WERBUNG

Sprung vom Beamten zum Makler wird zum Wettbewerbsvorteil

22.2.2021 – Eine Spezialisierung kann zum beruflichen Erfolgsmodell werden, meint der Makler Peter Hennig. Der ehemalige Polizeibeamte konzentriert sich auf die Beratung von Angehörigen des Polizeidiensts. Im Interview mit dem VersicherungsJournal berichtet er über seinen Berufsweg und -wechsel und erklärt, was die Betreuung der Zielgruppe Polizeibeamte ausmacht.

VersicherungsJournal: Herr Hennig, Sie arbeiten als Versicherungsmakler in Dresden, 2013 haben Sie Ihren Betrieb gegründet. Dabei war bei Ihrem Start ins Berufsleben ein ganz anderer Lebensweg geplant: Sie waren im Polizeidienst tätig und sogar schon Beamter auf Lebenszeit. Was hat Sie zunächst zur Polizei gebracht und wie haben Sie Ihre Arbeit dort erlebt?

Peter Hennig (Bild. privat)
Peter Hennig (Bild. privat)

Peter Hennig: Im Grunde ist es so, dass meine Familie vom Polizeiberuf maßgeblich geprägt ist. Mein Vater war Kriminalbeamter und Dezernatsleiter, er ist mittlerweile in Pension. Auch meine Tante und mein Onkel sind Polizisten gewesen und mein Bruder ist noch im aktiven Polizeidienst auf dem Revier tätig. Im „passiven Miterleben“ des beruflichen Alltags in der Familie ist mir der Beruf immer als sehr abwechslungsreich und spannend erschienen. Man konnte Menschen helfen und etwas Gutes tun.

Meine Ausbildung begann im März 2007 in Chemnitz und ich war sehr stolz darauf, einer von 25 Auszubildenden des kompletten Jahrgangs 2007 zu sein. Es gab immerhin 1.800 Bewerber auf die freien Plätze. Die Ausbildung beinhaltete sowohl theoretisches Fachwissen zu den Gesetzen als auch deren Anwendung bis hin zum Kommunikations- und Verhaltenstraining, zur taktischen Ausbildung sowie dem Schießen und der Selbstverteidigung. Alles in allem sehr spannend und in vielerlei Hinsicht komplett neu für mich.

Als ich 2009 zur Bereitschaftspolizei Dresden als fertig ausgebildeter Polizist kam, war dann der Alltag hauptsächlich von Demonstrationen, Fußballspielen oder ähnlichen Großeinsätzen geprägt. Nur selten konnte man den „eigentlichen Polizeidienst“, also die Revierarbeit ausüben. Hin und wieder war auch hier Weiterbildung angesagt, auch war der Dienst in der Bereitschaftspolizei von vielen Sporteinheiten durchzogen. Besonders die Eigenverantwortung und das selbsttätige Handeln gemeinsam mit Kollegen, die man mit der Zeit als eine Art Familie betrachtete, machte viel Freude.

Es ist unglaublich interessant, zu erkennen, wie man die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken kann, ohne seinen Lebensstandard einzuschränken.

VersicherungsJournal: Zur beruflichen Umorientierung kam es im Jahr 2012. Sie sagen, Sie hätten damals in das Maklergeschäft „hineingeschnuppert“. Was war passiert und was hat Sie dazu bewogen, den Wechsel in die neue Berufswelt zu wagen?

Hennig: Man muss dazu sagen dass ich mich schon immer für Themen der Finanzwelt interessiert habe. Vor allem der Bereich Immobilie hat es mir angetan, da ich festgestellt hatte, dass irgendwie (alle) vermögenden Menschen, die ich selbst kannte, Immobilien besitzen.

Damals erhielt ich von einem Kollegen eine Empfehlung zu einem Maklerkontakt, dieser sollte wertvolle Tipps und Tricks in Bezug auf das Thema „Finanzen“ auf Lager haben. Kurzentschlossen bin ich dieser Empfehlung gefolgt und investierte die wenige mir zu Verfügung stehende freie Zeit, den Mann kennenzulernen. Das durch den Makler vermittelte Wissen und die dadurch aufkommenden Möglichkeiten empfand ich als absolut genial. Genau das habe ich schon immer erreichen wollen.

