Wenn Telefonieren den Unfallschutz kostet

21.11.2018 – Ein Beschäftigter, der auf dem Weg von beziehungsweise zu seiner Arbeit deswegen einen Unfall erleidet, weil er sich durch sein Mobiltelefon hat ablenken lassen, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Sozialgericht Frankfurt am Main mit einem gestern veröffentlichten Urteil vom 18. Oktober 2018 entschieden (S 8 U 207/16).

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Die 56-jährige Klägerin war als Fußgängerin auf dem Heimweg von ihrer Arbeit beim Überqueren eines unbeschrankten Bahnübergangs von einer Bahn erfasst worden. Dabei erlitt sie so schwere Verletzungen, dass sie monatelang stationär behandelt werden musste.

Mit dem Handy telefoniert

Nach der Befragung von Zeugen sowie der Auswertung eines Überwachungsvideos stellte sich heraus, dass die Klägerin zum Zeitpunkt des Unfalls mit ihrem Handy telefoniert hatte.

Die für sie zuständige Berufsgenossenschaft lehnte es ab, den Vorfall als Arbeitsunfall, bei dem der direkte Weg zwischen der Wohnung eines Versicherten und seinem Beschäftigungsort versichert ist, anzuerkennen. Als Argument diente ihr, dass der Unfall auf eine private Verrichtung der Klägerin zurückzuführen war.

Nachhause gehen unter dem Versicherungsschutz

Zu Recht, urteilte das Frankfurter Sozialgericht. Es wies die Klage der Frau gegen den gesetzlichen Unfallversicherer als unbegründet zurück.

Die Richter stellten zwar nicht in Abrede, dass die Klägerin auf ihrem Heimweg zunächst einmal grundsätzlich versichert war. Unter den Versicherungsschutz falle aber nur die Tätigkeit des Nachhause gehen, nicht jedoch eine gleichzeitige Beschäftigung mit einem Mobiltelefon.

Unversicherte private Verrichtung

Für die Folgen des Unfalls wäre die Berufsgenossenschaft folglich nur dann eintrittspflichtig gewesen, wenn sich auf dem Heimweg der Klägerin das allgemeine Wegerisiko verwirklicht hätte.

Die wesentliche Unfallursache sei jedoch auf eine unversicherte private Verrichtung der Klägerin zurückzuführen. Denn durch das Telefonieren sei ihre Wahrnehmungsfähigkeit im Straßenverkehr deutlich eingeschränkt gewesen. Die Klägerin habe daher keinen Anspruch auf Leistungen durch die Berufsgenossenschaft.

Lesetipp „Die Grenzen der gesetzlichen Unfallversicherung“
Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

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Gesetzliche Unfallversicherung · Gesundheitsreform
 
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