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Wo Naturgefahren die höchsten Schäden verursachen

5.5.2020 – Im vergangenen Jahr haben Unwetterereignisse in Bayern die mit Abstand höchsten Schäden verursacht. Sowohl bei den Risiken Sturm und Hagel als auch bei den erweiterten Naturgefahren liegt das Bundesland weit vor allen anderen. Dies zeigt die Unwetterbilanz 2019 der Versicherungswirtschaft.

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Versicherer 2,1 Milliarden Euro für versicherte Naturgefahrenschäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben ausgegeben. Dies entspricht einem Rückgang um rund ein Fünftel im Vergleich zum Jahr zuvor (VersicherungsJournal 30.4.2019).

Dies gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Montag bekannt. Er korrigierte damit die Größenordnung der vorläufigen Schadenbilanz (6.1.2020) etwas nach oben.

Höchster Schadenaufwand in Bayern

Laut der zum zweiten Mal veröffentlichten, regionalen Unwetterbilanz des GDV entfiel mit knapp einem Drittel – 675 Millionen Euro – der größte Anteil der Aufwendungen auf Bayern. Das ist ein mehr als doppelt so hoher Betrag wie 2018.

Mit riesigem Abstand dahinter folgt Nordrhein-Westfalen (NRW) mit fast 350 Millionen Euro, was in etwa einem Drittel des Schadenvolumens aus 2018 entspricht. Werte im dreistelligen Millionenbereich werden zudem für Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen ausgewiesen.

Bundesländer mit höchsten Kosten (Bild: Wichert)

In Bremen fielen andererseits nur Kosten in Höhe von unverändert sieben Millionen Euro an. In Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern lagen die Werte zwischen 20 und 30 Millionen Euro.

Bundesländer mit niedrigsten Kosten (Bild: Wichert)

In Bayern sind auch die Kosten pro Haushalt am höchsten

Zur besseren Einordnung der vorgenannten, „nackten“ Zahlen hat die VersicherungsJournal-Redaktion diese ins Verhältnis zur Anzahl der Privathaushalte gesetzt. Bundesweit zahlten die Versicherer statistisch gesehen pro Haushalt etwas über 50 Euro für Naturgefahrenschäden.

Der höchste Wert errechnet sich mit fast 105 Euro für Bayern, das ist mehr doppelt so viel wie im Bundesschnitt. Auf hohe zweistellige Werte kommen ansonsten nur noch das Saarland sowie Hessen.

Am niedrigsten sind die Kosten mit etwa 14 Euro pro Haushalt in Berlin. Für Bremen und Hamburg errechnen sich Werte von jeweils um die 20 Euro pro Haushalt. Knapp unter dem Bundesschnitt liegt Rheinland-Pfalz, knapp darüber Sachsen.

Kosten pro Haushalt (Bild: Wichert)

Erweiterte Elementargefahren: Bayern am stärksten betroffen

Die Verbandsstatistik schlüsselt die Schadensummen auch nach den Segmenten „Sturm/Hagel“ sowie erweiterte Elementargefahren auf. Zu letzterer Kategorie gehören unter anderem Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser, aber auch Erdbeben sowie Schneedruck. Hier beliefen sich die versicherten Schäden im vergangenen Jahr bundesweit auf 300 (2018: 500) Millionen Euro.

Den größten Aufwand hatte mit fast 100 Millionen Euro ebenfalls Bayern zu tragen. Das entspricht einem knappen Drittel. In etwa ein Siebtel entfiel auf Baden-Württemberg, ein Neuntel auf Nordrhein-Westfalen (NRW).

Im Saarland am meisten Schadenmeldungen pro 1.000 Verträge

Bei den Sturm- und Hagelschäden liegt ebenfalls Bayern mit fast 580 Millionen Euro vorne. Dies ist nach Verbandsangaben vor allem auf das Pfingstunwetter „Jörn“ (13.6.2019, 19.6.2019) zurückzuführen.

Hinter Bayern folgt NRW mit knapp 325 Millionen Euro. Dreistellige Millionenwerte werden ferner für Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen aufgeführt. NRW und Hessen waren besonders stark von den Sturmtiefs „Dragi“ und „Eberhard“ betroffen (12.3.2019).

Kosten pro Verträge (Bild: Wichert)

Eine andere Reihenfolge zeigt sich bezüglich der Schadenhäufigkeit pro 1.000 Verträge. Hier liegt das Saarland mit einem Wert von 51,2 in Führung. In Sachsen kamen über 43 Schadenmeldung je 1.000 Sach-Kontrakte. In Rheinland-Pfalz und NRW waren es jeweils über 30. Andererseits gab es nur in Berlin weniger als zehn Meldungen pro 1.000 Verträge.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Elementarschaden · Starkregen · Unwetter
 
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