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Elektronische Gesundheitsakte für Millionen Privatversicherte

13.6.2018 – Die PKV-Unternehmen DKV, Central und Signal Iduna kooperieren und bringen noch in diesem Jahr eine elektronische Gesundheitsakte auf den Markt. Sie setzen dabei auf eine Service-Lösung der IBM-Deutschland und der Techniker Krankenkasse. Auch die Allianz kooperiert mit der GKV und bietet ihren Versicherten mit dem digitalen Angebot „Vivy“ die Möglichkeit, ihre persönlichen Gesundheitsdaten in einer App zu verwalten. Das Ziel der neuen PKV-Angebote: Kosten senken, Mehrwert für die Versicherten schaffen und dem Wettbewerbsdruck branchenfremder Anbieter Paroli bieten.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen gehen Kooperationen ein und wollen noch in diesem Jahr mit elektronischen Gesundheitsakten (eGA) starten.

Vorreiter bei der Entwicklung war die Techniker Krankenkasse (TK): Das zugrundeliegende System entwickelten die IBM Deutschland GmbH und die TK gemeinsam. Die TK und IBM haben jetzt drei weitere Großkunden für das System einer eGA gewinnen können.

Die DKV Deutsche Krankenversicherung AG, die Central Krankenversicherung AG und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. werden künftig das System nutzen, um ihren Versicherten einen digitalen Zugang zu ihren Patienteninformationen zu bieten. Damit stehe der Service jetzt 17,5 Millionen Kunden zur Verfügung, so die DKV.

Elektronische Gesundheitsakte bietet Zusatzleistungen

Der Mehrwert für die PKV-Versicherten: Sie erhalten mit der eGA einen digitalen Zugang zu ihren Patientenakten. Sie können so auf die Daten ihrer Ärzte oder auch Röntgenaufnahmen via Smartphone zugreifen. Bei Notfällen sind einige Dokumente auch im Offline-Modus verfügbar, zeigen die PKV-Unternehmen die Leistungen auf.

Die eGA umfasst erste Versichertenservices wie Impfempfehlungen auf Basis digitaler Impfdaten. Ebenso sind Vorsorgeempfehlungen, die Verwaltung von Notfalldaten und die Analyse von Medikationsplänen vorgesehen. Die digitale Arztsuche, Services zur Onlineterminvereinbarung, der digitale Anamnesebogen und Services im Kontext der digitalen Arzt-Patienten-Kommunikation sollen folgen.

„Die Motivation der Leistungserbringer, teilzunehmen, wird sich aus der Erwartungshaltung der Patienten und Privatversicherten ergeben und eventuell über den Gesetzgeber“, erklärt die DKV auf Nachfrage vom VersicherungsJournal.

Die Gesundheitsakte sei komplett Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werde anonymisiert in der europäischen Cloud von IBM gespeichert, so das IT-Unternehmen. Die eGA soll dieses Jahr starten, der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

GKV-Versicherte ins Boot holen

Von zentraler Bedeutung für die PKV-Unternehmen sei „die systemübergreifende Nutzung der eGA durch einen gesetzlich Versicherten, der eine Zusatzversicherung in der PKV hat“. Hier wollen zukünftig die Techniker Krankenkasse, die ihren TK-Safe auf Basis der eGA bereits zur Marktreife führte, und die Envivas Krankenversicherung AG eng zusammenarbeiten.

Die Nutzung der eGA und ihrer Mehrwerte sei für die Versicherten freiwillig. Sie entscheiden als Souverän über die Verwendung ihrer Daten, versichert die DKV in einer Erklärung.

Bei der DKV, Central und Signal Iduna wird die elektronische Akte eingebettet in die jeweiligen Gesundheits-Apps der Unternehmen, die bereits heute von den Versicherten zur Rechnungseinreichung und Leistungserstattung genutzt werden. Die Einreichungsfunktion steht den Versicherten weiter zur Verfügung, ebenso können die historischen Daten der Versicherten aus den IT-Systemen der PKV in die eGA des Versicherten übertragen werden.

