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Coronakrise: Makler fürchten schlechtes Geschäftsjahr

28.4.2020 – Die Stimmung bei den Vermittlern ist nicht gut: Das Neugeschäft leidet unter fehlenden persönlichen Kontakten mit den Kunden. Besonders trifft das Vertreter, die ihren Geschäftsschwerpunkt in den Sparten Leben und Kranken haben. Das zeigen Befragungen der G/D/P Markt- und Sozialforschung und dem MRTK sowie eine Umfrage des BVK.

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Welchen Einfluss hat die Coronakrise auf das Geschäft der Vertriebswege? 86 Prozent der Makler sagen, dass sie die Folgen durchaus spüren. 41 Prozent stellen sogar einen „gravierenden Einfluss“ auf ihren Betrieb fest. Nur elf Prozent sehen nach eigener Aussage keine „nennenswerten Effekte“.

Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der G/D/P Markt- und Sozialforschung GmbH in Kooperation mit Marketing Research Team Kieseler (MRTK) zur aktuellen Stimmung im Vertrieb. Für die Auswertung befragten die Marktforscher vom 1. bis zum 7. April mittels computerunterstützter Telefoninterviews (Cati) 221 Makler und Mehrfachagenten aus dem Bundesgebiet.

Vertrieb: Leben und Kranken besonders betroffen

Maklerbüros mit vier und mehr Mitarbeitern sind laut Erhebung von der Krise derzeit deutlicher betroffen als Ein-Mann-Betriebe. 41 Prozent beobachten hier Einschnitte im Alltagsgeschäft. Bei „Einzelkämpfern“ sind es 35 Prozent.

Nur 13 Prozent der größeren Maklerbüros mit mehr als vier Mitarbeitern spüren noch keine nennenswerten Effekte der Corona-Krise.

(Bild: G/D/P)

Am stärksten betroffen sind Vermittler, die ihren Schwerpunkt in den Sparten Leben (54 Prozent) und Kranken (50 Prozent) haben. Makler, die sich verstärkt auf Rechtsschutz oder das Sach/HUK-Geschäft konzentrieren, spüren mit 30 Prozent etwas weniger Auswirkungen.

Die Folgen der aktuellen Ausnahmesituation sehen Vermittler im Gewerbekunden-Segment ähnlich, wie die Betreuer von Privatkunden. 28 Prozent der Makler, die Firmenkunden betreuen, beobachten wenige oder keine Effekte. Beim Vertrieb mit Schwerpunkt Privatkunden liegt der Anteil bei 23 Prozent.

Persönliche Kontakt zum Kunden fehlt

Die Herausforderungen im Kundendialog durch Kontaktverbote und Ausgangssperren und die damit einhergehenden Nachfrageeinbrüche belasten die Makler laut der Umfrage am meisten. Bei den Gründen für die Einbußen waren Mehrfachnennungen der Teilnehmer möglich.

Weniger Termine und der fehlende Kundenkontakt geben 42 Prozent der Befragten als große Hürde im aktuellen Tagesgeschäft an. Einbrüche bei der Akquise, im Abschluss und dementsprechend beim Umsatz stellen 39 Prozent fest. Weniger Neuabschlüsse sowie nachlassende Nachfrage nennen 17 Prozent.

Jeder fünfte Makler kämpft aktuell außerdem mit Stornierungen oder Kündigungen seiner Kunden (20 Prozent). Einen Anstieg der Kundenanfragen beziehungsweise einen höheren Arbeitsaufwand aufgrund der Pandemie nennen nur sieben Prozent der befragten Vermittler.

Die Auswertung der Umfrage „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Maklermarkt in der Versicherungswirtschaft“ (PDF, 1,1 MB) steht Interessenten kostenlos zur Verfügung.

BVK: schlechteres Ergebnis für 2020

Auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) legte am Montag eine Erhebung vor. Von den 1.628 Teilnehmern klagen hier Zweidrittel über Umsatzeinbußen. Weitere 25 Prozent können noch nicht absehen, wie sich das Geschäft entwickeln wird, so der Verband in einer Mitteilung.

Nach Vertriebswegen sind Mehrfachvertreter mit einem Umsatzrückgang von im Schnitt 43,3 Prozent stärker betroffen als Makler (knapp 39 Prozent) und Einfirmenvertreter (knapp 38 Prozent).

Von Stornierungen und Vertragskündigungen seien alle Sparten betroffen, betont der BVK. Allerdings hätten Leben und Kranken mit 90 Prozent den höchsten Anteil, wie auch die Umfrage der G/D/P Markt- und Sozialforschung ergab.

Den Einbruch aus Sach/HUK-Sparten beziffert der Verband auf 47 Prozent, aus dem Kfz-Bereich auf knapp 20 Prozent. Insgesamt gehen 87 Prozent der Teilnehmer von einem schlechteren Ergebnis für dieses Geschäftsjahr aus.

Andere Umfragen, ähnliche Ergebnisse

Die Einschränkungen und Konsequenzen der aktuellen Coronakrise auf die Stimmungslage der Vermittler ermittelte Anfang April der Branchendienst „Asscompact“ in einer Online-Umfrage gemeinsam mit Professor Dr. Matthias Beenken von der FH Dortmund (VersicherungsJournal 1.4.2020).

Auch hier gaben die Vermittler an, dass die Zahl der persönlichen Kundentermine deutlich abgenommen habe. Gut die Hälfte beobachtet „einen erheblichen Rückgang im Neugeschäft“. Allerdings gebe es bislang keine nennenswerte Veränderung bei Kündigungen oder bei Schadenmeldungen, so die Aussagen der Befragten.

Nachträgliche Ergänzung 28. April:

Am Dienstag hat der BVK seine Mitteilung von Montag, den 27. April, korrigiert. 90 Prozent der Umfrage-Teilnehmer verzeichnen Einbußen in Leben und Kranken.

In der Fassung von Montag wies der BVK diese Werte irrtümlicherweise als Storni in den Sparten aus und nicht bezogen auf die Befragten.

Leserbriefe zum Artikel:

Hans-Jürgen Kaschak - Das Sterben der Beraterbetriebe wird sich nicht nur wegen Corona weiter verschärfen. mehr ...

 
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