Viele Kompositversicherer schwächeln bei der Prozessqualität

30.1.2019 – Die Digitalisierung der Schnittstelle zwischen Produktanbietern und Vertrieb lässt in Schaden/Unfall in vielen Fällen zu wünschen übrig. Dies zeigt eine Untersuchung von Softfair. Nur die Rhion erhielt in den Teilbereichen Haftpflicht und Unfall die Höchstnote und landete auch in Hausrat/Wohngebäude an der Spitze. In Kfz setzte sich die Generali durch, in Rechtsschutz Adam Riese.

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Die Softfair GmbH hat die Prozessqualität von Versicherungsprodukt-Anbietern an der Schnittstelle zum Vertrieb in diversen Versicherungszweigen unter die Lupe genommen. Hierzu wurde die Prozesslandschaft und die Integrationstiefe der (Deckungskonzept-) Anbieter in die Angebots-, Vergleichs- und Bestandsführungs-Lösungen des Analysehauses untersucht.

So wurde bewertet

Geprüft wurde anhand eines spartenbezogen festgelegten Anforderungskatalogs. Bewertet wurden unterem anderem die Bereitstellung verschiedener Bipro-Webservices und die Lieferung VVG-konformer Dokumente.

Zu den Ratingkriterien gehörten in der Sachversicherung etwa auch die Garantie für die bei Softfair im Sach Modul hinterlegte Prämie sowie der Umfang der angebundenen Produkt- und Tarifwelt. Weitere Details zu den verschiedenen Prüfbereichen können in der Rating-Dokumentation (PDF, 920 KB) nachgelesen werden.

Die Ergebnisse der Untersuchung hat das Analysehaus in Form von Ranglisten mit der jeweils erreichten Gesamtpunktzahl veröffentlicht. „Die Gesellschaften bekommen so erstmals die Gelegenheit, ihre Prozesslandschaft mit der anderer Gesellschaften zu vergleichen“, stellt Softfair heraus.

Zur besseren Einordnung der Ergebnisse haben die Rater darüber hinaus ein sogenanntes „Softfair Prozesssiegel“ vergeben. Das kostenfreie Siegel gibt es in den Kategorien „gut“ (41 bis 60 Punkte), „sehr gut“ (61 bis 80 Punkte) und „hervorragend“ (ab 81 Punkte). An mit „ausreichend“ (21 bis 40 Punkte) oder „mangelhaft“ (0 bis 20 Punkte) bewertete Gesellschaften wird kein Siegel vergeben.

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In Leben besser als in Kranken

Beim Test der PKV-Anbieter haben die Analysten die beiden besten Notenstufen „hervorragend“ und „sehr gut“ gar nicht vergeben. Zwei Drittel der über 30 getesteten Gesellschaften erhielten ein „ausreichend“, sogar sieben Mal wurde ein „mangelhaft“ vergeben. Auf der anderen Seite erhielten nur fünf Unternehmen ein „gut“ (VersicherungsJournal 29.1.2019).

Bessere Ergebnisse erzielten die Lebensversicherer, die in den Segmenten Berufsunfähigkeits- (BU-) und Risikolebens-Versicherung, private Altersvorsorge sowie betriebliche Altersvorsorge (bAV) geprüft wurden.

Mit „mangelhaft“ wurde kein einziger Anbieter bedacht, allerdings auch keiner mit „hervorragend“. Dafür reichte es für bis zu sieben Gesellschaften zu einem „sehr gut“ (VersicherungsJournal 29.1.2019).

Softfair Prozesssiegel LV/KV Notenverteilung (Bid: Wichert)

Durchwachsenes Bild in Schaden/Unfall

Ein recht durchwachsenes Bild zeigt sich bei den Schaden/Unfall-Anbietern, die separat in fünf verschiedenen Bereichen untersucht wurden. Hierzu gehörten die Segmente Privat- und Tierhalterhaftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäude-, private Unfall-, Rechtsschutz- und Kfz-Versicherung.

Zwar hat das Analysehaus in Haftpflicht und Unfall jeweils einmal die Höchstnote hervorragend vergeben können. In Unfall und Rechtsschutz erzielten andererseits aber jeweils mehr als 70 Prozent der aufgeführten Gesellschaften ein „ausreichend“ oder „mangelhaft“.

