Gothaer strebt ins Ausland und zu den erneuerbaren Energien

27.6.2012 (€) – Mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 zeigte sich Dr. Werner Görg, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzern, bei der Vorlage des Geschäftsberichtes „außerordentlich zufrieden“. Mit Blick auf das laufende Jahr hegt er „große Erwartungen“.

Screenshot Geschäftsbericht 2011 Gothaer

Mit dem Erwerb von 67 Prozent an dem rumänischen Sachversicherer Platinum AG setze der Gothaer Konzern seine Internationalisierungs-Strategie in Richtung Mittel- und Osteuropa weiter fort, stellte Vorstandschef Dr. Werner Görg bei der Bilanzvorlage fest. Begonnen worden war sie 2010 mit dem Kauf des polnischen Versicherers Polskie Towarzystwo Ubezpiecze´n S.A. (PTU).

Diese Gesellschaft wurde im Berichtsjahr erstmalig voll konsolidiert. Sie trug mit 116,1 Millionen Euro – 6,1 Prozent mehr als 2010 – dazu bei, dass sich 2011 die gesamten Bruttobeiträge im Segment Schaden/Unfall um 5,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro erhöhten.

Zu den gesamten Beitragseinnahmen des Konzerns im selbst abgeschlossenen Geschäft in Höhe von 3,97 Milliarden Euro – 0,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor – trugen die Auslandsaktivtäten im Berichtsjahr damit 178 Millionen Euro bei. 2010 waren es erst 84 Millionen Euro gewesen.

Kranken: Kollektivgeschäft als Wachstumstreiber

Zulegen konnte 2011 auch der Geschäftsbereich Krankenversicherung. Dort stiegen die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft von 830,3 Millionen auf 854 Millionen Euro.

„Hierbei hat sich das Kollektivgeschäft zu einem wichtigen Wachstumstreiber entwickelt“, erläuterte dazu der Vorstandschef der Gothaer Krankenversicherung AG, Michael Kurtenbach. Bei Gruppenversicherungen hätten die Beitragseinnahmen um 9,5 Prozent zugelegt.

Zurückhaltung bei Einmalbeiträgen

In der Lebensversicherung gingen die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft dagegen von 1,52 Milliarden auf 1,46 Milliarden Euro zurück. Darin spiegele sich einerseits der „Schlussverkauf“ zum Jahresende 2011 bei Verträgen gegen laufende Beitragszahlung und mit Versicherungsbeginn 2012 wider.

Andererseits sei auf die Zeichnung von Kapitalisierungs-Geschäft gegen Einmalbeitrag konsequent verzichtet worden. Als „erfreulich“ charakterisierte Dr. Helmut Hofmeier, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung AG, die Neugeschäftsproduktion in den Geschäftsfeldern betriebliche Altersversorgung, fondsgebundene Policen und biometrische Lösungen.

Deutlich verbessern konnte der Konzern trotz Schuldenkrise, hoher Volatilität und großer Unsicherheiten an den Märkten das Ergebnis aus der Kapitalanlage, wird hervorgehoben. Es stieg bei einem von 22,88 Milliarden auf 22,97 Milliarden Euro angewachsenen Anlagevolumen um 10,5 Prozent auf 908 Millionen Euro.

Unternehmerkunden rücken noch stärker in den Fokus

Als Konzerngewinn werden für das Berichtsjahr 145 (2010: 107) Millionen Euro ausgewiesen. Neben der Fortsetzung der Internationalisierungs-Strategie – wobei die Gothaer im kommenden Jahr die Türkei und ab 2014 Russland besonders im Blick hat – soll insbesondere die Erweiterung des Leistungsspektrums für Unternehmerkunden für weiteres Wachstum sorgen. Ab Juli werde daher beispielsweise eine eigene D&O-Versicherung angeboten.

Bislang war diese Police im Rahmen der Mitversicherungs-Gemeinschaft VOV zur Verfügung gestellt worden (VersicherungsJournal 27.7.2011). Ziel sei es, dass D&O-Versicherungen bis 2017 etwa fünf Prozent der Beitragseinnahmen in Haftpflicht beisteuern, wurde mitgeteilt.

Erneuerbare Energien als weiteres strategisches Geschäftsfeld

Als weiteres strategisches Geschäftsfeld sehe die Gothaer unverändert den Bereich erneuerbare Energien mit den Kerngeschäftsfeldern Wind, Biogas und Solar.

Schon jetzt zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben in vielen europäischen Ländern zur den führenden Windenergie-Versicherern.

Versicherungstechnische Performance soll verbessert werden

Zugleich werde jedoch „verstärkt ein aktives Bestandsoptimierungs-Management forciert“, wird im Risikobericht des Konzerns ausgeführt. Auch im laufenden und im kommenden Jahr solle als Folge „der Produkt- und Preisstrategie sowie der risikogerechten Akquise und marktorientierten Zeichnungspolitik“ eine kontinuierliche Verbesserung der versicherungs-technischen Performance erzielt werden.

Angestrebt werde weiterhin eine Combined Ratio, die sowohl brutto als auch netto unter 100 Prozent liege. Bei der Gothaer Allgemeine ging die Bruttoschadenquote im Berichtsjahr dank weniger Großschäden von 67,4 auf 65,7 Prozent zurück und der Bruttokostensatz verbesserte sich von 30,7 auf 29,5 Prozent.

Weitere Details können in den Geschäftsberichten des Konzerns und der Einzelgesellschaften nachgelesen werden, die auf dieser Internetseite zu finden sind.

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