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Wann Rentner Einkommensteuer zahlen müssen

22.7.2020 – Immer mehr Senioren werden steuerpflichtig. Das liegt an steigenden Renten und sinkenden Freibeträgen. Es können aber auch im Alter zum Beispiel Werbekosten und Sonderausgaben geltend gemacht werden, um die Abgaben zu verringern.

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Fast jedes Jahr steigt die Anzahl der Rentenbezieher, die aufgrund der Höhe ihrer Jahreseinkünfte Einkommensteuer zahlen müssen.

Schon 2016 waren nach einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) – neuere Daten liegen nicht vor – 6,7 Millionen und damit mehr als jeder vierte Rentner einkommensteuer-pflichtig. Davon mussten knapp fünf Millionen Rentner eine Einkommensteuer zahlen.

Allein die jährliche gesetzliche Rentenanpassung kann dazu führen, dass das Jahreseinkommen über den gesetzlichen Grundfreibetrag steigt. Für das Steuerjahr 2019 traf und trifft dies auf 48.000 und für 2020 auf 51.000 Personen zu.

Wann Rentner steuerpflichtig sind

Grundsätzlich gilt nämlich auch für Versorgungsempfänger: Liegt das steuerpflichtige Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag, muss man eine Einkommensteuer-Erklärung abgeben und eventuell auch Einkommensteuer zahlen.

Für das Steuerjahr 2019 betrug der Grundfreibetrag pro Person 9.168 Euro und für das Jahr 2020 nun 9.408 Euro. Bei Verheirateten ist der Grundfreibetrag insgesamt doppelt so hoch.

Das steuerpflichtige Einkommen setzt sich in der Regel aus den gesamten Bruttoeinkünften eines Jahres, also dem Einkommen inklusive Steuern und Sozialabgaben abzüglich steuerlich absetzbarer Ausgaben wie Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen zusammen.

Was vom Einkommen abgezogen wird

Die genannten Ausgaben können je nach Art entweder komplett, anteilig oder/und bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstsatz oder Höchstbetrag das steuerpflichtige Einkommen senken und dadurch die zu zahlende Einkommenssteuer minimieren.

Wer eine Altersrente bezieht, kann zum Beispiel bei den Werbungskosten für das Steuerjahr 2019 einen Pauschalbetrag von 102 Euro pro Person steuerlich geltend machen, sofern keine darüber liegenden Werbungskosten wie Steuerberatungskosten und Kontoführungsgebühren nachgewiesen werden können.

Als Sonderausgaben gelten zum Beispiel Spenden sowie Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören etwa Beiträge für die gesetzliche und/oder private Kranken- und Pflegeversicherung sowie Prämien für private Unfall- und Haftpflicht-Versicherungen. Neben den Vorsorgeaufwendungen ist mindestens eine Sonderausgabenpauschale von 36 Euro ansetzbar.

Nur ein Teil der Rente unterliegt der Steuerpflicht

Steuermindernd können zudem Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Aufwendungen für einen Handwerker, eine Haushaltshilfe oder einen Pflegedienst sein. Das gilt auch für außergewöhnliche Belastungen wie hohe Kosten aufgrund einer Krankheit oder einer Pflegebedürftigkeit.

Zur Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens werden zahlreiche Einkunftsarten zusammengezählt. Darunter zählen die Bruttoeinkünfte aus gesetzlichen Alters- und Hinterbliebenenrenten, Betriebsrenten, Einkünfte aus Miet-, Pacht- und/oder Kapitaleinkünften, landwirtschaftliche und/oder gewerbliche Gewinne sowie Lohn oder Gehalt aus Arbeitsverhältnissen.

Bei gesetzlichen Renten zählt jedoch nur ein Teil der Bezüge zum steuerpflichtigen Einkommen. Laut Gesetz gilt bei Beginn der Zahlungen vor 2040 ein Rentenfreibetrag.

