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Stolper-Start in die neue bAV-Welt

22.11.2019 – In die betriebliche Altersversorgung kommt Bewegung. Dafür soll auch der aktuelle Kabinettsentscheid zur Doppelverbeitragung stehen. Aba-Geschäftsführer Klaus Stiefermann sieht hier aber noch Luft nach oben. Sein Credo: „Wer auf die Dotierung Beiträge zahlt, der bekommt eine beitragsfreie Betriebsrente.“ Longial-Chef Michael Hoppstädter bewertet dagegen die Implementierung des ersten Sozialpartner-Modells positiv und hofft auf weitere Abschlüsse.

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Vor rund zwei Jahren hatte die große Koalition das BRSG zur Förderung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) auf den Weg gebracht (VersicherungsJournal 24.11.2017). Bei der Betriebsrente ging es dennoch nur stockend voran. Nun sendet die Sparte wieder positive Signale aus, thematische Dauerbrenner wie das Sozialpartner-Modell oder die Doppelverbeitragung werden angegangen.

So konnte Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am vergangenen Montag einen Durchbruch melden: Das Kabinett der Regierungskoalition hat seinen Gesetzentwurf zur Entlastung der gesetzlich versicherten Betriebsrentner beschlossen (19.11.2019). Ab Januar 2020 soll dann ein Freibetrag von 159,25 Euro gelten (12.11.2019).

Klaus Stiefermann (Archivbild: Brüss)
Klaus Stiefermann (Archivbild: Brüss)

Aba sieht Luft nach oben

„Vielen Betriebsrentnern wird die geplante Reform des Beitragsrechts Erleichterungen bringen. Viele werden aber auch weiterhin sowohl in der Finanzierungsphase als auch im Rentenbezug voll zur Kasse gebeten“, kritisiert Klaus Stiefermann, Geschäftsführer der Aba – Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, auf Nachfrage das Gesetz.

Seine Einschätzung: Der Beschluss gelte vor allem für diejenigen, die aus „dem Netto ihre Betriebsrente finanziert haben, wie etwa die Hunderttausende von Arbeitnehmern in der chemischen Industrie, die über sogenannte Eigenbeiträge in Pensionskassen vorsorgen“.

Gleiches betreffe Beschäftigte, die ihre Direktversicherung nicht aus dem Weihnachtsgeld, sondern über monatliche Zahlungen dotierten.

Nachbesserung gefordert

Stiefermann fordert hier eine Nachbesserung des Gesetzgebers. Denn wie bei den Riester-Betriebsrenten, hätte das Motto lauten müssen: „Wer auf die Dotierung Beiträge zahlt, der bekommt eine beitragsfreie Betriebsrente“ (Medienspiegel 25.6.2019). Auch die Vereinte Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) will Riester daher in der betrieblichen Altersversorgung wieder auf die Agenda setzen (5.6.2019).

Ärgerlich findet der Aba-Geschäftsführer, dass keine Steuermittel, sondern allein Beitragsmittel zum Ausgleich der zu erwartenden Mindereinnahmen genutzt werden sollen. Die Entlastungen würden die Betriebsrentner über höhere oder steigende Beitragssätze selbst zahlen. „Das nenne ich: in die eine Tasche rein und klammheimlich aus der anderen teilweise wieder raus“, so Stiefermann.

Ausbau der bAV sollte weitergehen

Michael Hoppstädter (Bild: Longial)
Michael Hoppstädter
(Bild: Longial)

Einen Ausblick über das laufende Jahr hinaus zum Sozialpartner-Modell (SPM) wagt dagegen Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH. Auf Basis eines Haustarifvertrags wollen die Talanx AG und Verdi ab Januar „Die Deutsche Betriebsrente“ an den Start bringen (18.10.2019).

Auch der Konsortialführer der Kooperation, die Zurich Gruppe Deutschland, plant, seinen Mitarbeitern ein solches Modell anzubieten. Dazu Hoppstädter: „Es ist zu hoffen, dass nach dem Startschuss kurzfristig auch andere Sozialpartner folgen werden. Zuletzt war aber zu lesen, dass erst 2021 weitere Sozialpartner-Modelle eingerichtet werden sollen.“

Der Longial-Chef gibt zu bedenken, wenn der Ausbau der bAV, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), ins Stocken gerate, drohe ein sogenanntes Obligatorium. „Es sollte im Interesse aller Beteiligten sein, dies zu vermeiden. Denn damit werden gesetzliche Fakten geschaffen, die den Gestaltungsspielraum des Arbeitgebers empfindlich einschränken werden“, führt Hoppstädter aus.

