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Über die Tücken des Haftpflichtschutzes von Zahnärzten

7.10.2019 – Für jeden behandelnden Zahnarzt besteht das Risiko der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Haftung gegenüber seinen Patienten. Über die Berufshaftpflicht werden berechtigte Schadensersatzansprüche gegen den Zahnarzt, seine Mitarbeiter oder die Praxis beglichen. Wie die Absicherung des Zahnarztes entsprechend angegangen wird, beschreibt die Spezialmaklerin Nicole Gerwert im nachfolgenden Text.

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Ein Zahnarzt muss jederzeit berufsordnungsrechtlich gegenüber der zuständigen Landeszahnärztekammer beweisen können, dass er über eine ausreichende Berufshaftpflicht-Versicherung verfügt.

Nicole Gerwert (Bild: Elena Eraßmy)
Die Vermittlerin Nicole Gerwert hat sich auf die
Zielgruppe Zahnärzte spezialisiert (Bild: Elena Eraßmy)

Er muss den genannten Nachweis, einen ausreichenden Berufshaftpflichtschutz zu besitzen, lediglich über eine Selbsterklärung bei der Zahnärztekammer nachweisen. Diese Handhabung führt natürlich dazu, dass es tatsächlich Zahnärzte gibt, die ohne einen ausreichenden Versicherungsschutz praktizieren.

Idealerweise ist die Berufshaftpflicht individuell auf die versicherte Person abgestimmt und umfasst neben den üblichen Personen-, Sach- und Vermögensschäden alle Tätigkeiten, die eventuell zusätzlich ausgeführt werden.

Demzufolge sollten neben der Tätigkeit in einer Zahnarztpraxis oder einer Klinik auch alle Zusatzrisiken, wie zum Beispiel besondere Notdienste oder Gutachtertätigkeiten, und auch die sogenannten außerdienstlichen Tätigkeiten, wie etwa die Erste-Hilfe-Leistung oder Freundschaftsdienste, berücksichtigt werden.

Risikoanalyse Berufshaftpflicht

Die schriftliche Risikoanalyse, inklusive zum Beispiel des unterschriebenen Nachweises zum bestehenden Versicherungsschutz des Arbeitgebers, spielt für den Vermittler im Streitfall bei eigenen Haftungsfragen eine nicht unerhebliche Rolle.

Auf Grundlage dieser Risikoanalyse kann schließlich der richtige Versicherungsschutz über Tarifbücher der Versicherungs-Gesellschaften, Vergleichsprogramme oder -listen oder nach Rücksprache mit entsprechenden Sachexperten eruiert werden.

Risikoanalyse Berufshaftpflicht

Welchen Status hat der zu versichernde Kunde?

Assistenzzahnarzt ohne Gebietsbezeichnung

Assistenzzahnarzt mit Gebietsbezeichnung und vorliegender Kassenzulassung

Facharzt (zum Beispiel Facharzt der Oralchirurgie)

Niedergelassener Zahnarzt

Welche zusätzlichen außerdienstlichen Risiken bestehen?

Führt der Kunde Praxisvertretungen durch?

Schreibt der Kunde Gutachten? Et cetera

Welche Besonderheiten bestehen im dienstlichen Bereich des Kunden?

Ist der Kunde ausschließlich ambulant tätig?

Setzt der Kunde eigenverantwortlich Implantate?

Werden kosmetische Eingriffe durchgeführt (zum Beispiel Botox-Behandlungen)? Et cetera

Wenn angestellt, welcher Schutz besteht für den Zahnarzt über seinen Arbeitgeber?

Wenn selbstständig, welcher Schutz wird für das medizinische Personal sowie für weitere zahnärztliche Behandler in der Praxis benötigt?

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Deckungssummen

In diesem Zusammenhang steht auch die Wahl der Deckungssummen. Sie benennen die Entschädigungsgrenze für den einzelnen Schadensfall. In der Regel ist in den meisten Tarifbedingungen der Berufshaftpflicht-Versicherer folgende Regelung zur Deckungssumme vorzufinden:

  • 5.000.000 Euro pauschal für Personen- und Sachschäden,
  • 250.000 Euro für Vermögensschäden.

