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DSGVO-Bilanz: Viel Arbeit und Prüfungen für Vermittlerbranche

24.5.2019 – Die Datenschutz-Grundverordnung regelt seit einem Jahr den digitalen Alltag. Die Zwischenbilanz der Vermittlerorganisationen BVK, BDVM und AfW fällt gemischt aus. Klar ist aber, Datenschutz sollte für den unabhängigen Vertrieb erste Priorität haben. Denn Ignoranz kann teuer werden und Kunden kosten.

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Im Mai 2016 hatte die Europäische Union die EU-Datenschutz-Grundverordnung verabschiedet. Sie stellte den Datenschutz in der europäischen Gemeinschaft auf eine neue Basis. Der Start verlief in Deutschland eher holprig (VersicherungsJournal 20.4.2018, 20.12.2016).

Auch Versicherungsvermittler, die als Hüter besonders sensibler Informationen wie der persönlichen Daten ihrer Kunden besondere Verantwortung tragen (VersicherungsJournal 12.2.2018), waren bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung gefordert.

Fazit fällt gemischt aus

Michael H. heinz (Archivbild: Brüss)
Michael H. heinz (Archivbild: Brüss)

Am 25. Mai wird die Verordnung in Deutschland nun seit einem Jahr in Kraft sein. Wie sieht die Zwischenbilanz aus Vermittlersicht aus? Wie haben die Interessensvertreter des Vertriebs und ihre Mitglieder das erste Jahr DSGVO erlebt? Die Bilanz der Organisationen fällt durchaus gemischt aus.

„Das erste Jahr war von einer großen Verunsicherung in der Branche geprägt, weil die DSGVO allein aus 99 Artikeln sowie 172 Erwägungsgründen besteht. Dies stellte die Vermittlerbranche, die überwiegend durch kleinere Vermittlerbüros gekennzeichnet ist, vor viel Arbeit und Prüfungen des betriebsinternen Datenschutzes nach der DSGVO“, erklärt Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), gegenüber dem VersicherungsJournal.

Eher entspannt gibt sich dagegen Dr. Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler e.V. (BDVM): „Unsere Mitglieder haben sich an die Vorgaben gewöhnt und sie können damit umgehen. Trotzdem ist Datenschutz ein riesiges Thema, das wohl noch keiner perfekt ausfüllen kann, weder Unternehmen, noch Kunden.“

Großunternehmen im Vorteil

Norman Wirth (Bild: Christoph Rieken)
Norman Wirth (Bild: Christoph Rieken)

Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand vom AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V., sieht Konzerne klar im Vorteil. „Große Unternehmen handeln und sind – bei allem zu betreibendem Aufwand – eher in der Lage mit den Anforderungen klarzukommen, als die vielen Einzelkämpfer und mittelständischen Unternehmen.“

Nicht wenige dieser kleineren Firmen hätten aus Angst vor Abmahnungen oder hohen Bußgeldern ihre digitalen Aktivitäten eingestellt: ob es nur die Facebook-Präsenz sei oder auch gleich die eigene Webseite, unterstreicht Wirth auf Nachfrage.

„Der Bürokratieaufwand für die DSGVO ist immens und sollte entschlackt und auf ein angemessenes Maß zurückgeführt werden“, stimmt Heinz vom Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute zu.

Datenschutz ist für Makler eine wichtige Währung

Bei den AfW-Mitgliedern sieht Wirth zwei Lager: diejenigen, die schon zum Inkrafttreten der DSGVO gut aufgestellt waren. Und die zweite Gruppe, die voller Frust über die aus ihrer Sicht neuerliche Regulierungsorgie das Handtuch warfen und frei nach dem Motto „erst mal abwarten“ reagierten.

Das sei aber keinesfalls zu empfehlen. „Datenschutz ist Chefsache! Kopf in den Sand stecken, kann teuer werden!“, so der AfW-Vorstand.

Hans-Georg Jenssen (Archivbild: Winkel)
Hans-Georg Jenssen (Archivbild: Winkel)

Die gleiche Linie, was die Bedeutung des Datenschutzes für Vermittler betrifft, vertritt auch Jenssen vom BDVM: „Daten und ihr Schutz sind für Makler eine der wichtigsten Währungen. Denn die Sicherheit ihrer Daten erwarten auch unsere Kunden. Daher sollte die DSGVO für unsere Mitglieder auch erste Priorität haben. Die DSGVO ist die Basis für eine funktionierende digitale Welt.“

Thema für die Wiedervorlage

Die Empfehlung für die nächsten Jahre DSGVO liegt auf der Hand: „Wir raten unseren Mitgliedern, die DSGVO ernst zu nehmen und die Vorgaben zu erfüllen“, so Heinz vom BVK.

AfW-Vorstand Wirth geht noch einen Schritt weiter: „Das Thema gehört einmal im Jahr auf Wiedervorlage: Mitarbeiterschulung und -belehrung, Aktualisierung des Verarbeitungs-Verzeichnisses, Überprüfung der vertraglichen Regelungen mit externen Firmen. Das ist nicht anders als der TÜV für das Auto oder die Prophylaxe beim Zahnarzt.“

Oberster Datenschützer sieht bürokratische Hürden

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zog im Interview mit Ulrich Kelber, dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, ein erstes Fazit. „Meine Bilanz fällt positiv aus. Das Gesetz hat dazu geführt, dass sich alle Seiten mehr mit Datenschutz auseinandersetzen: Unternehmen, Behörden, Bürgerinnen und Bürger“, erklärte Deutschlands oberster Datenschützer auf der Website des GDV am Donnerstag.

Die DSGVO entwickele sich zum Standard für Datenschutz weltweit. „Wir sehen durchaus noch Lücken, zum Beispiel beim Profiling und Scoring. Und wir werden offen über bürokratische Hürden sprechen, insbesondere bei den Informations- und Dokumentationspflichten der Unternehmen“, so Kelber.

Dort gebe es sicher Luft für Entlastungen, ohne „das Level an Datenschutz zu senken“, versicherte der Datenschützer in Richtung Unternehmen.

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