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Wer die Kosten für Corona-Tests trägt

30.7.2020 – Reisende, die aus definierten Risikozonen nach Deutschland einreisen, müssen sich auf Covid-19 testen lassen. Wie die Regelungen dazu konkret aussehen werden, ist noch unklar. Derzeit übernehmen PKV und GKV die Kosten für die Kontrollen nur, wenn der Arzt sie verordnet. Einzige Ausnahme ist Bayern, hier springt der Freistaat ein.

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Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich künftig auf Covid-19 testen lassen. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag dieser Woche den Gesundheitsministern der Bundesländer mitgeteilt, wie das Bundes-Gesundheitsministerium (BGM) auf seiner Webseite informiert.

Für die Versicherten bleibt die Frage nach der Kostenübernahme für diese Maßnahmen offen. Entscheidend dafür ist aktuell, wer einen Test beauftragt.

PKV: Kostenübernahme bei ärztlicher Anordnung

Bestehen typische Anzeichen für eine Corona-Erkrankung und der behandelnde Arzt ordnet einen Test an, handelt es sich um einen Versicherungsfall der privaten Krankenversicherung (PKV). Die Abrechnung erfolge nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), informiert der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband).

„Rechnen diese zum Regelsatz ab, kostet der Test circa 147 Euro für die Labordiagnostik und rund 27 Euro für die Abstrichentnahme“, rechnet der Verband vor.

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, dann richtet sich die Kostenübernahme des Versicherers danach, wer den Test für den Patienten beauftragt hat. Sollte der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) das Verfahren anstoßen (zum Beispiel für Ärzte), dann werden die Kosten vom ÖGD übernommen und aus dem Gesundheitsfonds bezahlt.

Veranlassen andere Stellen einen Test, wie zum Beispiel Arbeitgeber (Krankenhäuser oder Pflegeheime), müssen sie auch zahlen. „Eine Pflicht zur Kostentragung der PKV ist nicht gegeben“, so der PKV-Verband. Lässt sich ein privat Versicherter auf eigenen Wunsch auf das Virus testen, muss er die Leistung aus eigener Tasche begleichen.

GKV nennt Ausnahmen von den Regelungen

Ähnlich wie bei privat Versicherten gestaltet sich die Kostenübernahme bei Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Auch hier entscheidet über die Leistungserstattung, wer den Test für einen Patienten veranlasst hat. Zusätzlich weist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) auf Nachfrage aber auf Ausnahmen bei diese Regelung hin.

Eine davon gilt seit dem 1. Juli in Bayern. Menschen, die keinen Zugang zu einem Verfahren erhalten, könnten „auf Basis einer regionalen Vereinbarung zwischen dem Bundesland und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern getestet werden. Diese Kosten würde dann der Freistaat tragen“, erklärt der GKV-Spitzenverband.

Unklar ist die Situation derzeit für Personen, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. „Wie die Regelungen für die jetzt vom BMG geplante Testpflicht bei Reiserückkehrenden genau aussehen werden, dazu können wir noch nichts Konkretes sagen, da die entsprechende Verordnung des BMG hierzu aktuell gerade erst erstellt wird“, so der Spitzenverband.

Zur Kostenübernahme einer Impfung gegen Covid-19, wenn diese auf den Markt kommt, hatten sich der PKV-Verband als auch der GKV-Spitzenverband bereits positiv geäußert (VersicherungsJournal 27.7.2020).

 
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