1.12.2015 (€) – Immerhin 28 der 59 Versicherungs-Gesellschaften mit mindestens zehn Millionen Euro Beitragseinnahmen konnten 2014 in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent erzielen. Am besten schnitt die Bayerische Landesbrand ab, am schlechtesten die HDI Versicherung, wie der Statistik der Bafin – Erstversicherungs-Unternehmen 2014 (Schaden- und Unfallversicherung) zu entnehmen ist.
Im vergangenen Jahr beliefen sich die verdienten Bruttobeiträge der deutschen Anbieter in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) auf 5.782,4 Millionen Euro.
Dies entspricht einem Zuwachs um knapp 400 Millionen Euro beziehungsweise gut sieben Prozent im Vergleich zu 2013. Nach gebuchten Bruttobeiträgen hatte es 2014 ebenfalls ein Plus von sieben Prozent gegeben (VersicherungsJournal 20.7.2015).
Branchenweit deutlich verbesserte Combined Ratio
Wie aus der „Statistik der Bafin – Erstversicherungs-Unternehmen 2014 (Schaden- und Unfallversicherung)“ (Tabelle 5643) weiter hervorgeht, konnten insgesamt 28 der 59 aufgeführten Wohngebäudeversicherer mit mindestens zehn Millionen Euro Beitragseinnahmen eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent erzielen.
Das sind rund fünf Mal so viele wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 28.11.2014). Dies ist in erster Linie auf einen deutlichen Rückgang der Schadenquote zurückzuführen, die brutto von 105 Prozent (2013) auf knapp 72 Prozent zurückgegangen ist.
Nur Westfälische Provinzial mit über 100 Prozent Schadenquote
Eine Schadenquote von über 100 Prozent hatte 2014 nur noch die Westfälische Provinzial Versicherung AG zu verzeichnen. Die hohe Schadenbelastung wurde unter anderem durch ein lokales Starkregen-Ereignis im Münsterland im Sommer 2014 verursacht, wie einem Medienbericht zu entnehmen ist.
Da für die Westfälische Provinzial in den Zahlen der Aufsicht eine vergleichsweise niedrige Betriebskostenquote von deutlich unter dem Branchenschnitt liegenden knapp 21 Prozent ausgewiesen wird, liegt das Unternehmen mit rund 130 Prozent „nur“ auf dem drittletzten Platz in der Rangliste nach der Combined Ratio (Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle und den Versicherungsbetrieb in Prozent der verdienten Bruttobeiträge).
HDI mit höchster Schaden-/Kostenquote
Auf noch schlechtere Werte kamen die Arag Allgemeine Versicherung AG (über 135 Prozent) sowie als Schlusslicht die HDI Versicherung AG mit fast 140 Prozent.
Beim HDI stiegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle mehr als doppelt so stark wie die Beitragseinnahmen. Der Geschäftsjahres-Schadenaufwand erhöhte sich laut Geschäftsbericht 2014 wegen gehäufter Kleinkumule um rund ein Viertel auf 85 Millionen Euro, während „bedingt vor allem durch einen merklichen Zuwachs im Neugeschäft“ die gebuchten Bruttobeiträge „nur“ um zehn Prozent auf 88 Millionen stiegen.
Die Arag verweist in ihrem Online-Geschäftsbericht 2014 auf die durch das Pfingstunwetter „Ela“ (VersicherungsJournal 19.6.2014, 3.7.2014) verursachte Schadenbelastung. „Ela“ war einer der teuersten Sommerstürme der jüngeren Vergangenheit für die Versicherer und war im vergangenen Jahr das weltweit drittteuerste Naturkatastrophen-Ereignis (VersicherungsJournal 26.3.2015).
Dahinter folgt mit einer kombinierten Schaden-/Kostenquote von knapp unter 130 die Schwarzmeer und Ostsee Versicherungs-AG (Sovag) sowie die Condor Allgemeine Versicherungs-AG. Die R+V-Tochter berichtet in ihrem Geschäftsbericht 2014 unter anderem von „vermehrt kleineren lokalen, teils extremen Wetterereignisse in den Sommermonaten“ sowie einer drei Mal so hohen Zuführung zur Schwankungsrückstellung wie im Jahr zuvor.
Drei Gesellschaften unter 80 Prozent
Die Rangliste der Gesellschaften mit einer positiven Combined Ratio wird angeführt von der Bayerischen Landesbrandversicherung AG, die ebenso wie die Huk24 AG sowie die BGV-Versicherung AG deutlich unterhalb der 80-Prozent-Marke blieb.
Dahinter folgen die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG, die Itzehoer Versicherung/ Brandgilde von 1691 Versicherungsverein a.G., die Bruderhilfe Sachversicherung AG im Raum der Kirchen, die Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G., die WGV-Versicherung AG sowie die Huk-Coburg Allgemeine Versicherungs-AG mit Quoten zwischen knapp 81 und fast 84 Prozent.
So schlugen sich die Branchengrößen
Von den zwölf nach Bruttobeiträgen größten Anbieter, die zusammen auf über 60 Prozent Marktanteil kommen, erzielten neben der Bayerischen Landesbrand und der SV Gebäude angeführt vom Marktführer Allianz Versicherungs-AG fünf weitere Gesellschaften eine positive kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent.
Die Axa Versicherung AG lag so gerade eben noch oberhalb der Gewinnschwelle, die Ergo Versicherung AG lag knapp in der Verlustzone. Dabei schnitten die Allianz um über 40, die Ergo um über 30 und die Axa um über zehn Prozentpunkte besser ab als im Vorjahr. Den schlechtesten Wert unter den Branchengrößen hatte die Westfälische Provinzial zu verzeichnen.







