14.5.2013 (€) – Mit ihrem Online-Tarifcheck will die Deutsche Krankenversicherung AG (DKV) für ihre Kunden transparenter werden und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Bei den Vermittlern sei die Resonanz durchweg positiv, sagte Vorstandschef Dr. Clemens Muth bei der Bilanzpressekonferenz. Die Ergo-Tochter hat 2012 erneut Vollversicherte verloren.
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- Clemens Muth (Bild: Lier)
Die DKV Deutsche Krankenversicherung AG erleichtert ihren Vollversicherten den Tarifwechsel. Seit Herbst wird in einem geschlossenen Internetbereich ein Service aufgebaut, der in der Endstufe ab Mitte Juni einen kompletten Tarif- und Leistungsvergleich mit Kontaktmöglichkeit zum Versicherer hat.
Der Vergleich berücksichtigt zudem automatisch Gesundheitsprüfungen sowie individuelle Risikozuschläge oder -abschläge.
Rechte und Pflichten
Die Ergo-Tochter dürfte damit der erste Krankenversicherer sein, der das Thema der Tarifwechsel offensiv angeht. „Jeder Kunde hat nicht nur das Recht, nach § 204 VVG zu wechseln, sondern wir Versicherer auch die verdammte Pflicht, dies zu ermöglichen“, sagte Muth.
Der erleichterte Tarifwechsel könne zwar auf die Beiträge drücken, die höhere Transparenz für den Kunden stärke aber den Service und sein Vertrauen in das Unternehmen. Er würde sich „freuen, wenn möglichst viele PKV-Unternehmen diesem Beispiel folgen“. Denn die Zeichen stünden für eine Veränderung der Kultur in der Branche.
2012 wechselten nach Unternehmensangaben 37.000 DKV-Versicherte ihren Tarif. Rund 10.000 Kunden klickten zwischen November und Ende Februar 2013 die bis dahin schon eingestellten Serviceschritte des Tarifchecks an. Daraus resultierten etwa 2.000 Kontaktwünsche.
Neuer Gesprächsanlass
Hat der Kunde einen neuen Zieltarif via Internet für sich ermittelt, kann er sich entscheiden, ob er eine weitere Beratung durch den Vermittler wünscht. Dieser erhält nur dann eine Provision, wenn es sich um eine „Plus-Umstufung“ handelt. Die Resonanz der Vermittler auf dieses neue Handwerkszeug sei aber „durchweg positiv“, so Muth.
Die Vermittler äußerten ein „hohes Interesse an der Kundenzufriedenheit“. Reduziere sich der PKV-Beitrag durch einen Wechsel könne der Vermittler daran mit einer Beratung beispielsweise zum Pflege-Bahr anknüpfen.
„Tarifoptimierer“ sind Muth „ein Dorn im Auge“. Allzu oft würden sie im Auftrag ihrer Kunden nach Großschadentarifen fragen. Damit lasse sich der Beitrag halbieren. Die Ersparnis von bis zu acht Monatsprämien müsse der Kunde mit diesen Gesellschaften aber teilen. „Da stellt sich die Frage, ob der Kunde immer richtig beraten wird“, so Muth.
Vollversicherte verloren
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Im Geschäftsjahr 2012 sank die Zahl der Vollversicherten erneut um zwei Prozent auf 882.159 Personen. Muth rechnet für 2013 infolge eines geringeren Neugeschäfts nach dem „Unisex-Boom“ 2012 mit einem weiteren Rückgang.
Die Zahl der Ergänzungs-Versicherungen wuchs hingegen um 1,1 Prozent auf 3,53 Millionen Verträge. Die Beitragseinnahmen stiegen infolge von Neugeschäft und Anpassungen um 0,5 Prozent auf 4,93 Milliarden Euro. Zum 1. April 2013 wurden die Vollversicherten-Tarife um durchschnittlich 4,5 Prozent verteuert.
Für das gesamte Neugeschäft in der Vollversicherung mit Erwachsenden und für alle „BestMed“-Tarife im Bestand spricht die DKV eine Beitragsgarantie bis 31. März 2015 aus. Für 2013 rechnet Muth mit einer stabilen Beitragsentwicklung.
Bessere Versicherungstechnik
Die Abschlusskostenquote sank wegen geringerer Provisionen auf 5,9 (2011: 6,5) Prozent, die Verwaltungskostenquote verharrte bei 2,4 Prozent. Die Schadenquote verminderte sich auf 75,4 (77,2) Prozent. Damit wuchs das versicherungs-geschäftliche Ergebnis auf 807 (679) Millionen Euro.
Nicht zuletzt durch Belastungen aus dem Abgang von Anleihen der so genannten PIIGS-Staaten sank das Kapitalanlagenergebnis auf 860 (779) Millionen Euro. Vom Rohüberschuss nach Steuern wurden 688 (504) Millionen Euro der Rückstellung zur Beitragsrückerstattung zugeführt. Diese betrug damit 1,55 (1,21) Milliarden Euro. Den Gewinn von 100 (113) Millionen Euro bekam die Mutter Ergo.
Details finden sich im Geschäftsbericht 2012.