In mir entstand das Bedürfnis, all den mir wichtigen Menschen von diesen so empfundenen genialen Strategien zu erzählen. Schließlich hatte irgendwie jeder weniger Geld als die Bedürfnisse ihm abverlangten. Dementsprechend war es nur folgerichtig, dass es unglaublich interessant sein muss, zu erkennen, wie man die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken kann, ohne seinen Lebensstandard einzuschränken.

Letztlich habe ich mich für das Maklergeschäft entschieden, weil ich dort einen viel größeren Mehrwert für die Gesellschaft gesehen habe.

VersicherungsJournal: Sie haben den Beamtenstatus aufgegeben und damit eine nach Ansicht vieler Arbeitnehmer sichere und auskömmliche Perspektive. Was macht das Maklerwesen und die Selbstständigkeit so attraktiv, dass Sie dafür die Verbeamtung aufgegeben haben?

Hennig: Zunächst habe ich mich dazu entschlossen, nebenbei die Maklerei auszuüben, als Assistent sozusagen. Ich war selbst so begeistert von den vielen Möglichkeiten beim Thema Sicherheit, die man als Beamter nicht kennt, aber nutzen kann. Anhand meiner eigenen Situation habe ich zudem in relativ kurzer Zeit so viele positive Veränderungen in puncto Absicherung erlebt, dass es mir überhaupt nicht schwergefallen ist, meine Kollegen mit meiner Begeisterung anzustecken. Ich konnte aus meiner eigenen Erfahrung berichten, was oft mehr wog als fachliches Wissen.

Diese Begeisterungswelle durchzog gänzlich meine privaten Kontakte und schwappte dann sozusagen in Empfehlungen hin zu völlig neuen Beamtenkontakten über. Nach ungefähr einem Jahr stand ich dann zwangsweise vor der Entscheidung, wie ich weitermachen möchte. Durch die vielen Beratungspotenziale war ich so ausgelastet, dass mein Tag eigentlich 48 Stunden hätte haben müssen. Letztlich habe ich mich für das Maklergeschäft entschieden, weil ich dort einen viel größeren Mehrwert für die Gesellschaft gesehen habe. Ich habe Menschen, die mir nahestanden, geholfen und konnte miterleben, wie sie dadurch ihre Ziele schneller, einfacher und sicherer erreicht haben. Deren Dankbarkeit war enorm und das hat mir große Zufriedenheit bereitet – mehr, als es der Polizeiberuf tun konnte.

VersicherungsJournal: Und was haben Sie als Polizeibeamter gelernt, das Ihnen auch im heutigen Berufsleben noch nützt und dort Anwendung findet? Zumal Sie Ihren alten Kollegen in gewisser Weise treu geblieben sind, denn Sie haben sich auf die Zielgruppe Polizeibeamte und -beamtinnen spezialisiert.

Hennig: Ein wirklich wesentliches Element ist aus meiner Sicht, dass ich als Polizist gelernt habe, Gesetze zu lesen, zu verstehen und anzuwenden. Dadurch, dass ich als Finanzmakler auf der einen Seite die Ziele und Wünsche der Mandanten aufnehme und auf der anderen Seite Produkte finde, die passgenau zu diesen Anliegen passen, muss ich sehr viel Kleingedrucktes lesen, um zu erkennen, ob das Produkt dem Mandanten wirklich dient und sein Bedürfnis bestmöglich befriedigt wird.

Weiterhin habe auch ich mal am Anfang gestanden und wusste nicht, welche Absicherungen ich speziell als Polizist brauche und inwiefern ich mich zum Beispiel auf die Gewerkschaften verlassen kann. Man kann sagen, dass ich sowohl die Arbeit als auch die Menschen, die diesen Job ausüben, kenne und deswegen auch weiß, was sie befürchten und was sie sich wünschen. Abgerundet wird der Erfahrungsschatz durch den Fachjargon, der selbst nach all den Jahren immer noch völlig selbstverständlich in meiner täglichen Kommunikation auftaucht. Ich spreche dieselbe Sprache – und das verbindet.

Viele Makler und freie Vermittler trauen sich nicht an die Beamten heran, weil deren Bedürfnisse bezogen auf den Beruf sehr kompliziert abzusichern seien.

