Itzehoer mit stabilem Überschuss trotz Rekordschäden

16.4.2014 (€) – Die Itzehoer Versicherungen mussten mit Aufwendungen von 40 Millionen Euro für 15.000 Schadenmeldungen durch Orkan und Hagelschlag 2013 einen Rekord in der 108-jährigen Firmengeschichte hinnehmen. Im Gespräch mit dem VersicherungsJournal erläutert Wolfgang Bitter, Vorsitzender des Vorstands, warum das Geschäftsergebnis dadurch nur leicht belastet wurde.

VersicherungsJournal: Das letzte Jahr war für die Versicherungswirtschaft ja durch zahlreiche Naturschadenereignisse geprägt – hat das Ihr Unternehmen auch in größerem Umfang getroffen?

Wolfgang Bitter (Bild: Itzehoer)
Wolfgang Bitter (Bild: Itzehoer)

Wolfgang Bitter: Sturm- und Hagelschäden haben im vergangenen Jahr mehr als zehn Prozent unserer Gesamtbeitragssumme ausgemacht. Zwei Hagelunwetter und zwei Stürme schlugen bei den Itzehoer Versicherungen mit insgesamt rund 40 Millionen Euro zu Buche, davon allein knapp 24 Millionen Euro durch Sturm Christian, der ganze Dächer abdeckte und Fassaden zum Einsturz brachte.

VersicherungsJournal: Welche Sparten waren dabei besonders betroffen?

Bitter: Mit Abstand am stärksten betroffen war die Sparte der Gebäudeversicherung. Infolge umherfliegender Dinge wie Mülltonnen, Dachziegel oder Garten-Trampoline folgten Kfz-Kaskoschäden an zweiter Stelle.

VersicherungsJournal: Welche Höhen und Tiefen hat Ihre Bilanz 2013, abgesehen von diesen Extrem-Ereignissen?

Bitter: Die extremen Naturschadensereignisse haben unsere Bilanz nur in geringem Maße belastet, weil wir umfassend vorgesorgt und Rückversicherungen abgeschlossen hatten. So konnten wir 2013 immer noch einen Jahresüberschuss von 8,1 Millionen Euro gegenüber 9,0 Millionen Euro im Vorjahr ausweisen.

VersicherungsJournal: Der wichtigste Geschäftsbereich der Itzehoer ist ja die Kfz-Versicherung – wie war hier die Entwicklung im Jahr 2013?

Bitter: Das Kfz-Geschäft war auch 2013 wieder ein Wachstumsmotor der Itzehoer Versicherungen. Hier konnten wir unseren Bestand auf Basis der Kfz-Haftpflichtversicherung um 75.281 Verträge oder zwölf Prozent auf 700.427 Verträge ausbauen.

VersicherungsJournal: Welchen Stellenwert haben die Lebensversicherung und die Altersvorsorge? Wie sah hier das Neugeschäft 2013 aus?

Bitter: Mit einem Ergebnis deutlich über Marktniveau konnten wir sehr zufrieden sein. Der Schlüssel dafür sind sicherlich unsere maßvoll kalkulierten Altersvorsorgeangebote, die auch in den Jahren der Finanzkrise eine hohe Kontinuität und Verlässlichkeit bewiesen haben und damit den Sicherheitsbedürfnissen unserer Kunden entsprechen.

So ist es uns letztlich 2013 trotz des erschwerten Umfelds gelungen, unser Lebensversicherungs-Geschäft in stabilen Bahnen zu führen und das Beitragsaufkommen um 5,8 Prozent auf 47,0 Euro Millionen zu steigern, nach 44 Millionen im Vorjahr.

VersicherungsJournal: Welche Perspektiven sehen Sie für 2014 und welche Rolle spielt dabei die Positionierung der Itzehoer als Regionalversicherer?

Bitter: Wir wachsen weiter, im laufenden Jahr in einer Größenordnung zwischen fünf und sieben Prozent. Dabei ist für uns eine wichtige Grundlage, dass wir mittlerweile der größte unabhängige Versicherer Schleswig-Holsteins sind und ein so dichtes Netz an Vertrauensleuten im Norden haben wie kein anderer.

Unsere Kunden wissen die Nähe zu ihren persönlichen Beratern zu schätzen, die in allen Lebenslagen für unsere Mitglieder da sind – ebenso wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst, für die das Wohl unserer Mitglieder im Vordergrund steht. Denn bei uns gilt: Versichern heißt vertrauen.

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