Studie deckt erhebliche Mängel beim Onlinevertrieb auf

13.2.2019 – Jede fünfte Versicherungs-Gesellschaft, die via Internet abschließbare Versicherungen vertreibt, bietet dabei keine Onlineberatung an. Einen expliziten Beratungsverzicht vom Kunden verlangen 14 Prozent. Dies sind Ergebnisse der von 67Rockwell, Professor Dr. Matthias Beenken und Rechtsanwalt Dr. Maximilian Teichler erstellten „IDD-Studie – Beratung und Beratungsverzicht im Fernabsatz“.

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Große Lücken bei der praktischen Umsetzung der IDD-Vorgaben für den Fernabsatz hat die 67Rockwell Consulting GmbH in einer Untersuchung zum Onlinevertrieb ausgemacht.

Bei dem von den meisten Versicherern gewählten Modell „Beratung und Beratungsverzicht“ werde der Begriff „Beratung“ – entgegen dem Sinne der IDD – meist nur als Erfüllung der gesetzlichen Fragepflicht verstanden (VersicherungsJournal 6.2.2019).

Online wird immer wichtiger

Am Dienstag hat das Beratungsunternehmen weitere Details der zusammen mit Professor Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund und Rechtsanwalt Dr. Maximilian Teichler erstellten Studie „IDD-Studie – Beratung und Beratungsverzicht im Fernabsatz“ veröffentlicht.

Demnach misst die Assekuranz dem Onlinevertrieb eine immer stärkere Bedeutung bei. So böten mittlerweile neun von zehn der insgesamt 135 untersuchten Versicherer Onlineprodukte an. Allerdings sei nur in der Hälfte der Fälle ein Onlineabschluss möglich.

Die Untersuchung hat ferner ergeben, dass bei jedem fünften im Internet abschließbaren Produkt keine Onlineberatung angeboten wird. Darüber hinaus werde in jedem siebten Fall von den Kunden explizit ein Beratungsverzicht verlangt.

Häufig ohne Beratung

In den untersuchten Bereichen Risikolebens-, Zahnzusatz-, Hausrat-, Kraftfahrt- und Reiseversicherung zeigen sich deutliche Unterschiede, was die Möglichkeit eines Onlineabschlusses betrifft. Hier variiert der Anteil je nach Sparte zwischen zehn und 60 Prozent. Dabei wird in bis zu jedem zweiten Fall keine Onlineberatung angeboten und/oder ein Beratungsverzicht verlangt.

In der Risikolebens-Versicherung etwa ist nur bei jedem sechsten der 36 untersuchten Anbieter ein Onlinevertragsabschluss möglich. Ein solcher kann ausschließlich nach vorherigem Beratungsverzicht getätigt werden.

Beratungsverzicht verlangt

Bei 85 Prozent der untersuchten 72 (28 Kraftfahrt-, 29 Hausrat- und 15 Reise-) Kompositversicherer gibt es 67Rockwell zufolge die Möglichkeit zum Onlineabschluss. In jedem fünften Fall davon wird das Produkt ohne Beratung vertrieben, wobei in drei von vier Fällen ein Beratungsverzicht verlangt wird.

Komposit (Bild: 67Rockwell)
(Bild: 67Rockwell, Auszug aus der Studie „IDD-Studie – Beratung und Beratungsverzicht im Fernabsatz“)

Beispiel Kraftfahrtversicherung: Laut der Studie bieten 54 Prozent der untersuchten Anbieter einen Onlineabschluss an. 30 Prozent davon vertreiben ihr Produkt ohne Beratung, 20 Prozent verlangen einen Beratungsverzicht.

 
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