VersicherungsJournal: Polizeibeamte und -beamtinnen machen circa 90 Prozent Ihres Kundenbestands aus. Haben Sie diesen Schwerpunkt von Anfang an bewusst gesetzt?

Hennig: Ja und nein. Am Anfang war mir gar nicht klar, dass ich mich auf eine bestimmte Gruppe von Kunden konzentrieren werde. Ich ging davon aus, dass alle Menschen gleichermaßen dieselben Themen haben. Verallgemeinert: zu hohe Ausgaben, weswegen nicht alle Wünsche erfüllt werden können.

Im Laufe der Zeit kam ein langjähriger Makler, ein alter Hase, zu mir, und riet mir sehr energisch, mich auf die Gruppe der Polizeibeamten zu konzentrieren. Er teilte mir mit, dass viele Makler und freie Vermittler sich nicht an die Beamten herantrauen würden, weil deren Bedürfnisse bezogen auf den Beruf sehr kompliziert abzusichern seien. Ich hätte durch meine eigenen Erfahrungen einen massiven Wettbewerbsvorteil und sollte das unbedingt nutzen. Das habe ich auch getan, und im Nachgang sollte der Mann Recht behalten.

Ich möchte es Interessierten so einfach wie möglich machen, mich zu kontaktieren.

VersicherungsJournal: Sie sagen, dass Ihr Kundenstamm über Empfehlungen gewachsen ist. Zugleich betreiben Sie ein aktives Marketing, etwa über die sozialen Medien. Welche Maßnahmen führen Sie hier beispielsweise durch und welchen Einfluss haben diese Aktivitäten auf Ihr Maklergeschäft?

Hennig: Im Laufe der Jahre ist das Marketing gewachsen und ich bin in verschiedenen, derzeit gängigen sozialen Medien zu finden. Ich betreibe einen Youtube-Kanal, einen Blog, man findet mich auf Instagram ebenso wie auf Facebook. Dort greife ich jeweils die geläufigsten Themen in Hinblick auf den Berufsalltag auf, erkläre aus Maklersicht, welche speziellen Vertragsklauseln es zu beachten gilt, und versuche, es den Beamten so einfach wie nur irgend möglich zu machen, eine noch vorhandene Unsicherheit zu beseitigen.

Für meine Mandanten drehe ich einmal im Monat eine Folge „DeinFinanzmakler TV“, welche eine sehr persönliche Note trägt, damit man auch mal den „Menschen hinter dem Anzug“ kennenlernt. Ich erzähle zum Beispiel, welche Anschaffung unter 100 Euro mir einen großen Mehrwert geliefert hat und warum, welches Buch ich gerade lese, und natürlich auch, was aktuell am Markt passiert.

Weiterhin möchte ich es Interessierten so einfach wie möglich machen, mich zu kontaktieren. Deswegen pflege ich ein Online-Terminbuchungssystem, berate online deutschlandweit und betreibe eine 24-Stunden-Hotline zum Ortstarif. Zudem gebe ich Webinare und biete Mandanten auch eine Dein-Finanzmakler-App für das Smartphone. Mit ihr kann man sich einen Überblick über alle eigenen Verträge und Finanzen verschaffen und verpasst keine wesentlichen Neuigkeiten mehr.

Meistens informieren sich interessierte Personen erst im Internet über mich (deswegen ist der häufigste Suchbegriff, über den ich gefunden werde, auch „Peter Hennig Finanzmakler“), bevor sie mich kontaktieren. Da bieten diese Plattformen und Systeme eine gute Möglichkeit dafür.

Ein Zusammentun mit anderen Spezialisten ist extrem wichtig, ohne ein geeignetes Netzwerk, geht man aus meiner Sicht unter.

VersicherungsJournal: Nun ist die Zielgruppe Beamte ja sehr groß und der Beratungsbedarf bei einem Richter, Lehrer oder Polizisten durchaus unterschiedlich. Was empfehlen Sie Kolleginnen und Kollegen, die sich spezialisieren möchten? Sollte man sich auf eine Berufsgruppe beschränken oder vielleicht auf eine Region? Und wie wichtig ist es, sich mit anderen zusammenzutun?

