So (un)bedeutend ist das private Kompositgeschäft für Makler

4.7.2019 – Die Bedeutung der privaten Schaden-/Unfallversicherung nimmt im unabhängigen Vermittlermarkt laut einer Asscompact-Studie deutlich zu. Die IDD-Umsetzung oder die Provisionskürzungen in Leben durch LVRG und den bevorstehenden Provisionsdeckel spielen dabei allerdings nicht die größte Rolle. Als wichtigste Herausforderungen werden die Digitalisierung, Komplexität der Tarife und Bedingungen sowie die zunehmende Konkurrenz im „Massengeschäft“ durch Direktanbieter, Vergleichsportale, Insurtechs gesehen. Dies zeigt die Asscompact-„Marktstudie Privates Schaden-/Unfallgeschäft 2019“.

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Das Vermittlungsgeschäft in der privaten Schaden-/Unfallversicherung gewinnt nach Einschätzung von Versicherungsmaklern und Mehrfachvertretern immer mehr an Relevanz. Spielte das private Komposit-Geschäft aus heutiger Sicht vor fünf Jahren nur für 60,5 Prozent eine „(sehr) große“ Rolle, so gilt dies aktuell bereits für 73,4 Prozent. In fünf Jahren werden 76,3 Prozent erwartet.

Dies ist ein Ergebnis der Asscompact-„Marktstudie Privates Schaden-/Unfallgeschäft 2019“. In dieser wurden auch die Geschäftsanteile der einzelnen Anbieter in der Hausrat-, Wohngebäude-, Privathaftpflicht- und privaten Unfallversicherung ermittelt (VersicherungsJournal 4.7.2019).

Die Untersuchung der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH basiert auf einer zwischen Ende April und Mitte Mai 2019 durchgeführten Online-Umfrage unter 408 unabhängigen Vermittlern. Diese sind zum Großteil als Versicherungsmakler tätig.

LVRG nicht der Hauptgrund

Als Hauptgründe für die steigende Relevanz nannten die Befragten nicht etwa die Veränderungen der Lebensversicherungs-Provisionen in Folge des LVRG (VersicherungsJournal 24.4.2017, 20.6.2017) oder den drohenden Provisionsdeckel (VersicherungsJournal 20.6.2019).

Auch das infolge der IDD-Umsetzung nun vorgeschriebene „Handeln im bestmöglichen Interesse des Kunden“ (VersicherungsJournal 24.7.2018) landete nicht auf den vordersten Plätzen. Diese beiden Gründe wurden von nicht einmal jedem dritten Befragten genannt.

An der Spitze liegt weiterhin der Grund „Bestandssicherung/ Bestandsaufbau“, wie aktuell über zwei Drittel der unabhängigen Vermittler angaben. An zweiter Stelle rangiert die veränderte Nachfrage der Kunden mit einem Anteil von über 40 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

Umsatztrends in Schaden/Unfall

Gefragt wurde im Rahmen der Studie ferner, welchen Umsatztrend die Befragten ganz allgemein für den Absatz der einzelnen Komposit-Produktlösungen in den kommenden ein bis drei Jahren sehen. An der Spitze liegt die Wohngebäudeversicherung. Mehr als jeder zweite Makler und Mehrfachvertreter erwartet „viel bessere“ oder zumindest „eher bessere“ Umsätze.

Dahinter folgen die Segmente Rechtsschutz, Privathaftpflicht und Hausrat mit Anteilen von jeweils um die 44 Prozent (Mehrfachnennungen möglich). Abgeschlagen an letzter Stelle findet sich die Kfz-Versicherung wieder, die nur von gut jedem fünften Befragten genannt wurde.

Umsatztrends Komposit (Bild: Wichert)

Aktuelle Herausforderungen

Ermittelt wurde im Rahmen der Untersuchung auch, welche Herausforderungen die unabhängigen Vermittler aktuell im privaten Schaden-/Unfallgeschäft sehen. Am häufigsten – von deutlich mehr als jedem zweiten Befragten – wird hier die „Digitalisierung im Allgemeinen“ genannt.

Jeweils über vier von zehn Vermittlern nannten „Komplexität der Tarife und Bedingungen zu überblicken“, „zunehmende Konkurrenz im ‚Massengeschäft‘ durch Direktanbieter, Vergleichsportale, Insurtechs et cetera“ sowie „Bestandssicherung/ Bestandsaufbau“.

Die „Dominanz der Ausschließlichkeits-Vertriebe“ beziehungsweise der „Umgang mit Interessenkonflikten, insbesondere bezüglich Vergütungen und Anreizen“ werden hingegen nur von höchstens jedem 20. Befragten als Herausforderung angesehen.

Die 670-seitige Untersuchung „Marktstudie Privates Schaden-/Unfallgeschäft 2019“ kann für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Florian Stasch per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575838 bestellt werden.

 
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