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WTW: Die Top-Durchführungswege in der bAV

26.11.2021 – Unternehmen, die Betriebsrenten anbieten, richten ihre Angebote stärker beitragsorientiert und flexibel aus. Die Mehrheit setzt dabei auf Fonds und Versicherungen. Mitarbeiter können im Schnitt eine Versorgung in Höhe von vier bis fünf Prozent ihres letzten Gehalts erreichen, wie WTW in einer aktuellen Studie vorrechnet. Die Berater benennen aber auch Schwachpunkte.

Die Willis Towers Watson GmbH hat jetzt den „Deutschen bAV-Index 2021“ veröffentlicht. Das Beratungsunternehmen will mit der Studie ein repräsentatives Abbild der aktuellen Landschaft der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland schaffen.

Grundlage des Index sind die Angaben der für neue Mitarbeiter geöffneten Versorgungswerke von insgesamt 200 repräsentativ ausgewählten Unternehmen mit mindestens 250 bis 10.000 Mitarbeitern.

Direktzusage bleibt Top-Durchführungsweg

Die Direktzusage ist nach wie vor der präferierte Durchführungsweg für die aktuelle arbeitgeberfinanzierte bAV (bei 60 Prozent vertreten). Steuerliche und sozialabgaberechtliche Vorteile bestehen auch für die Unterstützungskasse (26 Prozent). Die Entwicklung bei Pensionskassen ist rückläufig.

Firmen, die eine Betriebsrente für ihre Beschäftigten anbieten, richten ihre Zusagen mit großer Mehrheit (93 Prozent) beitragsorientiert aus. Für die Wertentwicklung der Beiträge setzen fast drei Viertel der Unternehmen (71 Prozent) auf kapitalmarktorientierte Modelle wie Fonds oder Versicherungen, so der Report von WTW.

Flexible Gestaltung gewinnt Bedeutung

Eine große Rolle spielt auch der Faktor Flexibilität, wie die Berater berichten. „So bieten beispielsweise drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) die Altersleistung wahlweise als lebenslange Rente oder einmaliges Alterskapital beziehungsweise eine für Mitarbeitende steueroptimierte Auszahlung des Alterskapitals in mehreren Jahresraten an“, schreiben die Autoren der Studie.

Lebenslange Rentenzahlungen für die Mitarbeiter sind immer noch die bevorzugte Variante der Arbeitgeber. Das zeigte auch eine Umfrage der Aon Solutions Germany GmbH unter 46 Unternehmen unterschiedlicher Größe (VersicherungsJournal 18.11.2020).

Laut WTW kommen 95 Prozent der Unternehmen mittlerweile den Wünschen der Mitarbeiter nach einer zusätzlichen Vorsorge für den Invaliditäts- oder Todesfall im Rahmen der bAV nach.

Durchführunswege (Bild: WTW)
Direktzusage und Unterstützungskasse sind immer noch die dominierenden Durchführungswege (Abbildung links). Flexible Auszahlungsoptionen gewinnen an Bedeutung (Abbildung rechts). (Bild: WTW)

bAV kann keine Löcher der gesetzlichen Rente stopfen

Viele Arbeitgeber bieten ihrer Belegschaft zusätzlich die Option, über Entgeltumwandlung ihre bAV aufzustocken, was vier Fünftel (79 Prozent) der Unternehmen mit Zuschüssen fördert. Für Angestellte und Kräfte im Management kann sich das rechnen: „Sie erreichen im Median eine bAV in Höhe von vier bis fünf Prozent ihres letzten Gehalts“, unterstreicht WTW.

Dennoch reiche das ermittelte Versorgungsniveau der arbeitgeberfinanzierten Vorsorge kaum aus, um die sinkende Tendenz der gesetzlichen Rente allein in den vergangenen 15 Jahren auszugleichen, heißt es in den Studienunterlagen. Zusätzlich haben immer noch zu wenig Beschäftigte Zugang zu diesem Altersvorsorgesystem.

Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz (24.11.2017) sollte zwar weitere positive Impulse zur Verbreitung der Betriebsrenten setzen, habe aber bislang kaum für die gewünschten Effekte gesorgt. „Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten“, schreiben die Autoren in ihrem Fazit.

Weitere Untersuchungen zur bAV

Unternehmen stehen in der betrieblichen Altersversorgung vor diversen Herausforderungen. Eine davon ist der schwelende Generationenkonflikt zwischen Mitarbeitern mit Altverträgen und jungem Personal mit neuen Abschlüssen. Wie Firmen mit diesem Dilemma umgehen, beleuchtete Aon in einer Untersuchung (7.9.2021).

Wie sich der Absatz über verschiedene Vertriebskanäle entwickelt, zeigen ebenfalls Daten von WTW (25.2.2021). In der bAV kam 2019 über unabhängige Vermittler das meiste Neugeschäft in die Bücher der Lebensversicherer. Einfirmenvertreter landeten an zweiter Stelle. Für den Bankenvertrieb reichte es trotz exponierter Stellung im Einmalbeitragsgeschäft nur zur dritten Position.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlicht auch alljährlich eine Vertriebswegestatistik. Hier lagen 2019 – allerdings nach vermittelter Beitragssumme zusammengestellt – im Gesamtmarkt die Einfirmenvertreter vor den Geldhäusern und den Maklern sowie den Mehrfachvertretern (21.8.2020).

 
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