Allianz & Co. starten mit eigener Lösung

Einen ähnlichen Weg, aber mit einem anderen IT-System, schlagen Betriebs-, Ersatz- und Innungskrankenkassen sowie andere private Krankenversicherungen ein: Sie bieten ihren Versicherten mit dem digitalen Angebot „Vivy“ die Möglichkeit, ihre persönlichen Gesundheitsdaten in einer App zu verwalten.

Von Beginn an wird die systemübergreifende Lösung unterstützt von der Bitmarck, dem IT-Dienstleister von mehr als 90 Krankenkassen, sowie von der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG, der Barmenia Krankenversicherung a.G., der Gothaer Krankenversicherung AG und der Süddeutschen Krankenversicherung a.G.

Die App wird von der Vivy GmbH betrieben und von den anbietenden Kassen und Versicherungen als Service für ihre Kunden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Nutzung ist freiwillig. Die ersten Kassen und Versicherungen werden bereits ab Juli damit beginnen, ihren Versicherten die neue Gesundheitsakte anzubieten.

Gehostet wird die digitale Akte ausschließlich auf Servern in Deutschland, die hohen europäischen Datenschutzbestimmungen sollen so für Sicherheit sorgen, erklärt die Allianz dazu.

Gesundheitswesen effizienter aufstellen

Hintergrund für die Initiative der PKV-Unternehmen ist neben dem Wettbewerbsdruck auch der Kostendruck im Gesundheitswesen: Mehr Transparenz und eine passgenauere Behandlung nützen nicht nur dem einzelnen Patienten, sie nützen auch dem Gesundheitswesen und damit den PKV-Unternehmen. Am Ende könnte der gesamte Sektor dadurch effizienter und innovativer werden, und die Kosten würden insgesamt sinken.

Die DKV hat beispielsweise konkrete Erwartungen an die Kostenreduzierung, die mit der Einführung der eGA verbunden sind. Dazu gehören:

  • Vermeidung: mindestens Reduzierung von Doppelbehandlungen.
  • Verbesserung der Behandlungssicherheit durch vollständige Transparenz (insbesondere in Notfällen).
  • Einfache und sichere Weitergabe von Befunden.
  • Präventionsverhalten: Bewusstsein erhöhen.
  • Komfortable Belegeinreichung und Rückmeldung.

Investitionen der Versicherungen lohnt sich

Außerdem prüfen die privaten Krankenversicherer ihre Geschäftsmodelle: Sie wollen neue Mehrwerte wie die eGA schaffen, sonst könnten sie gegen branchenfremde Wettbewerber aus der IT-Szene wie Amazon verlieren.

Testversuche der Barmenia mit der elektronischen Patientenakte waren bereits erfolgreich, berichtete der Vorstandsvorsitzender Andreas Eurich im Rahmen einer VGA-Veranstaltung (VersicherungsJournal 31.1.2018). Nach Eurichs Meinung zeigen nicht nur die rasant steigenden Gesundheitsausgaben, sondern insbesondere der Eintritt von Amazon, Apple und Co. in diesen Markt (VersicherungsJournal 12.1.2018, 20.12.2017), dass sich Investitionen lohnen.

Versicherte sehen eGA positiv

Auch die Patienten scheinen beim Thema Datenschutz umzudenken: Jeder zweite gesetzlich Versicherte wünscht sich mehr digitale Angebote von seiner Krankenkasse. Besonders digitale Angebote, die den GKV-Versicherten echten Mehrwert bieten, Transparenz schaffen und die Abläufe vereinfachen, haben das Potenzial, Kassenmitglieder zu begeistern (VersicherungsJournal Medienspiegel 24.4.2018).

Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Trendstudie „Digitalisierung in der GKV – Was sich Mitglieder an digitalen Lösungen von ihrer Kasse wünschen“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts Heute und Morgen GmbH. 90 Prozent der GKV-Versicherten beurteilen die Idee der eGA mindestens „gut“, 64 Prozent davon als „sehr gut“ oder sogar als „hervorragend“.

Das Konzept der elektronischen Gesundheitsakte ist 58 Prozent der GKV-Versicherten bereits bekannt. Dabei hofft die große Mehrheit (88 Prozent) auf eine bessere medizinische Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte und Therapeuten. Zugleich erwarten die Versicherten mit der eGA auch, selbst ein umfassenderes Bild ihres eigenen Gesundheitszustandes zu gewinnen.

 
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