Metallrente glänzt auch in Zeiten der Niedrigzinsen

22.2.2016 (€) – Das von Arbeitgebern und Gewerkschaften getragene Versorgungswerk Metallrente konnte 2015 mit starken Wachstumszahlen aufwarten. Und auch was die in der anhaltenden Niedrigzinsphase noch zu erzielenden Kapitalanlage-Renditen angeht, zeigte sich das Versorgungswerk bei der Präsentation erster Zahlen für 2015 zufrieden. Gleichwohl hält Metallrente-Chef Heribert Karch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung (bAV) für unabdingbar, wenn man die Leistungsabsenkungen in der gesetzlichen Rentenversicherung auffangen wolle.

Die Metallrente GmbH hat erste Zahlen zur Entwicklung in 2015 veröffentlicht. Wie das von Gesamtmetall und IG Metall gegründete Versorgungswerk mitteilte, wurden im vergangenen Jahr rund 44.000 neue Verträge der staatlich geförderten kapitalgedeckten Altersvorsorge abgeschlossen. Damit sei der Bestand um sieben Prozent auf 580.000 Verträge angewachsen.

Geschäftsführer Heribert Karch erklärte zu den Ergebnissen: „Auch gegen den allgemeinen Trend können Versorgungswerke wie die Metallrente gutes Wachstum verzeichnen.“ Und selbst im Umfeld niedriger Zinsen seien gute reale Renditen möglich.

Gesamtverzinsung liegt zwischen 3,65 und 3,95 Prozent

Heribert Karch (Bild: Brüss)
Heribert Karch (Bild: Brüss)

Nach den Angaben bekommen die Altersvorsorge-Sparer für 2016 in der Direktversicherung je nach Anlagevariante zwischen 3,65 und 3,95 Prozent. Die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschussbeteiligung liege zwischen 3,00 und 3,25 Prozent. Damit konnten die Vorjahresergebnisse (VersicherungsJournal 7.4.2015) allerdings nicht ganz gehalten werden.

„Im nichtversicherungs-förmigen, kapitalmarktnahen Durchführungsweg Metallpensionsfonds konnte für Sparer unter 55 Jahren seit Auflage im Jahr 2002 eine Wertentwicklung von 5,6 Prozent und für die letzten fünf Jahre von 6,9 Prozent pro Jahr erzielt werden.“

Diese Ergebnisse zeigten eindeutig, dass gute Renditen bei allen Vorsorge-Angeboten betrieblicher Altersversorgung möglich seien, sagte Karch. Allerdings schnitten kapitalmarktnahe Instrumente zunehmend besser ab als die klassischen Garantiemodelle.

Die Zahlen der Metallrente dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland zu den Ländern mit den am wenigsten armutsfesten Rentensystemen gehöre. „Der Reformprozess braucht dringend einen entscheidenden Schub, denn die Rahmenbedingungen stimmen nicht“, sagte Karch, der zugleich auch der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (Aba) vorsitzt.

Die Metallrente steht vielen Unternehmen offen

Nach den Angaben konnten allein im vergangenen Jahr rund 3.000 neue Kundenunternehmen gewonnen werden. Damit stieg die Gesamtzahl der betreuten Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie anderer Branchen auf 32.500.

Dem Versorgungswerk, das Angebote für die betriebliche und private zusätzliche Altersvorsorge sowie die Absicherung von Berufs-, Erwerbsunfähigkeit und Hinterbliebenen bereitstellt, haben sich auch die Stahlindustrie und die Branchen Textil sowie Holz und Kunststoff angeschlossen. Das Versorgungswerk ist erst 2001 aus der Taufe gehoben worden.

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