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Versicherungvermittler im Einsatz nach der Hochwasserkatastrophe: „Wie im Krieg sieht es aus“

20.7.2021 – Mit Empathie und gut organisiert unterstützen Versicherungsmakler Michael Pannasch aus Euskirchen, der Familienbetrieb Versicherungsmakler Kohnen aus dem Kreis Heinsberg und Finanzmakler Andre Faßbender aus dem Landkreis Ahrweiler ihre Kunden nach den verheerenden Unwettern. Kritisch wird das Verhalten der Versicherungs-Unternehmen gesehen.

Es ist die schwerste Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten. Mitte vergangener Woche hatte es besonders im Westen Deutschlands außergewöhnlich heftig geregnet.

In den Wassermassen kamen nach derzeitigem Stand mehr als 160 Menschen ums Leben. Viele Häuser, Straßen und Brücken liegen in Trümmern. Wie hoch die Schäden ausfallen, steht noch nicht fest.

Es fühlt sich an wie in einem traurigen Kinofilm.

Michael Pannasch, Versicherungsmakler

Die Wiederaufnahme der Arbeit gestaltete sich schwierig

In Euskirchen und damit mitten in einer der betroffenen Regionen lebt Versicherungsmakler Michael Pannasch. Während des Unwetters landete sein Urlaubsflieger, bis zum eigenen Haus schaffte er es jedoch erst am nächsten Tag und auch nur über Umwege. Es ist verschont geblieben, erzählt er, eine Straße weiter stand alles unter Wasser.

Die Situation sei unfassbar. „Wie im Krieg sieht es aus“, berichtet er. Ganze Straßenzüge seien einfach weg. Wenn er vor Ort bei seinen Kunden sei, müsse er ohne Ausnahme mehr als eine Träne verdrücken. „Es fühlt sich an wie in einem traurigen Kinofilm.“

Kein Strom, kein Wasser, kein Handy-Empfang – die Wiederaufnahme der Arbeit gestaltete sich schwierig. Als Erstes erstellte er eine Liste, welche Kunden wo und wie versichert sind.

Bis zu 90 Minuten in der Warteschleife.

Seit Telefonieren wieder möglich ist, ist dies gezwungenermaßen seine Hauptbeschäftigung. Bis zu 90 Minuten hängt er bei Versicherungs-Unternehmen in der Warteschleife. Bei einem Branchenprimus wurde er nach 45 Minuten rausgekickt.

Michael Pannasch (Bild: privat)
Michael Pannasch (Bild: privat)

Eine andere Gesellschaft habe derzeit technische Probleme, so dass Schäden nicht gemeldet werden können. Eine Lösung sei nicht in Sicht. Das könne einen Kunden, der sich in letzter Sekunde mit Kind und Hund unter dem Arm durch ein Fenster vor den heranstürmenden Wassermassen habe retten können, nicht zufriedenstellen.

Viele Menschen hätten ein persönliches Trauma erlebt. Ein Kunde sei unterversichert gewesen, berichtet er. Die Trümmer seines Hauses wurden von Bundeswehrpanzern beseitigt. Für ihn hat er vergeblich versucht, eine Bescheinigung zu erhalten, um wenigstens Dienste wie Telefon oder TV abmelden zu können.

Am Wochenende war kein Versicherer erreichbar

Pannasch ist vom Engagement der Versicherer in dieser absoluten Notsituation enttäuscht. Am Wochenende sei keine Gesellschaft erreichbar gewesen – mit einer Ausnahme. Diesem Mitarbeiter eines norddeutschen Unternehmens, der am Sonntag gearbeitet hat, möchte er deshalb auch ein „megagroßes Dankeschön“ aussprechen.

Von seinen rund 250 Kunden haben bislang 27 Geschädigte jeweils zwei oder drei Schadensfälle in den Bereichen Gebäude, Hausrat und Kfz gemeldet. Er geht aber davon aus, dass die Zahl in den nächsten Tagen steigen wird und es rund 100 Schadenanzeigen werden. Froh ist er, dass nur vier Kunden keine Versicherung gegen Elementarschäden abschließen wollten.

Für diese Woche hat er alle langfristig geplanten Termine abgesagt. Er wird seinen Bestandskunden helfen, die Schäden zu dokumentieren. Denn dafür habe keiner von ihnen derzeit die Nerven, sagt er. Und ab nächster Woche werde er definitiv nur noch Wohngebäude- und Hausratversicherungen, die Elementarschäden mitabdecken, vermitteln – „und zwar ohne Diskussion“.

Es herrscht eine große Solidarität. Das stimmt uns zuversichtlich.

