Auszeichnungen freuen Vertriebsstrategen der Versicherer

17.2.2014 (€) – Die AachenMünchener und Generali haben vom TÜV-Rheinland beziehungsweise dem Deutschen Institut für Service-Qualität Auszeichnungen im Bereich Kundenservice erhalten. Mit dem Preis „Goldener Bulle“ wurden Dialog, Axa und Zurich ausgezeichnet. Dem Münchener Verein wurde besondere Service-Qualität attestiert. Und Tobias Burkhart hat den Scor-Preis für Leistungen in Aktuarwissenschaften erhalten.

Preise sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren, seit Autohersteller den einstmals hoch geschätzten „Gelben Engel“ des ADAC wegen des Glaubwürdigkeits-Debakels bei Europas größtem Autoclub gerne wieder zurückgeben. Selbst das vormals schier unerschütterliche Vertrauen der Bundesbürger in nahezu hoheitliche Prüforganisationen wie den TÜV oder die Stiftung Warentest hat arg gelitten.

Trotzdem berichten Versicherer auch in jüngster Zeit wieder reihenweise stolz über Auszeichnungen verschiedenster Art und Provenienz – und setzen darauf, dass sie nicht zuletzt im Vertrieb hilfreich sind.

AachenMünchener ist Spitze bei der Weiterempfehlungs-Bereitschaft

Die AachenMünchener meldet gleich einen Doppel-Erfolg. Vom Tüv-Rheinland erhielt sie zum neunten Mal in Folge das Siegel „Geprüfte Servicequalität – Finance“ und zugleich bescheinigt, dass bei ihr die Serviceziele und -standards in ein ganzheitliches Managementsystem eingebunden seien, wie „das auch nach neueren Audit-Erfahrungen in dieser Form und Reife unvergleichbar ist“.

Vom Deutsche Institut für Service-Qualität (Disq) gab es für den zur Generali Deutschland-Gruppe gehörende Versicherer ebenfalls ein dickes Lob, nachdem er in der Umfrage „Deutschlands beliebtester Versicherer“ beim Kundenservice auf Platz eins landete. Mindestens ebenso erfreut haben dürften die Vertriebsstrategen jedoch ein weiteres Resultat dort.

Bei der Weiterempfehlungs-Bereitschaft durch die Kunden wurde die AachenMünchener nach eigenen Angaben nämlich ebenfalls zum Spitzenreiter gekürt. Für Vorstand Johannes Booms ist das ein guter Grund, „die hohe Motivation und die Einstellung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Servicebereitschaft“ zu rühmen.

Dialog kann mit seinem Berufsunfähigkeits-Produkt punkten

Die ebenfalls zur Generali Deutschland gehörige Dialog Lebensversicherungs-AG vermeldet ebenfalls eine weitere Spitzenbewertung. Sie konnte im Wettbewerb „Goldener Bulle“ des Finanzen-Verlags mit ihrem Produkt „SBU-solution“ den zweiten Platz ergattern.

Hervorgehoben habe die Fachjury in ihrer Begründung vor allem drei Elemente des Berufsunfähigkeits-Produktes: Das Lebensphasenmodell, das eine Beitragsbefreiung für sechs Monate bei uneingeschränkt weiter bestehendem Versicherungsschutz im Falle eines finanziellen Engpasses – beispielsweise wegen Elternzeit oder Arbeitslosigkeit – erlaubt. Die Überbrückungshilfe, wenn ein privater Krankenversicherer die Krankentagegeldzahlung wegen des Verdachts auf Berufsunfähigkeit einstellt, sowie die Pflegerenten-Option.

Nachdem die Dialog bereits von Rating-Agenturen Spitzenbewertungen erhalten habe, sieht Vorstandssprecher Rüdiger Burchardi das Bedingungswerk damit „jetzt auch von einem großen Verlagshaus gewürdigt“. Völlig überrascht hat ihn dies jedoch wohl eher nicht, denn „als Spezialversicherer für biometrische Risiken wissen wir, worauf es ankommt“, stellt er fest.

Axa und Zurich freuen sich ebenfalls über „Goldene Bullen“

Verleihung
Die Zurich Gruppe erhiel den „Goldenen Bullen” im
Bereich Versicherungsinnovation (Bild: Zurich)

Gar einen ersten Platz beim Wettbewerb um den „Goldenen Bullen“ durfte in der Kategorie „Neue Wege in der Lebensversicherung“ der Axa-Konzern für das Produkt „Relax Rente“ vermelden (VersicherungsJournal 10.1.2014, 3.2.2014).