Der Rentenfreibetrag

Wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente für die gesamte Rentendauer ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Für die Berechnung des Rentenfreibetrages, also des jährlichen Rentenanteils, der über die gesamte Rentendauer nicht zu versteuern ist, ist zudem die Bruttojahresrente im Jahr nach dem Rentenbeginn maßgeblich.

Bis 2005 waren 50 Prozent einer gesetzlichen Altersrente zu versteuern. Seitdem stieg der Anteil bis 2020 um jährlich zwei Prozentpunkte. Ab 2021 bis 2040 erhöht er sich um je einen Prozentpunkt auf dann 100 Prozent.

Konkret müssen Menschen, die im Laufe des Jahres 2019 erstmalig eine Altersrente erhielten, 78 Prozent davon versteuern (22 Prozent Freibetrag). Wer in 2020 erstmals eine Altersrente erhält, hat diese zu 80 Prozent zu versteuern (Rentenfreibetrag 20 Prozent).

Beispielrechnung: Wer im Juli 2019 in Rente gegangen ist und in 2020 eine Bruttojahresrente von 14.400 Euro bekommt, erhält einen Rentenfreibetrag von 3.168 Euro (22 Prozent von 14.400 Euro) im Jahr. Das heißt, für das aktuelle und auch für künftige Steuerjahre sind jeweils von der Bruttojahresrente 3.168 Euro nicht zu versteuern.

Bis dahin ist die Jahresbruttorente steuerfrei

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat online zwei Tabellen veröffentlicht, die zeigen, mit welcher ungefähren maximalen Jahresbruttorente man je nach Rentenbeginn in 2019 oder in 2020 steuerfrei bleibt. Das gilt, sofern man neben der Rente keine sonstigen steuerpflichtigen Einkünfte hat.

Neben den möglichen Pauschalen für Werbungskosten und Sonderausgaben sowie den sich aus den Sozialversicherungen ergebenen Vorsorgeaufwendungen sind bei den Tabellen hierbei keine weiteren steuermindernden Einkünfte und keine sonstigen Steuervorteile berücksichtigt.

Maximale Höhe einer steuerunbelasteten Jahresbruttorente*

Jahr des Rentenbeginns

Für das Steuerjahr 2019

Für das Steuerjahr 2020

2005 (oder früher)

17.578

17.555

2006

17.132

17.140

2007

16.764

16.795

2008

16.541

16.583

2009

16.255

16.314

2010

15.871

15.951

2011

15.585

15.681

2012

15.384

15.488

2013

15.176

15.293

2014

14.935

15.062

2015

14.788

14.923

2016

14.648

14.789

2017

14.416

14.568

2018

14.177

14.339

2019

13.758

14.114

2020

-

13.708

So wirkt sich der sinkende Freibetrag aus

Wer bis 2005 in Rente gegangen war, der kann laut BMF-Tabelle aktuell eine Jahresbruttorente von 17.555 Euro beziehen, ohne dass dafür in 2020 eine Einkommensteuer anfällt. Wer für das Jahr 2019 keine Einkommensteuer zahlen will, der durfte in 2019 eine maximale Jahresbruttorente von 17.578 Euro erhalten.

Für Rentner, die 2019 erstmalig eine Altersrente bezogen haben, beträgt die höchste Jahresbruttorente, für die sie in 2020 keine Einkommensteuer zu zahlen haben, 14.114 Euro. Für das Steuerjahr 2019 lag für diese Neurentner die steuerfreie Rente noch bei maximal 13.758 Euro.

Für die Einkommensteuer-Erklärung für das Steuerjahr 2019 gilt eine Abgabefrist bis 31. Juli 2020. Wird die Steuererklärung mithilfe eines Steuerberaters angefertigt, verlängert sich die Frist bis Ende Februar 2021.

Detaillierte Informationen, wie gesetzliche Renten, Pensionen, Renten aus Riester- und Rürup-Verträgen, aber auch sonstige Leibrenten zu versteuern sind, enthalten folgende herunterladbare Broschüren: „Besteuerung von Alterseinkünften“ des BMF und „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ von der Deutschen Rentenversicherung.

 
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