Versicherungsmakler Kohnen

Über soziale Medien Hilfe im Schadenfall angeboten

Im Kreis Heinsberg trat der Fluss Ruhr über die Ufer und sorgte für massive Überschwemmungen. Hier ist Versicherungsmakler Kohnen ansässig. Der Familienbetrieb, der Privat- und Gewerbekunden betreut, berichtete am Samstag:

Aus dem Account von Makler Kohnen (Bild: privat)
Aus dem Account  von Makler Kohnen (Bild: privat)

„Unser Büro blieb bisher von dem Ausmaß verschont. Eine Vielzahl an Kunden jedoch nicht. Straßen, Fuß- und Fahrradwege, gesamte Ortschaften mit Ländereien und Häusern sind den gewaltsamen Wassermassen zum Opfer gefallen. Fahrzeuge wurden geflutet, Dämme sind eingebrochen, Flüsse und Bachläufe übergetreten.

Zu den Kunden können wir aktuell nicht rausfahren, weil betroffene Ortschaften evakuiert beziehungsweise gesperrt sind. Aus diesem Grund haben wir in den sozialen Medien unsere Hilfe im Schadenfall angeboten.

Digital (per Mail) haben wir unseren Kunden, in einer Stellungnahme, unser Beileid für Verstorbene, Kraft und schnelle Genesung für Verletzte und Dank für die Hilfskräfte ausgesprochen.

Leitfaden entwickelt und Notfallservice eingerichtet

Darüber hinaus haben wir einen kleinen Leitfaden für das richtige Verhalten im Schadenfall hinzugefügt. Zusätzlich einen Notfallservice (zum Beispiel Notfallhotline) eingerichtet. Somit können uns die Kunden auch am Wochenende erreichen.

Bislang haben unsere Kunden es geschafft, jeglichen Schaden zu dokumentieren und uns per Mail zu übermitteln, damit wir diese bearbeiten und an die jeweiligen Versicherer weiterleiten konnten.

Die Versicherer haben vereinzelt reagiert und erste „News“ über sämtliche Medien publik gemacht. Unter Vorbehalt wurden schon kleinere Schäden (bis zwei- oder auch fünftausend Euro) sofort zur Reparatur freigegeben. Dementsprechend können wir direkt Rechnung und relevante Prüfungsunterlagen zur Prüfung einreichen.

In Orten mit Hochwassergefahr packen alle mit an

In den nächsten Tagen wird es darauf ankommen, dass das Hochwasser so schnell es geht weicht und Schäden besichtigt werden können. Damit das klappt, arbeiten Hilfskräfte rund um die Uhr und pumpen Wasser ab.

Im Übrigen werden diese Hilfs- und Rettungskräfte tatkräftig unterstützt. Betroffene, die evakuiert wurden, bekommen unentgeltliche Schlafplätze angeboten. Es werden Sach- und Geldspenden gesammelt.

In Orten mit Hochwassergefahr packen alle mit an, um Schlimmeres zu verhindern. Landwirte helfen mit Traktoren und Radladern, es fahren Busse, die Menschen füllen mit Schaufeln und Händen Sandsäcke ab. Es herrscht eine große Solidarität. Das stimmt uns zuversichtlich.“

Ich habe proaktiv einige Kunden angeschrieben.

Andre Faßbender, Makler

Gesellschaften sind kaum zu erreichen

Bundesweit am stärksten betroffen ist der Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Nach aktuellen Polizeiangaben sind hier 117 Todesopfer zu beklagen, 749 Menschen wurden verletzt. Mehrere Häuser wurden zerstört oder vollständig weggerissen.

Post bei Makler Faßbender (Bild: privat)
Post bei Makler Faßbender (Bild: privat)

Nur rund fünf Kilometer von Ahrweiler entfernt lebt Finanzmakler Andre Faßbender, geschäftsführender Gesellschafter der Faßbender Finanz GmbH & Co. KG – allerdings auf der rechten Rheinseite. „Bei uns war es wild, aber nicht so heftig wie linksrheinisch“, berichtete er am Freitagabend.

„Ich habe proaktiv einige Kunden angeschrieben und offensiv Hilfe angeboten. Meine Kunden haben es im Laufe der Stunden – sofern Strom und Internet wieder da war – dankend angenommen. Es war zum Glück nicht dramatisch bei ihnen, ‚nur‘ Sachschäden ohne Personenschäden“, sagt er.

Der GDV ist gefordert

„Das hier ist wie im Krieg. Etliche Bekannte sind bei Feuerwehr und THW sowie als Polizisten vor Ort, da spielen sich unfassbare Szenen ab. Das gesamte Ausmaß ist keinem bewusst, das bekommt man auch durch die Presse nicht dargestellt.

Bei den Gesellschaften erreicht man aktuell kaum jemanden. Die Kollegen, die ich erreiche, sind besorgt und bemüht, aber ich denke, hier muss was vom GDV [Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Anmerkung der Redaktion] kommen, das ist zu groß für einzelne Sachbearbeiter“, meint der Finanzmakler.

Der GDV hat Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass sich „dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zu einem der schadenträchtigsten seit 2013 entwickeln könnte“. Eine aktuelle Schätzung für die Schäden durch Tief „Bernd“ wird voraussichtlich Ende dieser Woche vorliegen (VersicherungsJournal 16.7.2021).

 
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