30.8.2013 (€) – Verträge in der Sparte Wohngebäudeversicherung erreichen im Schnitt 16 Jahre Laufzeit, wie eine aktuelle Umfrage unter über 20 Anbietern mit rund 80 Prozent Marktanteil zeigt. Tendenziell haben Wohngebäude-Kunden mehr weitere Verträge als der Durchschnittskunde.
Die Verbundene Wohngebäudeversicherung ist eine lukrative Einsteiger-Sparte für die Versicherer, wie eine nicht repräsentative Umfrage des VersicherungsJournals unter rund zwei Dutzend Einzelgesellschaften und Konzernen mit knapp 80 Prozent Marktanteil zeigt. Aus den Antworten lassen sich deutliche Tendenzen erkennen, auch wenn sich nicht alle Anbieter zu den gestellten Fragen geäußert haben.
Bis zu 27 Jahre Vertragslaufzeit
Im Schnitt dauern die Vertragsbeziehungen mit Wohngebäude-Kunden im Schnitt fast 16 Jahre, was als Tendenz zu einer hohen Kundentreue gewertet werden kann. Die Spanne reichte von knapp unter zehn Jahren bei der Debeka Allgemeinen Versicherung AG und der Generali Versicherung AG bis zu fast 27 Jahren bei den DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und Huk-Versicherungsverein a.G.
Lange Verbleibedauern gibt es auch bei der DEVK Allgemeinen Versicherung AG und der SV SparkassenVersicherung Gebäudeversicherung AG mit jeweils rund 20 Jahren sowie bei der VHV Allgemeine Versicherung AG und der Westfälischen Provinzial Versicherung AG mit jeweils rund 18 Jahren.
Hohe Anbündelungsquote
Aus den Antworten der Gebäudeversicherer wird auch eine deutliche Tendenz zu einer hohen Cross-Selling-Quote ersichtlich. Bei der Debeka liegt die Anbündelungsquote von Wohngebäudekunden bei rund 95 Prozent und damit nach eigener Aussage über dem Durchschnitt aller Versicherungsnehmer.
Bei der VHV haben rund 60 Prozent der Wohngebäudekunden weitere Verträge, bei anderen Sparten sind es nur etwa 35 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Alten Leipziger Versicherung AG aus, bei der die Anbündelungsquote mit 40 Prozent in Wohngebäude angegeben wird, während es im Bereich private Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung durchschnittlich nur 33,3 Prozent sind.
Noch deutlicher zeigt sich die Tendenz zu hohen Anbündelungsquoten in Wohngebäude bei den Anbietern, die konkrete Zahlen angaben. So liegt der Schnitt von Wohngebäudekunden bei der Provinzial Rheinland Versicherung AG bei 3,9 Verträgen, in Komposit insgesamt hingegen nur bei durchschnittlich 3,4 Verträgen. Am größten ist die Differenz bei der Ergo Versicherung AG (Wohngebäude: 4,8 Verträge; insgesamt: 1,98 Verträge).
Auch bei der Westfälischen Provinzial kommt der Wohngebäudekunde nach Unternehmensangaben mit durchschnittlich 2,82 Verträgen auf eine höhere Cross-Selling-Quote als der durchschnittliche Privatkunde. Gleiches gilt auch für die DEVK, bei der Wohngebäudekunden durchschnittlich 3,47 weitere Verträge haben, was nach eigenen Angaben deutlich mehr als bei den sonstigen SHUK-Kunden ist.
Nur wenige Ausnahmen
Lediglich die Württembergische Versicherung AG nennt bei Wohngebäudekunden keinen besonderen Bündelungseffekt. So ist die Anbündelungsquote bei den Stuttgartern nach eigenen Angaben von der jeweiligen Sparte weitgehend unabhängig.
Die Zurich Gruppe Deutschland teilte mit, dass die Höhe der Anbündelungsquote vom jeweiligen Vertriebsweg abhängig und in der Ausschließlichkeits-Organisation höher als im Vertriebsweg Makler ist.
Weitere Details zu der Umfrage unter Wohngebäudeversicherern hinsichtlich Stellenwert, Zeichnungspolitik und Schadenregulierungs-Vollmachten der Vermittler können im gerade erschienenen VersicherungsJournal Extrablatt 3|2013 „Wohngebäudeversicherung – Vertriebschancen eines Sanierungsfalls“ nachgelesen werden.




