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Wenn die Autotür unachtsam aufgeschwungen wird

17.9.2018 – Ein Fall für die Kraftfahrthaftpflicht-Versicherung steht im Mittelpunkt von Folge 122 der Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“. Angehende Versicherungsfachwirte müssen anhand dieses Beispiels Fragen der Haftungstatbestände und Schadenersatzansprüche klären. Vom DIHK, aus dessen Fundus die Aufgabe stammt, wurde sie als leicht eingestuft.

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Endlich ein Parkplatz. Jetzt muss es schnell gehen, um einen Termin einzuhalten. Der Fahrer stößt die Tür auf – und schon ist es passiert. Ein vorbeifahrendes Auto wird beschädigt.

(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)
(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)

Wie Juristen diesen Schadenfall analysieren, klärt diese Folge des VersicherungsJournal-Wissensquiz. Die Aufgabe stammt aus der schriftlichen Prüfung angehender Versicherungsfachwirte mit Wahlfach „Vermögensversicherungen für private und gewerbliche Kunden“. Die als leicht eingestufte Aufgabe des Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) rührt aus Herbst 2015.

Ausgangssituation – ein Bauunternehmen beraten

Die Firma Bau Straßen- und Tiefbau GmbH – im Folgenden GmbH genannt – blickt auf eine fast 60-jährige Tradition zurück und hat sich im Laufe der Zeit zu einer festen Größe am Markt entwickelt. Schwerpunkt ihrer Aktivitäten ist der Straßen- und Tiefbau mit den Spezialisierungen im Asphalt- und Kanalbau.

Die GmbH hat 30 Angestellte und unterhält einen Fuhrpark mit zehn Lkw, 15 Aufliegern und einigen Pkw. Weitere Arbeits- und Baumaschinen gehören auch zum Inventar.

Zur GmbH gehört ein großes Betriebsgelände mit einem Bürogebäude und fünf Lagerhallen. Zwei der Lagerhallen werden an andere Unternehmen für die Einlagerung von Waren vermietet. Die Geschäftsleitung denkt darüber nach, auch Transporte für andere Unternehmen anzubieten, um die Auslastung des Fuhrparkes in der Wintersaison zu verbessern.

Aufgabe – Schadenersatzansprüche klären

Sie sind Schadensachbearbeiter der Proximus Versicherung AG und haben sich mit folgendem Schadensfall zu befassen:

Die bei der Proximus Versicherung AG mit der kompletten Flotte Kraftfahrthaftpflicht-versicherte GmbH betrieb eine große Baustelle. Herr Fischer, der Fahrer des Lkw, hat das Fahrzeug in einer engen Straße abgestellt. Als Herr Fischer kräftig die Fahrertür öffnete, fuhr Herr Müller mit seinem Pkw dagegen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt.

Herr Müller macht Schadenersatzansprüche geltend.

Erörtern Sie, gegen wen Herr Müller im dargestellten Schadensfall Schadenersatzansprüche aus welchen Haftungstatbeständen geltend machen kann, und erläutern Sie gegebenenfalls die Haftungsverteilung. Begründen Sie jeweils Ihre Auffassung.

Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Handlungsbereich „Vermögensversicherungen für private und gewerbliche Kunden – Schaden- und Leistungsmanagement“

Lösung

Herr Fischer hat, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten, die Fahrertür seines Lkw geöffnet und sich damit unachtsam verhalten (Verstoß gegen § 14 1 StVO). Er haftet damit aus Verschulden.

Die GmbH ist Halterin des von Herrn Fischer gefahrenen Lkw. Sie haftet daher aus der Gefährdungshaftung, weil sie den Unabwendbarkeitsbeweis nicht führen kann. (Hier ist die Entlastungsmöglichkeit nicht der Nachweis höherer Gewalt.)

Die Proximus Versicherung AG haftet gegenüber Herrn Müller als Kraftfahrthaftpflicht-Versicherer des Lkw aus § 115 VVG (Direktanspruch).

Zu einer Haftungsverteilung kommt es nur, wenn das Verhalten von Herrn Müller seinerseits für den Unfall (mit) ursächlich war. Das wäre der Fall, wenn Herr Fischer als „Aussteigender“ nachweisen könnte, dass er die Türe besonders vorsichtig geöffnet hatte und der Unfall durch zu geringen Seitenabstand von Herrn Müller verursacht wurde. Anhaltspunkte dafür liegen nicht vor. Damit haften Herr Fischer und die GmbH und der Versicherer gesamtschuldnerisch zu 100 Prozent für den Herrn Müller entstandenen Schaden.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

 
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