Ausfinanzierungdelle von Pensionsplänen schrumpft

24.1.2014 (€) – Die pensionsspezifischen Vermögenswerte wuchsen vor allem dank der guten Aktienmarktentwicklung laut „German Pension Finance Watch“ der Unternehmensberatung Towers Watson bei den DAX-Unternehmen im vierten Quartal 2013 um 1,8 Prozent auf 199,6 Milliarden Euro an und bei den MDAX-Unternehmen um 2,5 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Damit habe die „Ausfinanzierungsdelle“ im Jahre 2012 fast wieder komplett ausgebügelt werden können.

Der Ausfinanzierungsgrad, also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen, stieg laut der Towers Watson-Modellrechnung bei den DAX-Unternehmen um 3,8 Prozentpunkte auf 65 Prozent und bei den MDAX-Unternehmen um 3,7 Prozentpunkte auf 46,8 Prozent. 2012 war der Wert bei den DAX-Unternehmen wegen des Zinstiefs auf 61 Prozent geschrumpft – von 66 Prozent im Jahr zuvor.

Bild: Towers Watson

Ursächlich für diese positive Entwicklung sei einerseits die sehr gute Performance der Aktienmärkte gewesen. Sie habe bewirkt, dass die DAX-Unternehmen auf ihre Pensionsvermögen im vierten Quartal eine Rendite von 2,6 Prozent erwirtschaften konnten und im gesamten Jahresverlauf von 7,1 Prozent.

MDAX-Unternehmen schlagen DAX-Unternehmen bei der Rendite

Bei den MDAX-Unternehmen, die eine höhere Aktienquote aufweisen (VersicherungsJournal 6.8.2013), lag sie mit 3,3 Prozent im vierten Quartal 2013 sowie mit 9,5 Prozent im Jahresverlauf sogar noch deutlich höher. Gleichzeitig zeichnet sich laut Studie ab, dass der Rechnungszins im Jahresverlauf leicht angestiegen ist.

In Verbindung mit der leicht gesunkenen Inflationserwartung sei der Wert, mit dem die Pensionsverpflichtungen in die Bilanzen eingehen, im Jahresverlauf um jeweils rund zwei Prozent gesunken – bei den DAX-Unternehmen auf 306,8 Milliarden Euro und auf 36,9 Milliarden Euro bei den MDAX-Unternehmen.

Tatsächlicher Ausfinanzierungsgrad könnte noch höher sein

Tatsächlich könnte der Ausfinanzierungsgrad aber sogar noch höher sein, als sich aus der Modellberechnung ergibt, vermutet Dr. Thomas Jasper, Leiter des Beratungsbereichs betriebliche Altersversorgung (bAV) bei Towers Watson. Viele Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren ihre Pensionsverpflichtungen nämlich „durch substanzielle Zusatzinvestitionen ausgebaut“.

Diese Entwicklung bei den unterjährigen Sonderdotierungen dürfte sich seiner Einschätzung nach auch 2013 fortgesetzt haben. Ablesbar werde dies allerdings erst, wenn die Geschäftsberichte für 2013 vorgelegt werden.

Stabilisierung des Ausfinanzierungsgrades dank mehr kapitalmarkt-orientierter Pensionspläne

Weiterhin geht Jasper davon aus, dass „die Umstellung auf moderne, kapitalmarkt-orientierte Pensionspläne“ den Finanzierungstatus der Pensionsverpflichtungen künftig in vielen Unternehmen weiter stabilisieren wird. Dann nämlich bewegten sich sowohl die Vermögens- als auch die Verpflichtungswerte weitgehend im Gleichlauf mit den externen Kapitalmarkteinflüssen.

Schließlich erwartet er, dass die Unternehmen künftig stärker als bisher auf Pensionsfondsfonds zurückgreifen werden. Bislang entfallen nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der betrieblichen Altersversorgung e.V. (ABA) erst rund fünf Prozent aller Deckungsmittel auf den jüngsten der fünf Durchführungswege in der bAV.

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