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG meldet für das Geschäftsjahr 2013 einen weiteren Anstieg bei den Beitragseinnahmen. Der fiel allerdings im Vergleich zu manchen Wettbewerbern deutlich bescheidener aus. Vom Anstieg der Schadenaufwendungen ist das Unternehmen dagegen gleichermaßen betroffen. Darauf reagiert es entsprechend.

Die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG kann der aktuell sehr schwierigen Situation sowohl in der Lebensversicherung als auch an den Finanzmärkten mit Blick auf das eigene Geschäft immerhin einen positiven Aspekt abgewinnen: Die krisenhafte Situation dort veranlasse nämlich „die Vermittler, den Sachsparten wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, heißt es im Geschäftsbericht.

2013 stiegen die Bruttobeitragseinnahmen des zur Signal Iduna Gruppe gehörenden Unternehmens um 1,6 Prozent auf 154,9 Millionen Euro. Die positive Beitragsentwicklung des letzten Jahres setzte sich damit fort, wird dazu festgehalten.

Neu- und Erhöhungsgeschäft legt um 6,8 Prozent zu

Im Vergleich zu anderen Rechtsschutz-Versicherern fiel das Beitragsplus allerdings geringer aus (VersicherungsJournal 20.6.2014, 19.6.2014). Immerhin stieg bei der Deurag im Berichtsjahr aber auch das Neu- und Erhöhungsgeschäft um 6,8 Prozent auf 14,1 Millionen Euro.

Die Zahl der Verträge im Bestand erhöhte sich um 1,5 Prozent auf 1,18 Millionen. Wie die Mitbewerber, litt jedoch auch die Deurag unter dem ungünstigen Schadenverlauf.

2. Kostenrechts-Modernisierungsgesetz schlägt schon jetzt durch

Die Anzahl der insgesamt gemeldeten Leistungsfälle wuchs um 2,3 Prozent auf 153.868 an. Die Bruttoschadenzahlungen einschließlich der Schadenregulierungs-Kosten stiegen weiter um 4,9 Prozent auf 101,7 Millionen Euro.

Laut Deurag haben bei ihr bereits im Berichtsjahr die Erhöhungen der Anwalts- und Gerichtskosten als Folge des seit August 2013 geltenden 2. Kostenrechts-Modernisierungsgesetzes (VersicherungsJournal 1.8.2013) einen wesentlichen Beitrag zum Kostenanstieg geleistet. Die bilanzielle Schadenquote ging zwar um 3,4 Prozentpunkte auf 68,5 Prozent zurück, aber die Schadenzahlungsquote stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 59,3 Prozent.

Schadenreserve wird weiter aufgestockt

Die Schadenreserve wurde um 5,6 Millionen Euro auf 251,2 Millionen Euro weiter aufgestockt. Bedingt durch die Erhöhung der versicherungs-technischen Rückstellungen um insgesamt 8,8 (Vorjahr: 12,8) Millionen Euro ergab sich im Berichtsjahr ein versicherungs-technischer Verlust von 8,8 Millionen Euro.

2012 war er mit 12,8 Millionen Euro allerdings noch höher ausgefallen. Ein ausgeglichenes versicherungs-technisches Ergebnis werde jedoch aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahren nicht erzielt werden können, wird angekündigt.

Prozessoptimierung soll Personal- und Sachksten senken

Durch diverse Maßnahmen zur Prozessoptimierung und zur besseren Nutzung von Synergieeffekten mit der Signal Iduna Gruppe soll die Personal- und Sachkostenquote jedoch von 16,6 Prozent im Berichtsjahr auf rund 15 Prozent im laufenden Jahr sinken.

Cover Geschäftsbericht 2013 Deurag (Bild: Deurag)
Cover Geschäftsbericht 2013 Deurag (Bild: Deurag)
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Beim „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2010-2012“ hatte die Deurag bei der Combined Ratio im Branchenvergleich den zweitschlechtesten Wert für 2012 ausgewiesen (VersicherungsJournal 14.1.2014).

Im Berichtsjahr ging die auf die verdienten Bruttobeiträge bezogene Kostenquote insgesamt um 0,9 Prozent-Punkte auf 33 Prozent zurück.

Absolut stiegen die Aufwendungen um 146.000 Euro auf 51,7 Millionen Euro, was mit erhöhten Provisionszahlungen erklärt wird.

Jahresüberschuss halbiert sich

2013 verminderte sich aber auch das Kapitalanlageergebnis gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 12,5 Millionen Euro.

2012 waren darin jedoch noch Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an verbundenen Unternehmen Gewinne in Höhe von 5,6 Millionen Euro enthalten gewesen (VersicherungsJournal 17.6.2013).

Für das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit ergab sich damit ein Rückgang des Überschusses von knapp sechs Millionen auf 4,7 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb davon nach Steuern ein gegenüber 2012 von 5,9 Millionen auf 2,9 Millionen Euro verminderter Jahresüberschuss übrig, der den Rücklagen zugeführt wird.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung 2013 können im Deurag-Geschäftsbericht nachgelesen werden, der über diesen Link als PDF-Dokument zum kostenfreien Download bereit steht.

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