Auf wie viele Stunden Weiterbildung kommen Sie?

23.4.2019 – Der DIHK hat Informationen zu einigen offenen Fragen hinsichtlich der neuen Weiterbildungspflicht für vertrieblich Tätige veröffentlicht. Demnach soll es – von absoluten Härtefällen abgesehen – generell keine Ausnahmeregelungen geben. Der Kreis derjenigen, die unter den Begriff „vertrieblich Tätige“ fallen, sollte sehr weit gefasst werden. In einer Kurzumfrage will die VersicherungsJournal-Redaktion wissen, wie viele Stunden Weiterbildung die Leser im Jahr 2018 erreicht haben.

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2018 haben vier Fünftel der 166.039 bis Ende 2018 registrierten Teilnehmer an der Initiative „gut beraten“ (VersicherungsJournal 14.1.2019) für das abgelaufene Jahr zertifizierte Fortbildungen nachgewiesen.

Mehr als die Hälfte aus dieser Gruppe hat das in der IDD vorgeschriebene Fortbildungssoll von 15 Stunden (§ 34d Absatz 9 Satz 2 GewO) erfüllt. Weit mehr als jeder Dritte davon – insgesamt fast jeder Vierte – hat sogar die von der Initiative empfohlenen 30 Stunden erreicht.

Wie viele vertrieblich Tätige sich insgesamt schulen ließen und in welchem Umfang, weiß die Initiative allerdings nicht. Denn das Erfüllen der gesetzlichen Anforderungen kann auch anderweitig nachgewiesen werden (VersicherungsJournal 12.4.2019).

Kurzumfrage zum Thema Weiterbildung

Wie halten es die vertrieblich tätigen VersicherungsJournal-Leser mit der Weiterbildungspflicht? Wie viele Stunden Weiterbildung gemäß VersVermV haben sie im Jahr 2018 erreicht?

Um das herauszufinden, werden alle Versicherungsvermittler und in sonstiger Weise vertrieblich Tätigen aufgefordert, die nebenstehende Kurzumfrage der VersicherungsJournal-Redaktion zu beantworten.

Allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön!

Offene Fragen

Da das IDD-Umsetzungsgesetz bereits zum 23. März 2018, die Versicherungs-Vermittlungsverordnung aber erst lange danach – am 20. Dezember 2018 – in Kraft getreten ist, herrschte in der Branche vielfach große Unsicherheit. Dies betrifft unter anderem die neue Weiterbildungspflicht für vertrieblich Tätige.

Doch auch die Verordnung klärt in Sachen Weiterbildung längst nicht jedes Detail. Zu den offenen Fragen gehört insbesondere, wer genau als vertrieblich Tätiger gilt und sich regelmäßig qualifizieren muss und welche Ausnahmen es von der Weiterbildungspflicht gibt.

Wer gehört zum Kreis der Weiterbildungs-Pflichtigen?

Zur Frage der Weiterbildungs-Pflichtigen hat eine Arbeitsgruppe um die Leiterin des Referats Gewerberecht beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) einen Beitrag in der Ausgabe 4/2019 der Fachzeitschrift Gewerbearchiv veröffentlicht. Diesen hat Professor Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund in einem Artikel für den Branchendienst Versicherungsmagazin zusammengefasst (VersicherungsJournal Medienspiegel 10.4.2019).

„Die Aussagen werden ausdrücklich als persönliche Meinung der Verfasser bezeichnet. Man darf aber davon ausgehen, dass sich die Industrie- und Handelskammern an diesen Meinungen orientieren werden“, erläutert Beenken eingangs seines Berichts.

Weit definierter Kreis

Der Vertriebsexperte gibt einige Beispiele der Autoren wieder, welche Personen neben den Erlaubnisinhabern selbst zu qualifizieren sind. Alles in allem sollte der Kreis weit definiert werden, erklärt Beenken unter Verweis auf die DIHK-Mitarbeiter. „Keine Zweifel bestehen ihrer Meinung nach bei Personen, die beispielsweise die Tätigkeit ‚Melden eines Schadens an das Versicherungs-Unternehmen‘ ausüben, das sei weiterbildungspflichtig.

Auch ‚Prämienüberwachung‘ oder ‚Übersendung der elektronischen Versicherungs-Bestätigung im Bereich der Kfz-Versicherung‘ sehen sie als weiterbildungs-pflichtige Tätigkeiten an, jedenfalls wenn der Mitarbeiter eine ‚Einwirkungsmöglichkeit auf den Kunden hat‘, also wohl mehr als nur von anderen Personen fertig vorbereitete Unterlagen sekretariatsmäßig weiterleitet“, hält er fest.

Ausnahmen nur in absoluten Härtefällen

Ausnahmen von der Weiterbildungspflicht sollen nur in absoluten Sonderfällen möglich sein, so Beenken weiter. Zu dieser Thematik hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) in der Aprilausgabe der Verbandszeitschrift Versicherungs-Vermittlung ausführlich berichtet.

Zu diesen Härtefällen gehören etwa Personen, die nahezu ganzjährig und schwerwiegend erkrankt sind. „In diesem Fall ist von dem Gewerbetreibenden zunächst darzulegen, dass aus tatsächlichen Gründen Weiterbildungsmaßnahmen nicht absolviert werden konnten.

Wenn dies der Fall ist, kann im Einzelfall von der Erfüllung der Weiterbildungs-Verpflichtung abgesehen werden, weil auch im Verwaltungsrecht nichts Unmögliches verlangt werden darf – so die Begründung der [DIHK-] Autoren“, zitiert der BVK-Geschäftsführer und Rechtsanwalt Hubertus Münster aus den DIHK-Ausführungen.

Mit ärztlichem Attest

Die betroffene Person müsse für die Gründe der Nichteinhaltung der Weiterbildungs-Verpflichtung entsprechende Nachweise – beispielsweise ein ärztliches Attest – erbringen.

Dies kommentiert der Rechtsanwalt wie folgt: „An diese Ausnahmeregelung sind besonders hohe Anforderungen zu stellen, da die Möglichkeiten der Weiterbildung sehr vielschichtig und niedrigschwellig (zum Beispiel Selbststudium) sind.“ Dies gelte auch, wenn die betroffene Person der geplanten Weiterbildung nicht nachkommen konnte, weil plötzlich eine schwere Erkrankung eingetreten ist.

Elternzeit und Mutterschutz

Einen weiteren Härtefall stellen Mutterschutz und Elternzeit dar. „Bei abhängig Beschäftigten kann der Arbeitgeber während der Mutterschutzfrist und der Elternzeit nicht verlangen, dass diese ihrer Weiterbildungs-Verpflichtung nachkommen.

Ein Absehen von der Weiterbildungspflicht kann daraus jedoch nur dann folgen, wenn dieser Zeitraum das komplette weiterbildungs-pflichtige Kalenderjahr umfasst. Ausnahmen und Befreiungen von der Weiterbildungspflicht sind weder in der IDD noch im Gesetz vorgesehen“, zitiert Münster weiter.

 
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