Warnung vor Folgen des niedrigen Zinsniveaus

Auf einen weiteren Aspekt für die bAV weist die Heubeck AG hin: Die Niedrigzinspolitik führe dazu, dass die Rechnungszinsen zur Bewertung unmittelbarer Pensionsverpflichtungen in der betrieblichen Altersversorgung schneller sinken als prognostiziert.

Unternehmen müssten in den kommenden Jahren daher „mit erheblichem Mehraufwand für ihre Pensionsrückstellungen rechnen“, so das Unternehmen. Nach aktueller Hochrechnung falle der HGB-Rechnungszins bis zum Bilanzstichtag am 31. Dezember auf 2,70 Prozent und nicht wie noch im Dezember 2018 erwartet auf 2,80 Prozent.

Dosier Cover (Bild: VersicherungsJournal)

„Mittel- bis langfristig gehen die hochgerechneten HGB-Zinssätze noch deutlicher zurück. Für Bilanzstichtage ab dem 31. Dezember 2024 erwarten wir derzeit einen Wert von unter einem Prozent“, lässt sich Friedemann Lucius, Vorstandssprecher der Heubeck AG, in einer Unternehmensmitteilung zitieren.

Einen Ausweg aus der Niedrigzinsstarre sieht die Gesellschaft in der Lockerung der Garantiebindung durch das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz. Heubeck weist darauf hin, dass Freiräume für die Kapitalanlage geschaffen würden. Damit könnten neue Versorgungswerke deutlich robuster aufgestellt werden und gleichzeitig gute Leistungen anbieten.

Lesetipp: Neues Dossier

Welchen Chancen und Hürden es für den Vertrieb in Sachen bAV gibt, wird in einem neuen Dossier des VersicherungsJournals berichtet. Es stellt die erste Einigung zur Nahles-Rente vor und fasst zusammen, welche Konsortien sich bislang aufgestellt haben. Erklärt wird der aktuelle Stand zum Thema Arbeitgeberzuschuss und zur Doppelverbeitragung.

Des Weiteren wird ein Blick auf die Favoriten der Versicherungsvermittler unter den Anbietern betrieblicher Vorsorgelösungen geworfen. Zudem berichten bAV-Experten über die Herausforderungen durch die Digitalisierung und geben ihre Einschätzung zu den Perspektiven des Geschäfts ab.

Das Dossier behandelt unter anderem folgende Schwerpunktthemen:

  • Einleitung – Positive Signale für die bAV
  • Neue bAV mit Startschwierigkeiten
  • Erste Nahles-Rente: Eine Lösung für den Eigenbedarf
  • Arbeitgeberzuschuss soll Anreize schaffen
  • Anforderungen an Vermittler und Bedeutung des Geschäfts steigen
  • Dauerbrenner Doppelverbeitragung: Entlastung in Sicht
  • Anbieter und Maklerservice: Die Lieblinge der Vermittler
  • Digitale bAV – Noch kein Königsweg in Sicht
  • Fazit – Spezialisierung wird zunehmen

Zugang

Das vollständige 26-seitige Dossier „Aufbruch in die neue bAV-Welt – Wie Regulatorik, BRSG und Digitalisierung neue Perspektiven für die betriebliche Altersversorgung schaffen“ steht Premium-Abonnenten als PDF-Datei (1,28 MB) unter diesem Link zum Herunterladen kostenlos zur Verfügung.

Das gilt auch für jene, die jetzt erst das Abonnement abschließen. Nicht-Abonnenten können das Dossier als E-Paper im PDF-Format für 14,50 Euro einschließlich Mehrwertsteuer online bestellen.

 
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Aufbruch in die neue bAV-Welt

Die bAV sendet positive Signale – zugleich aber nehmen technische und regulatorische Anforderungen zu.

Über Hürden und Chancen für den Vertrieb berichtet ein neues Dossier.

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