Die Höchstersatzleistung des Versicherers für alle Versicherungsfälle ist auf das Zweifache der Deckungssumme begrenzt. Diese Höhe wird auch in der Fachpresse und von Experten empfohlen.

In den 1980er und 1990er Jahren sind noch Verträge mit einer Deckungssumme von nur einer oder zwei Millionen Mark abgeschlossen worden. Dies ist heute für eine Schadenregulierung definitiv nicht mehr ausreichend. Ein solcher Vertrag müsste überprüft und optimiert werden. Neuzeitlich ist eine Deckungssumme unter drei Millionen Euro unverantwortlich.

Der Versicherer HDI spricht sich für Deckungssummen von mindestens fünf Millionen Euro aus. Laut Stephan Grüner, Leiter Kaufmännischer Geschäftsbereich der Bayrischen Landeszahnärztekammer (BLZK), hat jedoch nach wie vor etwa jeder vierte niedergelassene Zahnarzt eine Berufshaftpflicht-Versicherung mit einer zu geringen Deckungssumme.

Prämien steigen, die Anbieteranzahl sinkt

Der Tarifumfang, inklusive der Höhe der Deckungssumme, steht im kausalen Zusammenhang mit der Prämienentwicklung. Hier ist seit Jahren am Markt der Haftpflichtversicherer – aufgrund beispielsweise der wachsenden Klagebereitschaft von Patienten und stetig steigender Gerichtskosten – ein sehr eindeutiger Trend zu beobachten. Die Prämien steigen und die Anbieteranzahl sinkt.

Das ist gerade für Spezialisten im Zahnärztemarkt gravierend, da der Anbietermarkt für diese Nischenprodukte grundsätzlich sehr klein ist. Aus Sicht der Versicherer ist dieser Trend durchaus nachvollziehbar. Die Gefahr, dass bei einem Großschaden eine Insolvenz eintritt, ist real. Gerade im Bereich der Personenschäden sind zum einen größere Schadenregulierungen von − auch im Einzelfall − circa 500.000 Euro denkbar.

Späte Verjährung von Personenschäden

Zum anderen spielen unbekannte Risiken in diesem Bereich ebenfalls eine Rolle. Eine interessante Information in diesem Zusammenhang ist beispielsweise, dass in Deutschland Personenschäden gemäß § 199 Absatz 2 BGB erst nach 30 Jahren verjähren. Dies bedeutet für Versicherer ein ungewisses Bangen: Pensionierte oder bereits verstorbene Zahnärzte könnten hier noch zum Leistungsfall werden.

Aus diesem Grund werden Rückstellungen gebildet, die naturgemäß unter anderem über einen Teil der Prämieneinzahlungen angespart werden. Je größer das Versicherungs-mathematisch errechnete Risiko, desto höher die Jahresprämie für den Berufshaftpflichtschutz.

Lesetipp: Zielgruppenanalyse Zahnärzte
Zielgruppenanalyse Zahnärzte Cover (Bild: VersicherungsJournal)

Der vorstehende Text ist ein Auszug aus dem Buch „Zielgruppenanalyse Zahnärzte – Status, Bedarf und Lösungen: Chancen zur Spezialisierung“ der Versicherungsmaklerin Nicole Gerwert (VersicherungsJournal 20.1.2017).

Zahnärzte werden in Versicherungs- und Finanzangelegenheiten oft falsch beraten, so die Erfahrung der Autorin. Vielen Vermittlern und Finanzberatern fehle das Wissen über den Berufsstand, das für eine nachhaltige Zusammenarbeit von Beratern und Kunden notwendig ist.

In ihrem Buch erklärt Gerwert die Eigenarten und Voraussetzungen ihrer Zielgruppe im Detail. Sie zeigt, wie sich die abzusichernden Risiken gestalten und Lösungen berechnet werden. Ergänzend dazu liefert das Buch praktische Tipps, Checklisten und statistische Daten zur Entwicklung auf dem Zahnarztmarkt.

Nicole Gerwert

 
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