19.12.2016 (€) – Nur vier der 50 größten Anbieter hatten 2015 in der Allgemeinen Haftpflichtversicherer eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent zu verzeichnen. Auf die niedrigsten Werte kamen die WWK Allgemeine und die Provinzial Rheinland, auf den höchsten Wert die Janitos.
Im vergangenen Jahr konnten die Anbieter auf dem deutschen Markt in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung ein weiteres Mal kräftige versicherungstechnische Gewinne einfahren. Dabei gelang der Branche zum dritten Mal in Folge eine Ergebnisverbesserung, wie aus dem Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2016 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hervorgeht.
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Brutto-Beiträgen) von 93,2 Prozent bedeutet allerdings immer noch den vierthöchsten Wert in den zurückliegenden Jahren. Zum Vergleich: Zwischen 2007 und 2011 lag die Combined Ratio jeweils um die 90 Prozent, 2005 und 2006 sogar nur bei knapp über 85 Prozent.
Die Haftpflichtversicherer…
Insgesamt stand 2015 bei nur vier der 50 größten Gesellschaften eine Combined Ratio von über 100 Prozent zu Buche. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2013-2015: Haftpflichtversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Yougov Deutschland AG, in dem zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 88 Prozent Marktanteil dargestellt werden.
Auf den höchsten Wert von fast 110 Prozent kam die Gothaer-Tochter Janitos Versicherung AG, die schon in der verbundenen Hausratversicherung die zweithöchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote erzielte, damit aber immerhin so gerade eben in der Gewinnzone landete (VersicherungsJournal 12.12.2016). Damit verbesserte sich die Janitos im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozentpunkte.
2015 habe man die „Versicherungsprodukte unter Berücksichtigung aktueller Risiko- und Wettbewerbsaspekte überarbeitet und in den Markt eingeführt. Erwartungsgemäß reichten die damit angestrebten Absatzimpulse im Berichtsjahr noch nicht aus, um die Beitragsentwicklung entscheidend zu beeinflussen“, heißt es hierzu im Geschäftsbericht 2015.
In der Folge seien die verdienten Bruttobeiträge um knapp drei Prozent auf 13,5 Millionen Euro gesunken. Dafür gab es aber bei den Schadenaufwendungen ein Minus von über 13 Prozent auf 8,1 Millionen Euro.
…mit den höchsten Combined Ratios
Combined Ratios zwischen 108 und 105 Prozent werden für die Basler Sachversicherungs-AG, die Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG und die Nürnberger Allgemeine Versicherung AG ausgewiesen. Nur hauchdünn unter der 100-Prozent-Marke landeten die HDI Versicherung AG und die R+V Allgemeine Versicherung AG.
Die Hansemerkur begründet die Verschlechterung um sechs Prozentpunkte im Geschäftsbericht 2015 mit einigen Großschäden, wodurch sich trotz rückläufiger Schadenfrequenz die Geschäftsjahres-Schadenquote leicht und die Gesamtschadenquote deutlich erhöht habe. Die bisherige ertragsorientierte Zeichnungspolitik und die Konzentration auf das Privatkundengeschäft sowie auf ausgewählte einfache bis mittlere Gewerberisiken würden unverändert fortgeführt, heißt es dort weiter.
Die profitabelsten Haftpflichtversicherer
Die deutlich überwiegende Mehrheit der 50 größten Gesellschaften hat eine Combined Ratio von zum Teil massiv unter 100 Prozent erzielt. Auf die besten Werte (jeweils unter 60 Prozent) kamen die WWK Allgemeine Versicherung AG und die Provinzial Rheinland Versicherung AG.
Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von unter 70 Prozent standen für die WGV-Versicherung AG, die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH) und die Württembergische Versicherung AG zu Buche. Knapp über dieser Marke blieb die Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG.
Alle Marktgrößen mit positiver Quote
Von den größten Anbietern in diesem Segment (mehr als 200 Millionen Euro Beitragseinnahmen) erreichten alle Gesellschaften eine Combined Ratio von unter 100 Prozent. In der oberen Hälfte landete allerdings nur die Generali Versicherung AG mit rund 80 Prozent.
Neben dem HDI und der R+V Allgemeinen schnitten auch die VHV Allgemeine Versicherung AG sowie Marktführer Allianz Versicherungs-AG schlechter als der Branchenschnitt ab. Die VHV verdiente in Haftpflicht nur rund 2,5 Cent pro Beitragseuro, bei der Allianz war es nur rund ein Cent.
Der „Branchenmonitor 2013-2015: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zu dem Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die 71-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Frau Daniela Fischer per E-Mail, per Telefon unter 0341 24659262 oder über dieses Online-Bestellformular bezogen werden.
Wie in den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.







