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Versicherer erwarten fast fünf Milliarden Euro Schaden durch „Bernd“

22.7.2021 – 2021 wird nach Einschätzung der Versicherungswirtschaft vermutlich das schadenträchtigste Jahr seit 2002 werden. Allein für die Schäden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durch das Tief „Bernd“ rechnet der GDV mit vier bis Milliarden Euro Schadenbelastung. Nur 46 Prozent der Wohngebäude in Deutschland waren 2020 nach Verbandsangaben gegen erweiterte Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung versichert. In Bremen und Niedersachsen besitzt nur höchstens jedes vierte Haus Versicherungsschutz. In Baden-Württemberg sind es hingegen 94 Prozent.

Das Tief „Bernd“ hat in der vergangenen Woche neben weit über 160 Todesopfern auch zu verheerenden Sachschäden geführt, vor allem in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz (VersicherungsJournal 16.7.2021).

Vermittler und Versicherer arbeiten auf Hochtouren an der Begutachtung und Beseitigung der Schäden sowie deren Regulierung, auch wenn nicht immer alles glatt läuft (20.7.2021, 21.7.2021, 21.7.2021).

Fast fünf Milliarden Euro versicherter Schaden erwartet

Am Mittwoch hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) wie angekündigt eine erste Schadenprognose veröffentlicht. Laut GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen rechnet die Branche momentan mit versicherten Schäden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro.

Nach Asmussens Aussage könnte das Schadenvolumen sogar noch höher ausfallen als beim August-Hochwasser im Jahr 2002 mit etwa 4,65 Milliarden Euro. Damit gehöre „Bernd“ zu den verheerendsten Unwettern der jüngeren Vergangenheit.

Asmussen weiter: „Insgesamt dürfte dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden“. Seinerzeit entstanden versicherte Unwetterschäden in Höhe von 10,9 Milliarden Euro.

Allein die Unwetterserien im Juni hatten bereits versicherte Schäden von etwa 1,7 Milliarden Euro verursacht (9.7.2021). Darüber hinaus kommen noch diverse Schäden in Bayern und Sachsen hinzu, über die „Bernd“ in den Folgetagen auch noch hinweggezogen ist. Der Verband will in der kommenden Woche eine aktualisierte Schadenschätzung für die Juli-Unwetter veröffentlichten.

Nicht einmal jedes zweites Wohngebäude ist geschützt

Asmussen berichtet ferner, dass bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert seien. Allerdings besäßen nur 46 Prozent der Hausbesitzer den Schutz vor weiteren Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser.

Auf Ebene der Bundesländer bestehen dabei weiterhin immense Unterschiede, wie aus neuen GDV-Zahlen hervorgeht. Nach der aktuellsten Schätzung des Verbands für 2020 liegt weiterhin Baden-Württemberg mit unverändert 94 Prozent an der Spitze. In diesem Bundesland war die Elementarschadendeckung bis Mitte der 1990er-Jahre eine Pflichtversicherung.

Nach Bundesländern (Bild: Wichert)

In sechs weiteren Ländern (Thüringen, Sachsen, NRW, Sachsen-Anhalt, Hessen und Berlin) beträgt die Quote mittlerweile immerhin mehr als 40 Prozent. Knapp unter dieser Marke liegen Bayern und das Saarland. Schlusslicht ist Bremen mit 23 Prozent. In Niedersachsen beträgt die Anbündelungsquote 25 Prozent, in Hamburg 27 Prozent.

Nach Bundesländern (Bild: Wichert)

Zuletzt nur noch leichte Zuwächse

Den größten Zuwachs (jeweils plus zwei Prozentpunkte) gab es binnen Jahressicht in NRW (auf 47 Prozent), in Hessen (auf 44 Prozent), in Rheinland-Pfalz (auf 37 Prozent) und in Schleswig-Holstein (auf 31 Prozent).

Im Vergleich zu 2011 ging es mit Ausnahme des „Sonderfalls“ Baden-Württemberg in allen Bundesländern um zwischen sechs Prozentpunkte in Sachsen und 26 Prozentpunkte im Saarland aufwärts.

Im letztgenannten Bundesland hat sich die Anbündelungsquote sogar mehr als verdreifacht. In Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind aktuell immerhin noch mehr als doppelt so viele Wohngebäude mit einer erweiterten Elementarschadendeckung abgesichert als noch neun Jahre zuvor.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Elementarschaden · Marketing · Pflichtversicherung · Regulierung · Starkregen · Unwetter
 
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