Mit diesem würden bereits bewährte Elemente wie Indexpartizipation, Fondsanlage und Höchststandsgarantie genutzt und „intelligent kombiniert“, wird aus der Jury-Begründung zitiert.

Axa-Vorstandsmitglied Dr. Patrick Dahmen sieht sich damit in der Produktentwicklungs-Strategie des Unternehmens bestätigt und verweist zugleich darauf, dass der Preis auch mit Blick auf die Vertriebe „äußerst wertvoll“ sei. Schließlich belege er „anschaulich, dass wir Vermittlern und Kunden überzeugende Produkte bieten, für die uns sogar Vorbildcharakter bescheinigt wird“.

Einen weiteren „Goldenen Bullen“ durfte die Zurich Gruppe in Deutschland in Empfang nehmen. Sie wurde mit ihrem Produkt „Team – Team Existenz Absicherungs Modell“, durch das Arbeitgeber ihre Mitarbeiter gegen existenzielle Risiken durch frühzeitiges Ableben und Invalidität absichern können, für das innovativste Versicherungsprodukt des Jahres 2014 ausgezeichnet.

Lob von Medien und Verbraucherschützern macht besondere Freude

Zurich-Vorstand Marcus Nagel sieht sich durch die Auszeichnung in der Gewissheit bestärkt, „dass wir mit unserer Produktinitiative auf dem richtigen Weg sind“. Als Besonderheiten von „Team“ stellt er heraus, dass in der Regel auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet werde, im Vergleich zu Individual-Tarifen hohe Prämienvorteile eingeräumt werden könnten und die Vertragslaufzeit jeweils nur ein Jahr betrage.

Mit „Team“ hätten Personalverantwortliche in den Unternehmen nun „erstmals ein Instrument, welches ihnen im Falle einer Invalidität eines Mitarbeiters ermöglicht, zumindest die wirtschaftlichen Folgen abzufedern“. Aus Sicht der Zurich sei an dem Preis jedoch nicht zuletzt sehr erfreulich, „dass dieses Produkt nicht nur bei potenziellen Kunden, sondern auch bei Medienvertretern und Verbraucherschützern großes Interesse auslöst“.

Münchener Verein ebenfalls für die Service-Qualität ausgezeichnet

Der Münchener Verein Versicherungsgruppe kann sich derweil – wie die AachenMünchener – ebenfalls als einer von drei Versicherern in seiner Kategorie mit dem Deutschen Servicepreis 2014 brüsten. Der wurde ihm vom Nachrichtensender N-tv zugesprochen, nachdem er bei 4.227 verdeckten Testkontakten, die das Deutsche Institut für Service-Qualität durchführte, unter den privaten Krankenversicherern die beste Servicequalität bot.

Unter anderem wurde dem Gegenseitigkeitsverein mit genossenschaftlichen Wurzeln attestiert, dass seine Mitarbeiter sowohl am Telefon wie auch per E-Mail „kompetent und vollständig beraten“ hätten. Das hört Vorstandsmitglied Dr. Martin Zschoar natürlich sehr gerne, denn „entscheidend für uns ist, wie unsere Kunden den Service erleben“, lässt er wissen.

Eine Anerkennung ganz anderer Art

Eine Anerkennung ganz anderer Art, nämlich für eine wissenschaftliche Leistung, konnte Tobias Burkhart entgegennehmen – und mit ihm das Institut für Versicherungs-Wissenschaften an der Universität Ulm. Er erhielt den diesjährigen Scor-Preis für Aktuarwissenschaften, wie die Hochschule mitteilt.

Der vom weltweit fünftgrößten Rückversicherer gestiftete und nun schon zum 16. Mal vergebene Preis wurde Burkhart für seine Arbeit mit dem Titel „Analyse der Ausgleichseffekte in der deutschen Lebensversicherung“ zuteil. Darin stellte er im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Aktuarielle Modellierung“ eine neue Methodik vor, wie „Vererbungseffekte“ zwischen dem vorhandenen Bestand und dem Neugeschäft in der Lebensversicherung quantifiziert werden können.

Dies helfe, ein grundlegendes Problem bei der Bewertung von Lebensversicherungs-Beständen zu bewältigen, wie sie beispielsweise unter Solvency II notwendig sei, erläutert die Uni Ulm in einer Pressemitteilung. Die von Burkhart entwickelte Methodik erlaube es nunmehr, „diese Effekte sauber zu quantifizieren“.

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