Weniger BU-Tarife erfüllen den Marktstandard

1.8.2019 – Von den von Infinma untersuchten 461 Berufsunfähigkeits-Versicherungen erfüllen 187 den Marktstandard. Das sind 41 Prozent. Im Vorjahr traf das auf 265 von 479 Tarifen zu, das waren mehr als die Hälfte (55 Prozent). Für ihre marktkonformen Produkte wurden 32 Lebensversicherer zertifiziert, das waren mit Canada Life und Nürnberger Beamten zwei mehr als im Vorjahr, 18 andere haben gleichzeitig ihre Zertifikate verloren.

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Die Infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH hat die Ausgabe 2019 ihrer alljährlichen Analyse „Marktstandards in der BU“ (PDF, 679 KB) veröffentlicht. Darin werden 461 Berufsunfähigkeits-Versicherungen von 76 Anbietern unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden ausschließlich die Versicherungs-Bedingungen, bewertet nach 18 Kriterien:

  • Prognose
  • Rückwirkende Leistung
  • Abstrakte Verweisung
  • Verzicht auf Umorganisation
  • Kostenbegrenzung bei Umorganisation
  • Berufswechselprüfung
  • Leistungsbeginn
  • Meldefristen
  • Untersuchungen im Ausland
  • Erhöhungsoption ohne Anlass
  • Beitragsstundung
  • Befristete Anerkenntnisse
  • Meldepflicht Minderung BU
  • Meldepflicht Aufnahme Tätigkeit
  • Nachprüfung
  • Leistung bei Arbeitsunfähigkeit
  • Ausscheiden aus dem Beruf (ersetzt das Kriterium „lebenslange BU-Rente bei Pflegebedürftigkeit“)
  • Option auf selbständige Anschluss-Pflegerente

Kein Rating

Zu der Auswertung der Tarife erläutert Infinma: „Aus diesen 18 Kriterien wird ausdrücklich kein Rating erstellt, da wir auf dem Standpunkt stehen, dass sich die einzelnen Bedingungsbestandteile nicht gegeneinander ‚aufrechnen‘ lassen.

Aus genau diesem Grund nehmen wir auch keine Bewertung in Form von Punkten vor, sondern stellen für die einzelnen Kriterien lediglich dar, ob der Versicherer eine Regelung getroffen hat, die besser oder schlechter als der Marktstandard ist. Der Marktstandard wird für uns durch die Regelung definiert, die in den betrachteten Bedingungswerken am häufigsten verwendet wird.

Gerade im Hinblick auf „Best Advice“ halten wir es für sehr sinnvoll, die einzelnen Bedingungswerke daran zu messen, was aktuell am Markt üblich ist. Es ist für den Berater und Kunden wenig hilfreich zu wissen, dass ein bestimmtes Merkmal aus Kundensicht unbefriedigend ausgestaltet ist, wenn am Markt keine besseren Alternativen erhältlich sind.“

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Marktstandards in Bewegung

Im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 5.9.2018) seien die Marktstandards diesmal deutlich in Bewegung gekommen, kommentiert Infinma-Geschäftsführer Dr. Jörg Schulz die diesjährige Auswertung.

Viele Versicherer hätten ihre Produkte weiter optimiert, zum Beispiel bezüglich der Meldepflicht bei Verbesserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise Minderung des Berufsunfähigkeits-Grades. Das zeige, dass die Marktstandards dynamisch auf Veränderungen reagieren und somit gut funktionieren würden.

Weil das Institut keinen Einfluss auf die Ergebnisse habe, sei das „Verfahren besonders objektiv“.

Beispiel Meldepflicht bei Minderung der BU

Bei den Meldepflichten des Versicherten bei Besserung seiner Gesundheit oder Minderung der Berufsunfähigkeit haben die Analysten in den Versicherungs-Bedingungen fünf verschiedene Regelungen gefunden:

  1. „Die Besserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise die Minderung oder der Wegfall der BU müssen nicht gemeldet werden.
  2. Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung über Besserung des Gesundheitszustandes.
  3. Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung über Minderung der Berufsunfähigkeit.
  4. Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung über Wegfall (nicht Minderung) der Berufsunfähigkeit.
  5. Die Besserung des Gesundheitszustandes beziehungsweise die Minderung oder der Wegfall der BU müssen gemeldet werden. Vom Versicherer wurde jedoch bestätigt, dass bereits jetzt in der Leistungspraxis darauf verzichtet wird.“

In diesem Falle ist die erste Formulierung in 261 der untersuchten Tarife und damit am häufigsten zu finden. Somit ist es Marktstandard, dass der Versicherte eine Besserung seiner Gesundheit oder Minderung der Berufsunfähigkeit dem Versicherer nicht melden muss.

Marktstandard BU - Mitwirkungspflichten (Bild: Meyer)

187 Tarife erfüllen den Marktstandard

Über alle Kriterien betrachtet erfüllen 187 von den 461 Berufsunfähigkeits-Versicherungen den Marktstandard. Das sind 41 Prozent. Im Vorjahr traf das auf 265 von 479 Tarifen zu, das waren mehr als die Hälfte (55 Prozent).

Damit haben aktuell 32 (42 Prozent) von 76 Lebensversicherern beziehungsweise deren Marken mindestens ein Produkt, das dem von Infinma ermittelten Standard entspricht und dafür zertifiziert wurde. Vor einem Jahr waren es 48 von 80 (60 Prozent).

Marktstandards BU (Bild: Infinma)
Marktstandards BU (Bild: Infinma)

Die Liste der zertifizierten Unternehmen auf der Infinma-Internetseite war bei Redaktionsschluss noch auf dem Stand von 2018.

In diesem Jahr sind aus der Liste herausgefallen:

Neu zertifiziert wurden in diesem Jahr:

Zahlreiche Vergleiche

Die Berufsunfähigkeits-Versicherung wird von etlichen Analysehäusern in Ratings und Scorings bewertet. Zuletzt waren das die Stiftung Warentest (19.6.2019), die Softfair Analyse GmbH (14.5.2019), Morgen & Morgen GmbH (25.4.2019) und die Franke und Bornberg GmbH (15.1.2019).

Welche Versicherer aus Maklersicht aus Maklersicht in dieser Sparte empfehlenswert sind, hat die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft e.G. bei ihren Partnerbetrieben erfragt (18.2.2019).

 
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