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So wirkt sich Kurzarbeit auf die Rente aus

10.9.2020 – Seit der Coronakrise ist die Anzahl der Arbeitnehmer, die für Kurzarbeit angemeldet wurden, auf über zwölf Millionen gestiegen. Beschäftigte, die tatsächlich in Kurzarbeit sind, müssen meist nicht nur mit einem geringeren Verdienst auskommen. Sie sammeln während dieser Zeit in der Regel zudem 20 Prozent weniger Rentenansprüche für die spätere Altersrente an, wie die Deutsche Rentenversicherung erklärt.

Nach einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurde seit März 2020, dem Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland, für rund 12,4 Millionen Menschen Kurzarbeit beantragt. Allein im März hatten knapp 2,5 Millionen, im Mai 6,7 Millionen und im April 6,1 Millionen Beschäftigte ein Kurzarbeitergeld erhalten.

Laut Ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. sollen im August noch 14 Prozent der Beschäftigten, das sind geschätzt 4,6 Millionen Arbeitnehmer, die Entgeltersatzleistung bezogen haben.

60 Prozent des Nettoeinkommens

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes beträgt üblicherweise 60 Prozent des durch die Umstellung entfallenen Nettoeinkommens. Bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind, für das sie Anspruch auf ein Kindergeld haben, sind es 67 Prozent.

Bis voraussichtlich Ende 2021 gilt für Arbeitnehmer, die bis März 2021 in Kurzarbeit geschickt wurden: Wer eine gekürzte Arbeitszeit von mindestens 50 Prozent hat, der erhält ab dem vierten bis sechsten Monat Kurzarbeit 70 Prozent (mit Kind 77 Prozent) und ab dem siebten Monat 80 Prozent (mit Kind 87 Prozent) des entfallenen Nettoeinkommens.

Gilt ein Tarifvertrag für die Beschäftigung, muss der Arbeitgeber die Ersatzleistung aufstocken. Je nach Tarifvertrags-Vereinbarung erhält der Arbeitnehmer dadurch insgesamt bis zu 75, 80 oder 97 Prozent des Nettoeinkommens.

Kurzarbeitergeld wirkt sich auf die Rentenhöhe aus

Das Kurzarbeitergeld hat aber auch Auswirkungen auf die spätere Monatshöhe der gesetzlichen Altersrente. Denn die Rentenhöhe ist unter anderem von jedem Jahresverdienst, für den Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt wurden, abhängig.

Bei Beschäftigten, die die Lohnersatzleistung beziehen, werden die Rentenversicherungs-Beiträge zwar auf das tatsächlich gezahlte Arbeitsentgelt reduziert. Allerdings muss der Arbeitgeber zusätzliche Rentenversicherungs-Beiträge entrichten. Berechnungsbasis für diese sind die Beiträge für 80 Prozent des wegen Kurzarbeit entfallenen Verdienstes.

Grundsätzlich berechnet sich die Höhe der gesetzlichen Regelaltersrente wie folgt: Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert. Die Entgeltpunkte ergeben sich unter anderem aus der Höhe des Jahreseinkommens, für das man jedes Jahr Rentenversicherungs-Beiträge entrichtet hat, im Vergleich zum jeweils durchschnittlichen Jahreseinkommen (2020: 40.551 Euro) aller gesetzlich Rentenversicherten.

Der aktuelle Rentenwert beträgt aktuell in Westdeutschland 34,19 Euro und in Ostdeutschland 33,23 Euro.

Berechnungsbeispiel zur Rentenhöhe eines Kurzarbeiters

Wie beeinflusst die Kurzarbeit die Rentenhöhe? Dies zeigt folgendes Beispiel eines Arbeitnehmers in Westdeutschland mit einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro monatlich, der aktuell in Kurzarbeit ist, nur noch halb so lange arbeitet und damit 1.500 Euro mit seiner Arbeit verdient.

Der Arbeitnehmer würde mit 3.000 Euro Monatseinkommen (36.000 Euro Jahreseinkommen) ohne Kurzarbeit für das Jahr 2020 0,8878 Entgeltpunkte (36.000 Euro geteilt durch 40.551 Euro) erhalten. Das wäre eine Rentenhöhe von 30,35 Euro monatlich (0,8878 Entgeltpunkte x 34,19 Euro Rentenwert).

Im Rahmen der Kurzarbeit werden zum einen die 1.500 Euro Verdienst und zudem 1.200 Euro, nämlich 80 Prozent der entfallenen 1.500 Euro, für die Rente angerechnet, insgesamt also 2.700 Euro Monatsverdienst (32.400 Jahresverdienst). Dies ergibt 0,7990 Entgeltpunkte und damit eine Monatsrente von 27,32 Euro. Dadurch würde der Arbeitnehmer rund drei Euro im Monat weniger Rente erhalten als ohne Kurzarbeit.

Mehr Informationen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Kurzarbeit enthalten die Webportale der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Coronavirus · Rente · Tarifvertrag
 
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