Taxifahrer sind besonders schadenintensiv

22.12.2017 – Das Schadengeschehen bei den Taxen hat sich 2016 nicht weiter verschlechtert, sondern sogar leicht erholt. Dagegen lief es für Miet-Pkw mit Fahrer (Chauffeurdienste), die generell für weniger Schäden sorgen, schlechter. Dies zeigt die gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik 2016 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

WERBUNG

Von je 1.000 Taxen hatten 2016 laut der Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2016 vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) 319 (323) Fahrzeuge einen Haftpflichtschaden.

Statistisch gesehen ist dies immer noch fast jedes dritte Taxi, aber erneut mit leicht abnehmender Tendenz (VersicherungsJournal 20.12.2016). Da sich die Schäden kaum verteuerten, sank der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf geringfügig um 0,3 Prozent auf 1.434 Euro.

Flottenfahrzeuge verschlechtert

Taxen verursachen noch immer etwa fünf Mal so viele Schäden wie privat oder gewerblich anderweitig genutzte Pkw (VersicherungsJournal 11.12.2017). Der Durchschnittsschaden hat sich bei den Taxen jedoch nur um 1,1 Prozent auf 4.498 Euro erhöht, womit die Schäden aber um fast ein Drittel teurer sind als bei den „normalen“ Personenkraftwagen. Bei diesen erhöhten sich die Durchschnittsschäden nämlich um gut drei Prozent auf 3.398 Euro.

Zwei Drittel der Taxen – also 34.189 (2015: 33.056) Einheiten – waren im vergangenen Jahr nicht als Flotten versichert. Bei ihnen ist die Schadenhäufigkeit mit 305 (311) Fällen je 1.000 Einheiten günstiger als bei den Flottenfahrzeugen mit 346 (344) – und der Durchschnittsschaden geringer.

Während bei den Nicht-Flottenfahrzeugen der Schadendurchschnitt 2016 auf 4.492 (4.661) Euro sank, hat er sich bei den Flotten-Taxen auf 4.508 (4.118) Euro erhöht. Damit hat sich bei ersteren der Schadenbedarf auf 1.370 (1.452) Euro reduziert, wohingegen er für die Flotten-Taxen auf 1.559 (1.418) Euro zunahm.

Höhere Schadendurchschnitte in Großschäden

Für Taxen kennt die Statistik fünf regionale Klassen (sowie die Angabe „unbekannt“, unter die aber praktisch niemand fällt) und die drei Großstädte München, Hamburg und Berlin.

Bild: Wichert

Die meisten Taxen, nämlich 13.334 (2015: 13.489), sind in der Einwohnerdichte-Klasse 4 eingruppiert. Hier leben zwischen 472 und 2.077 Menschen je Quadratkilometer. In dieser Klasse betragen die Schadenhäufigkeit 301 (312) und der Schadendurchschnitt 4.800 (4.336) Euro.

In der ersten Klasse der Einwohnerdichte ist die Schadenhäufigkeit mit 164 (147) Fällen je 1.000 Einheiten erneut nur halb so hoch wie beim Gesamtdurchschnitt der Taxen. Auch der Durchschnittsschaden ist mit 3.745 (3.583) Euro günstiger. Daraus ergibt sich ein Schadenbedarf von 613 (525) Euro.

In Berlin am teuersten

Die Berliner Taxen fahren mit 423 (429) Unfällen je 1.000 Einheiten zwar besser als ihre Kollegen in München mit 445 (466). Doch wenn es knallt, ist es in Berlin mit 4.908 (3.790) Euro am teuersten.

Insgesamt zeigt sich, dass die Schadendurchschnitte in den drei Großstädten 2016 deutlich gestiegen sind. Der Durchschnittsschaden in München beträgt 4.245 (3.790) Euro und in Hamburg 4.875 (4.459) Euro. Für Berlin ergibt sich mit 2.078 (1.786) Euro der höchste Schadenbedarf, gefolgt von Hamburg mit 2.014 (1.907) Euro und München mit 1.889 (1.768) Euro.

Angesichts des hohen Schadenaufkommens ist es nicht überraschend, dass drei Viertel der Taxen in den teuren Schadensfreiheits-Klassen (SF) bis SF 10 versichert sind. Die SF 0 ist mit 3.751 (3.624) Einheiten die stärkste Gruppe, gefolgt von SF 1 mit 3.551 (3.492) Einheiten. In der SF 20 sind allerdings auch 3.545 (3.273) Einheiten versichert.

