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So will die Allianz Park- und Rangierunfälle ausbremsen

28.9.2018 – Fast jeder zweite Sachschaden in der Kfz-Versicherung ist ein Park- und Rangier-Unfall. Darauf wies die Allianz Deutschland beim „6. Allianz Autotag“ hin. Rund zwei Drittel des dadurch entstehenden Schadenaufwands ließen sich laut einer Studie vermeiden, wenn alle Fahrzeuge mit einem aktiv bremsenden Einparkassistenten ausgestattet wären. Solche Systeme will die Allianz daher künftig in allen Neuwagen serienmäßig verbaut wissen. Außerdem möchte sie ihr Image als besonders teurer Autoversicherer loswerden, wie bei der Veranstaltung auch zu hören war.

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Exakt 100 Jahre nach der Gründung der ersten deutschen Autoversicherung stellte die Allianz Deutschland AG ihren „6. Allianz Autotag“ unter die Überschrift „Parken 4.0“. Es ging bei der Veranstaltung darum, wie sich die wachsenden Parkprobleme unterschiedlichster Art durch Assistenzsysteme vermindern lassen – vor allem aber auch Schäden beim Parken und Rangieren.

Allianz Autotag 2018 (Bild: Müller)
Das Podium beim Allianz Autotag 2018 (v.li.n.re.): Frank Sommerfeld, Joachim Müller, Fero Andersen (Moderator), Dr. Klaus-Peter Röhler (Bild: Müller)

Für das Unternehmen geht es immerhin um ein Einsparpotenzial von jährlich etwa 450 Millionen Euro und für die deutschen Autoversicherer insgesamt um 3,4 Milliarden Euro. Laut einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und des Allianz Zentrums für Technik (AZT) ließen sich nämlich 63 Prozent der Park- und Rangierschäden vermeiden, wenn alle Fahrzeuge mit aktiv bremsenden Einparkassistenten ausgestattet wären.

Akustische Parkwarnsysteme bringen nichts

Akustische Parkwarnsysteme alleine helfen dabei jedoch nicht, ließ Joachim Müller, der Vorstandsvorsitzende der Allianz Versicherungs-AG, aufgrund der Ergebnisse einer gemeinsamen Forschungsprojektes des AZT und des Automobilzulieferers Continental wissen. Fahrzeuge, die damit ausgestattet sind, schneiden danach nicht besser ab als solche ohne ein solches Warnsignal.

Assistenzsysteme, durch die Fahrzeuge hochautomatisiert selbst ein- und ausparken, stellen die Versicherer seinen Worten zufolge andererseits vor eine ganz neue Herausforderung. Dies deshalb, weil dann nicht mehr die Fahrqualität des Menschen für die Schadenhäufigkeit ausschlaggebend sei, sondern die Qualität der Maschine.

Assistenzsysteme werden das Schadenfreiheitsrabatt-System verändern

Das müsse mittel- bis langfristig nicht zuletzt Auswirkungen auf das Schadenfreiheitsrabatt-System haben, zeigte er sich überzeugt. Die herkömmliche Form werde wohl künftig durch einen „Schadenfreiheitsrabatt“ des Assistenzsystems ersetzt werden.

Die Allianz, so stellte Müller ganz klar, favorisiere aufgrund der Ergebnisse der Unfallforschung Lösungen für Park- und Rangiersysteme, die automatisch und somit ohne Eingriff des Fahrers abbremsen, wenn eine Kollision droht. Sie sollten daher künftig serienmäßig in allen Fahrzeugen verbaut werden.

Versicherer brauchen mehr Informationen zu den verbauten Systemen

Grundsätzlich bräuchten die Versicherer für die Preiskalkulation der Policen von Autos mit Einparksystemen außerdem exakte und unkompliziert erhältliche Informationen der Hersteller dazu, welche Art von Assistenzsystem in den Fahrzeugen verbaut ist sowie eine Messlatte für deren Qualität. Letztere habe das AZT zusammen mit internationalen Partnern inzwischen entwickelt.

Dieser Teststandard unter der Bezeichnung „RCAR“ werde zugleich dazu beitragen, die Qualität der Systeme zu verbessern, ließ Müller wissen. Fahrzeughersteller, die in die Entwicklung geeigneter Assistenzsysteme investieren, würden auf diese Weise belohnt – und auch für sicherheitsbewusste Kunden, darunter nicht zuletzt die Betreiber von Pkw-Flotten, ergäben sich dadurch Vorteile.

Versicherer spielen auch bei der Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle

Zuvor hatte bereits Dr. Klaus-Peter Röhler, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, in seiner Eröffnungsrede betont, dass die Versicherer als „unverzichtbarer Begleiter“ der gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfungskette von der Forschung über die Produktion bis hin zum Verkauf die Entwicklung des Automobils seit langem gefördert habe.

Dieses Konzept behalte auch in einer automatisierten, umweltfreundlichen und vernetzten Mobilität der Zukunft seine Berechtigung. Umgekehrt habe die Autoversicherung angesichts ihres Anteils von fast 40 Prozent an der Beitragseinnahme der Allianz Sachversicherung aber auch „eine überragende Bedeutung für das Portfolio der Allianz Deutschland“.

Alle Veränderungen bei den Formen der Mobilität würden daher sehr genau beobachtet, da sie das Geschäftsmodell von morgen beeinflussen.

Die Allianz hat immer noch ein „Preiswahrnehmungs-Problem“

Röhler, Müller und Frank Sommerfeld, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG, nutzten die Veranstaltung zugleich, um erneut darauf hinzuweisen, dass die Gruppe 2017 erstmals seit langem wieder mehr Kfz-Kunden hinzugewonnen als verloren habe (VersicherungsJournal 6.3.2018). Dazu hätten alle Vertriebskanäle – die Ausschließlichkeits-Organisation, die Makler und der Online-Vertrieb – beigetragen.

Zu verdanken sei der Turnaround nicht zuletzt den neuen Tarifen, die im Oktober 2017 eingeführt wurden und bewirkt hätten, dass diese Produkte von den Kunden als „super wahrgenommen“ würden, wie Sommerfeld formulierte. Probleme habe die Allianz aber nach wie vor immer noch bei der „Preiswahrnehmung“, räumte er ein.

Zwar werde das Preis-Leistungs-Verhältnis in verschiedenen Rankings „als hervorragend beziehungsweise fair bewertet“, aber viele Kunden schätzten die geforderten Prämien trotzdem als zu hoch ein. Deshalb adressiere die Anfang September 2018 gestartete Werbekampagne der Autoversicherung „offensiv dieses Vorurteil der Kunden“ und „fordere humorvoll zum Umdenken auf“.

 
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