Welche Arztkosten Hundebesitzer fürchten

8.8.2018 – Während die Haftpflicht-Police für Hundehalter zum Standard gehört, schließen viele Besitzer noch keine Tierkrankenversicherung ab. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forsa im Auftrag der Gothaer. Dennoch zeigen gerade jüngere Hundebesitzer Interesse für die Police, auch weil sie die Kosten für Tierarztbesuche und Operationen im Blick haben. Vermittler können hier noch erfolgreiche Überzeugungsarbeit leisten.

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Laut dem Online-Portal Statista leben mehr als neun Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Ihre Besitzer sind durchaus großzügig, wenn es um das Wohlbefinden der vierbeinigen Freunde geht:

Geht man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei Hunden von zwölf Jahren aus, rechnet Statista mit Gesamtkosten für das Tier zwischen 12.000 und 17.000 Euro. Die Tendenz weise weiter nach oben.

Impfungen, Durchfall, Erbrechen, Kreuzbandriss – der Besuch beim Tierarzt geht für Hundehalter ins Geld. Die Kosten für Operation und Nachbehandlung summieren sich schnell zu hohen finanziellen Belastungen (VersicherungsJournal Medienspiegel 13.2.2017).

Umfrage der Gothaer

Wie häufig die Bürger mit ihrem vierbeinigen Liebling zum Tierarzt gehen, wie hoch die Kosten dafür waren, und ob die Halter eine Tierkrankenversicherung abgeschlossen haben, wollte die Gothaer Versicherungsbank VVaG wissen.

Sie hat daher die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH beauftragt, 1.012 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Hundebesitzer ab 18 Jahren zu befragen. Die Marktforscher führten die Erhebung vom 5. bis 12. Juli als In-Home-Befragung im Rahmen des repräsentativen Panels Forsa.omninet durch.

Etwa ein Drittel (31 Prozent) der Befragten gab an, einmal pro Jahr mit ihrem Hund zum Tierarzt zu gehen. Weitere 34 Prozent suchen zweimal pro Jahr den Veterinär auf und 14 Prozent sogar dreimal. Nur zwei Prozent sagten, sie gingen nie mit dem Hund zum Tierarzt.

Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)
Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)
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Tierarztbesuche: 100 bis 500 Euro im Jahr

Hundehalter, die einmal im Jahr den Tierarzt aufsuchen, befragten die Marktforscher anschließend, wie viel Euro sie im Schnitt pro Jahr dafür ausgeben.

Knapp ein Drittel (31 Prozent) gab an, dafür bis zu 100 Euro pro Jahr auf den Tisch zu legen. Die Mehrheit (55 Prozent) zahlt pro Jahr 100 bis unter 500 Euro. Nur jeweils eine Minderheit erklärte, mehr als 500 Euro bis unter 1.000 Euro pro Jahr (neun Prozent) oder mehr als 1.000 Euro pro Jahr (drei Prozent) für Tierarzt-Besuche auszugeben.

Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)
Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)

Hunde-OP kostet ab 500 Euro aufwärts

42 Prozent der Hundebesitzer gaben an, dass ihr Vierbeiner schon mal auf den Operationstisch musste. Bei 58 Prozent war das noch nicht der Fall.

Die Hälfte der Betroffenen bezifferte die Kosten für diese Operation auf unter 500 Euro. 28 Prozent nannte Aufwendungen von 500 bis unter 1.000 Euro für den Eingriff und weitere 14 Prozent gab Rechnungen in Höhe von 1.000 bis unter 2.000 Euro an. Nur eine Minderheit (6 Prozent) zahlte für die Operation ihres Hundes mehr als 2.000 Euro.

Die Sorge um den Vierbeiner kennt keine regionalen oder sozialen Merkmale: Bei der Auswertung zeigen sich kaum Unterschiede in der Häufigkeit der Tierarztbesuche zwischen Ost- und Westdeutschen, nach einzelnen Altersgruppen oder nach der Höhe des Haushaltsnettoeinkommens.

Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)
Gothaer-Umfrage bei Hundehaltern (Bild: Gothaer)

Im Ernstfall drohen finanzielle Probleme

Gut drei Viertel der Hundebesitzer (78 Prozent) sei sich der finanziellen Belastung im Ernstfall durchaus bewusst, schreiben die Autoren der Studie – und dies unabhängig von der Höhe des Haushaltseinkommens. Nur etwa 20 Prozent hätten sich darüber noch keine Gedanken gemacht.

42 Prozent der Hundehalter, die an den Ernstfall denken, legen dafür Geld auf die hohe Kante. 58 Prozent gehen mit dem Thema sorglos um und sparen dafür nicht. Jüngere Hundebesitzer gaben häufiger als ältere Hundebesitzer an, für einen solchen Fall Geld zurück zu legen.

65 Prozent aller befragten Tierfreunde sagten, dass sie für einen solchen Ernstfall über ausreichende finanzielle Reserven verfügten. Für 26 Prozent würde das nach eigenen Angaben finanzielle Schwierigkeiten bedeuten, fassen die Autoren der Studie zusammen.

In Schweden […] haben 50 Prozent der Hundehalter eine Krankenversicherung für ihren Liebling abgeschlossen.

Konrad Göbel, Produktmanager Tierkrankenversicherung bei der Gothaer

Tierkrankenversicherung ist noch kein Thema

Während eine Haftpflichtversicherung für Hundehalter Normalität und in einer Reihe von Bundesländern sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, erklärten nur 15 Prozent, dass sie eine Tierkrankenversicherung abgeschlossen haben. Von denen hatten sich 34 Prozent für einen Vollkrankenschutz entschieden. Die Mehrheit (59 Prozent) gab an, dass ihre Police nur für OP-Kosten zahlt.

Dagegen haben 83 Prozent keinen Vertrag. Nur eine Minderheit (acht Prozent) von denen plant in nächster Zeit eine solche Versicherung abschließen. Überdurchschnittlich häufig haben die unter 30-jährigen Hundebesitzer vor, in nächster Zeit einen Vertrag für den Vierbeiner zu unterschreiben.

In vielen anderen Ländern ist der Abschluss einer Tierkrankenversicherung hingegen deutlich weiter verbreitet. „In Schweden, quasi das Pionierland der Tierversicherungen, haben 50 Prozent der Hundehalter eine Krankenversicherung für ihren Liebling abgeschlossen“, erklärt Konrad Göbel, Produktmanager für Tierkrankenversicherung bei der Gothaer.

Überzeugungsarbeit der Vermittler gefragt

Die meisten der Nichtversicherten (84 Prozent) planten in nächster Zeit keinen Abschluss einer Tierkrankenversicherung, so die Studie. Mit Abstand am häufigsten (43 Prozent) gaben diese an, das Risiko von Tierarztkosten lieber selbst tragen zu wollen. Die Jüngeren nannten dagegen zu hohe Beiträge als Grund.

Weil sie keine größeren Krankheitsrisiken bei ihrem Tier sehen, gaben 24 Prozent als Grund gegen den Abschluss an. Bei 14 Prozent sprach gegen den Abschluss einer solchen Versicherung, dass sich ihr Hund auf Grund des Alters oder des Gesundheitszustands nicht versichern lässt.

Welche Möglichkeiten die Zielgruppe für Vermittler bietet, das zeigt das Beispiel der Puntobiz GmbH (VersicherungsJournal Medienspiegel 6.3.2018).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Haftpflichtversicherung · Lebenserwartung · Marktforschung · Zielgruppe
 
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