In Hausrat/Wohngebäude lag der Anteil bei 60 Prozent, in Haftpflicht bei etwa der Hälfte. Die höchste Prozessqualität ist in der Kfz-Versicherung zu beobachten. Hier erhielt nur etwa jedes vierte Unternehmen ein „ausreichend“. Ebenfalls jeder vierte Anbieter wurde mit „sehr gut“ bewertet, die verbleibende Hälfte mit „gut“.

Softfair Prozesssiegel Komposit Notenverteilung (Bid: Wichert)

Rhion drei Mal an der Spitze

In der Kategorie Haftpflicht setzte sich die Rhion Versicherung AG mit großem Vorsprung gegen die Wettbewerber durch. Mit 91 Punkten erzielte die Rheinland-Tochter ein „hervorragend“. Dahinter folgen neun Anbieter mit einer „sehr guten“ Bewertung.

Das Verfolgerfeld wird angeführt von der Prokundo GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Volkswohl Bund Sachversicherung AG, mit 76 Punkten und der Generali Versicherung AG mit 74 Punkten.

Softfair Prozesssiegel Haftpflicht (Bid: Wichert)

Die Rhion schnitt auch in Unfall am besten ab. 82 Punkte reichten so gerade eben für ein „hervorragend“. Ein „sehr gut“ vergaben die Analysten an die Generali (66 Punkte) und an die Janitos Versicherung AG (62 Punkte). Schlusslicht ist hier der Häger Versicherungsverein a.G. mit „mangelhaften“ 19 Punkten.

Spitzenreiter in Hausrat/Wohngebäude ist ebenfalls die Rhion – mit „sehr guten“ 78 Punkten. Zu den Top-Anbietern zählen ferner Generali, Janitos, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, Prokundo und Alte Leipziger Versicherung AG. Die letztgenannten Gesellschaften bekamen zwischen 73 und 62,5 Punkte.

Am Ende der Rangliste finden sich die Debeka Allgemeine Versicherung AG mit 19 Punkten und die Germanbroker.net AG mit 18 Punkten wieder (jeweils „mangelhaft“).

Generali gewinnt in Kfz

In der Kfz-Versicherung setzte sich die Generali mit 76 Punkten gegen die Konkurrenz durch. Ebenfalls zur „sehr guten“ Spitzengruppe gehören mit 67 bis 61 Punkten die Allianz Versicherungs-AG, die Axa Versicherung AG (auch Zweigniederlassung DBV), die HDI Versicherung AG, Prokundo, die VHV Allgemeine Versicherung AG, die Alte Leipziger und die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG (auch Nürnberger Beamten).

In der Rechtsschutz-Versicherung belegt Adam Riese, die Digitalmarke der Württembergischen Versicherung AG (VersicherungsJournal 26.10.2017), mit „sehr guten“ 68 Punkten den ersten Platz. Die gleiche Bewertung erhielt auch die Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG auf dem Silber-Rang (62 Punkte). An letzter Stelle landete die Debeka mit „mangelhaften“ fünf Punkten.

Ranking Kfz (Bild: Wichert)

Eine Übersicht über die Gesamtpunktzahl aller getesteten Anbieter in den verschiedenen Versicherungszweigen kann unter diesem Link (PDF, 220 KB) heruntergeladen werden. Die Detailergebnisse beziehungsweise Teilwertungen je Kriterium werden hingegen zunächst ausschließlich dem jeweils getesteten Versicherer mitgeteilt.

Dies begründete das Analysehaus auf Nachfrage damit, dass der Fokus des neuen Ratings nur in untergeordneter Hinsicht darauf liege, dem Vermittler in seiner konkreten Beratungssituation einen qualitativen Filter für seinen Produktauswahlprozess zu liefern.

Vergleich mit Wettbewerbern

Mit dem neuen Rating möchte Softfair den Produktgebern ein Instrument zur Optimierung der eigenen Prozesslandschaft an die Hand geben. Diesen biete man mit dem Benchmark-Ansatz „erstmals die Gelegenheit, sich selbst mit anderen Gesellschaften zu vergleichen.

Den Marktteilnehmern auf Seiten des Vertriebs verschafft dieses Ranking einen aussagekräftigen Überblick, wie gut welcher Versicherer auf seinem Weg zur perfekten Prozessunterstützung vorangeschritten ist“, heißt es in der Dokumentation der Untersuchung.

 
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