Chauffeurdienste fahren besser

Deutlich besser sieht die Schadenstatistik für Miet-Pkw mit Fahrern aus. Der Markt für Chauffeurdienste ist mit 25.644 (24.090) Einheiten in etwa halb so groß wie das Taxigeschäft. Rund die Hälfte der Mietwagen wird als Flottenfahrzeug versichert. Die Schadenbedarfe sind in beiden Segmenten recht ähnlich.

Insgesamt kommen die Miet-Pkw mit Fahrern auf eine Unfallhäufigkeit von 180 (178). Der Durchschnittsschaden der Chauffeure erhöhte sich um knapp ein Fünftel auf 4.982 (4.184) Euro. Damit stieg der Schadenbedarf auf 895 (743) Euro.

Bild: Wichert

Der Statistik zufolge fahren die Chauffeure in Berlin mit 196 (201) Unfällen je 1.000 Einheiten besser als in Hamburg (202) und München (197). Da der Durchschnittsschaden in Berlin auch nur 2.677 beträgt, liegt der Schadenbedarf hier mit 523 Euro weit unter dem Durchschnitt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Pkw · Versicherungsaufsicht
 
WERBUNG
Das bringt die neue bAV

Das BRSG schafft neue Impulse für die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung. Was Sie über das Solidarpartnermodell und zum Thema steuerliche Förderung wissen müssen, wird in einem Dossier zusammengefasst.

Mehr erfahren Sie hier.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Fonds sind kein Teufelszeug

Von Fonds und Fondspolicen lassen die meisten Deutschen die Finger.
Wie Sie dennoch mit dieser Produktgruppe Vertriebserfolge einfahren, zeigt ein aktuelles Praxisbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
20.12.2017 – Je älter der Pkw beim Erwerb, desto ungünstiger der Schadenverlauf, so die Jahresgemeinschafts-Statistik von Bafin und GDV. Auffallend: Die Unterschiede zwischen guten und schlechten Risiken wachsen – auch beim Alter der Fahrer. (Bild: Wichert) mehr ...
 
11.12.2017 – Eine alles andere als positive Entwicklung zeigt die Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung von Bafin und GDV. Dies gilt allerdings nicht für das Sorgenkind Flottenversicherung, die seit Längerem saniert wird. (Bild: Wichert) mehr ...
 
20.12.2016 – Taxifahrer verursachen rund fünf Mal so viele Unfälle wie „normale“ Pkw. Und wenn es kracht, ist es auch deutlich teurer, so die Jahresgemeinschafts-Statistik von Bafin und GDV 2015. mehr ...
 
5.12.2016 – Die Zahl der Krafträder und -roller hat 2015 weiter zugenommen. Unverändert fahren die tendenziell eher älteren Zweiradfahrer vorsichtig. Wenn es aber kracht, geht es inzwischen immer stärker ins Geld. Dies zeigt sich in der Jahresgemeinschafts-Statistik 2015 von Bafin und GDV. mehr ...
 
29.11.2016 – Das Fahrverhalten hat sich insgesamt verschlechtert, wie die Jahresgemeinschafts-Statistik von Bafin und GDV zeigt. Insbesondere bei Fahranfänger und in den hohen Schadenfreiheits- (SF-) Klassen gab es auffällige Veränderungen beim Schadengeschehen. (Bild: Bafin) mehr ...
 
23.11.2016 – Nach der Jahresgemeinschafts-Statistik 2015 von Bafin und GDV hat sich das Schadengeschehen in der Kfz-Versicherung nicht zum Positiven entwickelt. Die Statistik zeigt einen zum Teil erstaunlichen Einfluss der Kriterien Zweitwagen, Tarifgruppen und Typklassen auf das Schadengeschehen. mehr ...
 
15.3.2016 – Lösungen für den Umgang mit abgelehnten Schadenfällen, die Tücken von Regulierungsvollmachten, „Abmahnungen und andere schlimme Dinge“ sowie die Praxis der Digitalisierung wurden beim Maklerforum der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler angeboten. (Bild: Meyer) mehr ...
 
18.1.2016 – Taxifahrer sind deutlich öfter in Unfälle verwickelt als eigene Pkw. Die Jahresgemeinschafts-Statistik von Bafin und GDV 2014 gibt Auskunft über das Schadengeschehen im Taxigewerbe. mehr ...
WERBUNG