4.9.2013 (€) – Der GDV hat mit der Veröffentlichung der Regionalstatistik 2014 bekannt gegeben, welche regionalen Tarifumstellungen auf die Autofahrer zukommen. Insgesamt gibt es demnach für den Großteil der Bezirke keine Veränderungen. In der Kfz-Haftpflicht konstatiert der Versichererverband weiterhin ein deutliches Ost-Süd-Gefälle. Am günstigsten ist hier die Region Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, am teuersten Augsburg in Bayern.
In diesem Jahr hat es wie in den Vorjahren nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. nur wenige Umstufungen gegeben, wie aus der gestern veröffentlichten Regionalstatistik 2014 des GDV hervorgeht.
| Quelle: GDV |
| Ein unabhängiger Treuhänder überprüft jedes Jahr die Schadenverläufe der regionalen Zulassungsbezirke. Auf dieser Basis wird eine Neueinstufung in die Regionalklassen vorgenommen, die für die Versicherungs-Unternehmen unverbindlich ist und ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden kann. In der Regel ist dies der 1. Januar 2014, so der GDV. Diese werden unter anderem beeinflusst vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen. In Kasko werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten (wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle) berücksichtigt. Zwölf Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht, neun für die Teilkasko- und 16 für die Vollkaskoversicherung. |
Für zwei Drittel bleibt in Kfz-Haftpflicht alles beim Alten
In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bleibt nach Angaben des Versichererverbandes die Regionalklassen-Einstufung in über 65 (Vorjahr: 70) Prozent der Landkreise unverändert. Für ein knappes Drittel betrug die Umstufung eine Stufe, jeweils ungefähr gleichverteilt in beide Richtungen. Nur bei jedem 100. Landkreis gab es eine Umstufung um zwei oder drei Klassen.
Zu den Verlierern mit einer Verschlechterung um zwei Klassen gehören die beiden rheinland-pfälzischen Kreise Bad Kreuznach und Landau/Pfalz, die künftig in Regionalklasse (RK) 7 beziehungsweise 5 eingestuft sind. Um gleich drei Klassen verbessert haben sich die beiden Landkreise Cochem/Zell (RK 2) und Birkenfeld/Nahe (RK 5), so der GDV auf Nachfrage des VersicherungsJournals.
Wiesbaden bleibt teuerste Landeshauptstadt
Darüber hinaus weist der Versichererverband eine Rangliste der 16 Landeshauptstädte hinsichtlich der Regionalklassen-Einstufung in Haftpflicht aus. Auf dem Spitzenplatz liegt wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 17.8.2012) als einzige Landeshauptstadt in RK 1 Schwerin mit einem nochmals verbesserten Indexwert von 81,40.
| Quelle: GDV |
| Der Index bezieht sich nach Angaben des Versichererverbandes auf den Bundesdurchschnitt mit dem Wert 100. Wenn der Wert darunter liegt, wird die Region günstiger als der Bundesdurchschnitt eingestuft; wenn er darüber liegt, wird es teurer. In der Kfz-Haftpflichtversicherung entspricht der Bundesdurchschnitt 100 der Regionalklasse 6, in Vollkasko in der Regionalklasse 4 und in Teilkasko in Regionalklasse 7, erklärt der GDV weiter. |
Dahinter folgen Kiel und Erfurt, die jeweils einen Platz gut machten, mit Werten von 92,10 beziehungsweise 92,54 vor der Hansestadt Bremen, die vom zweiten auf den vierten Platz abrutschte. Diese drei Kreise sind jeweils in die RK 3 eingestuft, wobei Erfurt sich um eine Klasse verbesserte.
Am anderen Ende der Rangliste finden sich in gleicher Reihenfolge wie im Vorjahr die vier Landeshauptstädte München, Hamburg, Berlin und Wiesbaden wieder, die sich allesamt im Index verschlechterten und auf Werte zwischen 122,65 und 125,77 kamen.
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- Bild: GDV
Deutliches Ost-Süd-Gefälle bei Haftpflicht-Regionalklassen
Bei den Haftpflicht-Regionalklassen zeigt sich ein weiteres Mal ein deutliches Ost-Süd-Gefälle. So liegen von den zehn günstigsten Regionen acht (Vorjahr: neun) in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Auf den niedrigsten Indexwert kommen die beiden brandenburgischen Kreise Oberspreewald-Lausitz und Prignitz.
Dahinter folgt der niedersächsische Kreis Lüchow-Danneberg vor den wiederum brandenburgischen Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Elbe-Elster. Alle fünf Regionen sind mit Indexwerten zwischen 71,52 und 76,00 in RK 1 eingestuft.
Sechs der zehn teuersten Regionen liegen hingegen in Bayern. Auf mit fast 130 den höchsten Wert kommt aktuell der bayerische Kreis Augsburg, gefolgt von Wiesbaden (Hessen), Kaufbeuren und Nürnberg (jeweils Bayern) sowie der Bundeshauptstadt Berlin. Diese vier Regionen liegen mit Indexwerten von jeweils um die 125 allesamt in RK 12.
Weniger Umstufungen in Kasko
In der Vollkasko- und Teilkaskoversicherung gab es, wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit, mit unter 20 Prozent deutlich weniger Umstufungen als in der Kfz-Haftpflicht.
Nach GDV-Angaben wurden in Vollkasko in etwa jede 14. Region um eine Klasse schlechter und rund jede neunte Region um eine Klasse besser eingestuft. In Teilkasko ging es für circa jeden 20. Kreis um eine Klasse nach oben, während rund jede zehnte Region eine Klasse besser eingestuft wurde.
Die günstigsten Kasko-Regionen
Die Regionen mit den niedrigsten Indexwerten in Vollkasko liegen dabei alle in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Die günstigsten Regionen sind Schaumburg, Ammerland, Wesermarsch in Barke und Oldenburg in Oldenburg, die allesamt in RK 1 eingestuft sind.
Neun der zehn teuersten Kreise liegen in Bayern, angeführt von Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen mit Indexwerten jenseits der 140. Auch Berlin, Rottall/Inn, Miesbach, Passau/Land und Freyung-Grafenau finden sich in der höchsten Klasse RK 9 wieder.
Ein anderes Bild zeigt sich in Teilkasko, in der die drei nordrhein-westfälischen Regionen Münster/Westfalen, Herford und Bielefeld vor Erlangen (Bayern), Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und Würzburg (Bayern) liegen und allesamt in RK 1 eingruppiert sind. Die teuersten Regionen (RK 14) sind erneut Ostallgäu und Rottal/Inn (beide Bayern) mit Indexwerten von über 203 beziehungsweise knapp 195.
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- Bild: Screenshot GDV.de
Die einzelnen Regionalklassen können auf den GDV-Internetseiten abgefragt werden. Ebenfalls im Internet einsehbar sind Übersichten zu den unverbindlichen Indexgrenzen der Regionalklassen und drei Deutschlandkarten, auf denen die Aufteilung der Regionalklassen für die Kfz-Haftpflicht, Vollkasko- und Teilkaskoversicherung dargestellt wird.