Hennig: Meine klare Empfehlung ist, sich auf eine ganz bestimmte Berufsgruppe zu konzentrieren. Zum einen, um das Fachwissen, das man für eine ganzheitliche Beratung benötigt, zu erhalten. Zum anderen, um den Menschen beziehungsweise die Zielgruppe wirklich intensiv kennen- und verstehen zu lernen, um genau zu wissen, was sie möchten und was sie vermeiden wollen.

Zu einem späteren Zeitpunkt kann man dann auch gern eine ähnliche Zielgruppe mit hinzunehmen. Ich habe zum Beispiel einen Kollegen, der sich auf Finanzbeamte und Lehrer spezialisiert hat. Seiner Aussage nach ist die Beratung recht umfangreich und sehr kompliziert. Dafür hat man dann allerdings auch eine sehr loyale, zuverlässige und treue Mandantschaft.

Ein Zusammentun mit anderen Spezialisten ist extrem wichtig, ohne ein geeignetes Netzwerk, geht man aus meiner Sicht unter. Um den Mandanten wirklich vollumfänglich zu helfen, hat man gar keine andere Chance, als externe Experten mit einzubeziehen. Das wären etwa Steuerberater, Anwälte oder Finanzierungs-Spezialisten. Dementsprechend habe ich als Spezialist für den öffentlichen Dienst über die Jahre ein Expertennetzwerk aufgebaut, das es mir ermöglicht, all die Dinge, die ich selbst nicht kann, über entsprechende Partner abzubilden.

Die Fragen stellte

WERBUNG
Schlagwörter zu diesem Artikel
App · Ausbildung · Immobilie · Marketing · Pension · Social Media · Strategie · Versicherungsmakler · Zielgruppe
 
WERBUNG
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Kurzumfrage – Ihre Meinung ist gefragt!

WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Mediadaten.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Erfolgreich Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie in einem Praktikerhandbuch.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
25.1.2021 – Wie seine Aussage einzuordnen ist, erklärt der Vertriebsexperte und Selfmade-Millionär Grant Cardone in einem Live-Gespräch mit Dr. Robin Kiera. Die Social-Media-Legende Gary Vaynerchuk wiederum meint, dass „Versicherung ein Beziehungsbusiness ist”. (Bild: privat) mehr ...
 
14.10.2015 – Nach der Neuausrichtung in Leben nennt die HDI Leben nun auch die Feinheiten für die bAV. Bei diversen Vertrieben und Dienstleistern hat sich in den letzten Wochen ebenfalls einiges getan. mehr ...
 
25.2.2013 – „Homepages ohne bewegte Bilder sind schon heute Homepages von vorgestern“, meint Unternehmensberater Steffen Ritter und macht Mut: „Videos zu erstellen ist mittlerweile fast so einfach wie Fotografieren.“ mehr ...
 
26.2.2021 – Manchmal hilft der Blick über den Tellerrand, um von Top-Marken zu lernen, wie diese ihren geschäftlichen Erfolg begründet haben. Über das Beispiel Apple berichtet Guy Kawasaki, Silicon-Valley-Veteran und Mitstreiter von Steve Jobs, im Gespräch mit Digitalscouting. (Bild: privat) mehr ...
 
4.9.2020 – Die Branche verpasst die Social-Media-Trends und lässt sich lieber auf „Rudis Resterampe“ veraltete und teure Webauftritte verkaufen, so Dr. Robin Kiera in seiner Kolumne „Kiera kommentiert“. Die Musik spielt längst woanders – und der Run auf persönliche Beratung ist dort groß. (Bild: privat) mehr ...
 
30.10.2015 – Die Preisträger des Jungmakler/in-Award 2015 wurden nach neuem Modus gestern auf der DKM gekürt. Redner und Unternehmensberater Steffen Ritter nannte Erfolgsrezepte der Generation Y. (Bild: Jeworrek) mehr ...
 
30.6.2015 – Die Versicherungswirtschaft weitet ihre Hilfsangebote für den Vertrieb weiter aus. Mehr und mehr geht es dabei nicht mehr allein um Effizienz-Erhöhung bei der Antrags-Abwicklung. (Bild: HDI) mehr ...