So schadenträchtig sind Garagenwagen

13.3.2019 – Die gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik für 2017 von Bafin und GDV schlüsselt das Schadengeschehen nach verschiedenen Merkmalen auf. Dort finden sich unter anderem auch die Kriterien „selbst genutztes Wohneigentum“ und „Garage/ Carport“. Demnach fällt der Schadenbedarf bei Pkw, die in einer Garage oder einem Carport untergestellt sind, sowie denen von Immobilienbesitzern deutlich unterdurchschnittlich aus.

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Personenkraftwagen, die in einer Garage oder einem Carport untergestellt sind, verursachen nach der „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2017“ im Schnitt nur 58 Unfälle je 1.000 versicherte Fahrzeuge.

Die Statistik wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben und beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Besseres Schadenverhalten bei Garagenwagen…

Zum Vergleich: Die Schadenhäufigkeit der 44 Millionen haftpflichtversicherten Pkw (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) insgesamt liegt bei 64 Schäden je 1.000 Jahreseinheiten. Der Durchschnittsschaden beträgt 3.451 Euro, der Schadenbedarf 221 Euro.

Unfälle der 19,6 Millionen Garagenwagen verursachten einen leicht niedrigen Schaden von im Schnitt 3.432 Euro. Zusammen mit der unterdurchschnittlichen Schadenhäufigkeit errechnet sich ein Schadenbedarf von 197 Euro, das sind fast 25 Euro weniger als bei den Personenkraftwagen insgesamt.

Die Fuhrwerke ohne Garage oder Carport verunfallten hingegen statistisch gesehen deutlich häufiger (75 Mal je 1.000 Jahreseinheiten). Obwohl die Haftpflichtversicherer pro Schaden nicht einmal 3.400 Euro zahlen mussten, ergibt sich ein Schadenbedarf von 256 Euro.

Bei knapp 17,6 Millionen Fuhrwerken wurde dieses Merkmal nicht erfasst. Für diese werden in der Statistik eine Unfallhäufigkeit von 67, ein Durchschnittschaden von annähernd 3.500 und ein Schadenbedarf von 233 Euro ausgewiesen.

Schadengeschehen Garage/Carport (Bild: Wichert)

…und bei Immobilienbesitzern

Auch das Tarifmerkmal selbstgenutztes Wohneigentum, das bei 26,7 Millionen Pkw erfasst wurde, hat der Statistik zufolge seine Berechtigung. Während die Immobilienbesitzer auf eine Schadenhäufigkeit von nur 57 je 1.000 versicherte Fahrzeuge kommen, waren es bei den Nicht-Besitzern 72.

Für einen Haftpflichtschaden eines Immobilienbesitzers mussten die Versicherer im Schnitt nur etwa 3.390 Euro bezahlen. Über 3.440 Euro waren es dafür bei den Nicht-Besitzern, die auf einen um über 50 Euro höheren Schadenbedarf von 247 Euro kommen.

Schadengeschehen Wohneigentum (Bild: Wichert)

Flottenfahrzeuge sind die schlechteren, Beamte die besseren Risiken

Des Weiteren hat die Auswertung der Jahresgemeinschafts-Statistik ergeben, dass bei den Zweitwagen das Unfallgeschehen für die Versicherer etwas ungünstiger ausfällt, bei Flottenfahrzeugen sogar deutlich (VersicherungsJournal 21.1.2019).

Klar günstiger sieht es hingegen bei der Tarifgruppe B (Angehörige des öffentlichen Dienstes) aus. Blickt man auf die Typklassen, so fallen die Werte mit steigenden Klassen tendenziell immer ungünstiger aus (VersicherungsJournal 28.1.2019).

Der Statistik ist ferner zu entnehmen, dass Fahrer bis 20 und ab 82 Jahre am häufigsten einen Crash verursachen. Der höchste Schadendurchschnitt wie auch -bedarf steht für die Bis-18-Jährigen zu Buche.

Oldtimer sind am seltensten in einen Haftpflichtschaden verwickelt, 16 bis unter 23 Jahre alte Personenkraftwagen am häufigsten. Letztere Gruppe kommt dafür auf den höchsten Schadenbedarf und -durchschnitt (VersicherungsJournal 25.2.2019).

Wenigfahrer und Jahreszahler sind die besseren Risiken

Statistisch sinnvoll ist auch das Merkmal jährliche Fahrleistung. So haben Wenigfahrer bis (6.000 Kilometer) den niedrigsten Schadenbedarf (198 Euro). Bei den Gefährten, die mindestens 31.000 Kilometer pro Jahr auf der Straße unterwegs sind, liegt der Wert mit 350 Euro fast doppelt so hoch.

Ein ähnliches Bild ist beim Merkmal Zahlungsperiode zu beobachten. So ist der Schadenbedarf bei Fuhrwerken mit monatlicher Zahlungsweise mit fast 280 Euro um fast die Hälfte höher als bei den Jahreszahlern (VersicherungsJournal 7.3.2019).

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Haftpflichtversicherung · Immobilie · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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