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Makler haben kein Vertrauen in Run-off-Firmen

5.9.2019 – Maxpool hat seine Kooperationspartner nach ihrer Meinung zu Abwicklungsplattformen in der Lebensversicherung befragt. Demnach ist das Misstrauen der Makler ist groß, allerdings auch die Unsicherheit gegenüber Kunden, deren Vertrag an ein Run-off-Unternehmen weitergereicht wird. Der geplante Provisionsdeckel wird von der Mehrheit der Befragten klar abgelehnt.

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Die Maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH befragte im September nach eigenen Angaben rund 7.000 Kooperationspartner zum Thema „Run-off-Anbieter“ in der Lebensversicherung. 75 Prozent der befragten Vermittler vertrauen diesen Gesellschaften nicht.

Denn die Teilnehmer der Maxpool-Umfrage halten die Unternehmen für deutlich „weniger leistungsfähig“ als aktiv gemanagte Lebensversicherer. 17 Prozent sieht hier keinen großen Unterschied und neun Prozent meint, dass eine Abwicklungsplattform vielleicht sogar leistungsfähiger sei.

Vorsicht in der Kunden-Beratung

Was die Beratung ihrer Kunden betrifft, bleiben die Vermittler allerdings vorsichtig. Nach Auswertung der Umfrageergebnisse von Maxpool raten die Partner nicht zu einer voreiligen Kündigung des Run-off-Vertrages.

„Die Versicherungsmakler können augenblicklich nicht beurteilen, ob eine Kündigung der Police gegen Auszahlung des reduzierten Rückkaufswertes pauschal sinnvoll ist. Daher raten insgesamt 96 Prozent der Befragten, eine Kündigung sehr genau zu prüfen, und solange erstmal am ‚Run-Off‘ teilzunehmen“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung zur Umfrage.

Diese Meinung würde sich unter den Befragten aber ändern, wenn die gemeinsame Forderung des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. und des Bundes der Versicherten e.V. (BdV) (VersicherungsJournal 28.8.2019) Gehör fände.

Wechsel nur unter bestimmten Voraussetzungen

Die Verbraucherschützer und der Vermittlerverband schlagen vor, den Betroffenen ein außerordentliches Wechsel- und Kündigungsrecht einzuräumen. Dann könne der Vertrag vollumfänglich an ein neues Versicherungs-Unternehmen weitergereicht werden oder der Kunde erhalte bei einer Kündigung den vollen Run-off-Übertragungswert.

Dazu fragte Maxpool seine Partner: „Würden Sie Ihren Kunden einen Versichererwechsel empfehlen, wenn er über seinen vollen angesparten Vertragswert (den Run-off-Übertragungswert) uneingeschränkt verfügen könnte?“

54 Prozent der Makler antworteten darauf mit „ja“, 17 Prozent mit „nein“ und 29 Prozent gaben an, dass sie den Sachverhalt nicht beurteilen könnten.

Maklerumfrage zum Run-off (Bild: Maxpool)
Bild: Maxpool

Knapp die Hälfte würde kostenfrei beraten

Nach dieser geforderten Besserstellung der Versicherten, über den vollen Vertragswert verfügen zu können, würden 54 Prozent der Befragten pauschal zu einem Anbieterwechsel oder zu einer Vertragskündigung raten. 29 Prozent der Makler würden den Vorgang trotzdem genau prüfen wollen. 17 Prozent der Befragten raten zu einem Verbleib in der Abwicklungsplattform.

Des Weiteren fragte der Pool seine Kooperationspartner auch nach der entsprechenden Bezahlung: „Würden Sie für die Beratung Ihres Kunden hinsichtlich eines Versichererwechsels im Falle eines Run-offs eine Vergütung erwarten?“

38 Prozent würde Geld vom neuen Produktgeber erwarten. „Ja, als Bearbeitungsgebühr, zahlbar vom Kunden“ antworten 15 Prozent. Knapp die Hälfte der befragten Vermittler (47) würde keine Vergütung vom Kunden erwarten, denn „ein Versichererwechsel im Falle eines Run-offs sollte kostenfrei beraten werden“.

Eine Peinlichkeit für die ansonsten so robuste und verlässliche Branche.

Maxpool-Geschäftsführer Oliver Drewes zu Run-off-Aktivitäten in der Lebensversicherung.

Auch Maxpool-Geschäftsführer Oliver Drewes vertritt zum Thema eine klare Position: „Der Vertrauensmissbrauch derjenigen Anbieter, die gegebene Garantieversprechen zusammen mit den Vertragsbeständen an ‚Abwicklungsplattformen‘ vielleicht sogar noch gewinnbringend verscherbeln, ist aus meiner Sicht wirklich unverzeihlich. Eine Peinlichkeit für die ansonsten so robuste und verlässliche Branche.“

Mehrheit lehnt Provisionsdeckel ab

Zusätzlich fragte der Maklerpool ab, ob seine Partner den geplanten Provisionsdeckel für richtig halten. Die Mehrheit der Vermittler (80 Prozent) findet die Regulierung der Vergütung „insgesamt verkehrt“, weil sie mehr schadet als nutzt. Eine Minderheit (14,3) findet den Deckel richtig, weil er „unangemessene Verkaufsanreize“ begrenzt.

Maklerumfrage zum Provisionsdeckel (Bild: Maxpool)
Bild: Maxpool

Nach der Einführung dieses Instruments würden „nur noch Besserverdiener mit größeren Vertragsvolumina eine umfassende Beratung bekommen“, meinen über 72 Prozent der Befragten. Die verbleibenden Teilnehmer (knapp 28) stellen sich dagegen. Sie meinen, dass „ein Provisionsdeckel keinerlei Auswirkungen auf die Beratungsqualität in der breiten Masse der Bevölkerung“ hätte.

 
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