So schadenträchtig sind Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen

8.2.2019 – Der Durchschnittsschaden der Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen hat 2017 erneut zugenommen. Die Schadenhäufigkeit und der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf haben sich hingegen weiter reduziert. Dies zeigt die gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.

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Am 1. März beginnt die neue Versicherungssaison für die nicht zulassungspflichtigen Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen. Ein grünes Kennzeichen löst in diesem Jahr das am 28. Februar ablaufende blaue ab.

Diese Fahrzeuge brauchen ein Versicherungs-Kennzeichen

Im Kalenderjahr 2017 waren hierzulande knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 005) erfasst. Dies geht aus der „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2017“ hervor.

Diese wird im Jahresturnus vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben. Der Großteil der oben angesprochenen Fahrzeuge mit der WKZ 005 sind Mofas, Mopeds, Mokicks und Roller mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Ein Versicherungs-Kennzeichen benötigen darüber hinaus unter anderem auch elektronische Mobilitätshilfen wie Segways (WKZ 004), motorisierte Krankenfahrstühle (WKZ 006), Leichtmofas (WKZ 007), Leichtkraftfahrzeuge (WKZ 008), S-Pedelecs (WKZ 009) und leichte Quads und Trikes (WKZ 011) (VersicherungsJournal 14.2.2018). In der gemeinschaftlichen Kraftfahrtstatistik werden allerding nicht alle Arten separat aufgeführt.

Schadendurchschnitt bei über 2.600 Euro

Der Blick auf die Statistik zeigt, dass 2017 von je 1.000 Fahrzeugen mit Versicherungs-Kennzeichen (WKZ 005) elf (2016: zwölf) einen Haftpflichtschaden hatten. Der Schadendurchschnitt wird mit 2.626 Euro angegeben, das sind rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 14.2.2018). Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf beträgt der Kraftfahrtstatistik zufolge unverändert 29 Euro.

Die knapp 6.700 als Flottenfahrzeug versicherten Gefährte kommen bei einer fast doppelt so großen Schadenhäufigkeit und einem um über 300 Euro niedrigeren Schadendurchschnitt auf einen Schadenbedarf von 46 Euro.

Schadenhäufigkeit deutlich zurückgegangen

Betrachtet man die Gesamtzahl der Jahreseinheiten, ist eine gewisse Konstanz zu erkennen. Zwischen 2013 und 2017 gab es nur minimale Schwankungen zwischen gut 1,65 und knapp 1,70 Millionen Fahrzeugen mit der WKZ 005.

Beim Schadenbedarf gab es lediglich 2015 und 2016 eine deutliche Veränderung; die Schadenhäufigkeit wiederum ist im Betrachtungszeitraum kontinuierlich zurückgegangen. Auf Fünfjahressicht betrachtet betrug das Minus in etwa ein Sechstel. Der Schadendurchschnitt hat hingegen kontinuierlich zugenommen (plus fast 15 Prozent von 2013 auf 2017).

Schadengesehen (Bild: Wichert)

Für motorisierte Krankenfahrstühle (WKZ 006) wird in der Statistik ein Schadendurchschnitt von 1.864 Euro ausgewiesen, das sind fast fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt verursachten die rund 44.000 Jahreseinheiten einen Haftpflicht-Schadenaufwand von gut 1,2 Millionen Euro.

Die Schadenhäufigkeit für die WKZ 006 lag 2016 mit 28 Unfällen je 1.000 Fahrzeuge in etwa auf dem Niveau der WKZ 005. Gleiches gilt auch für den Schadenbedarf (28 Euro). Der Durchschnittsschaden der Krankenfahrstühle lag mit 1.861 Euro um fast ein Drittel unter dem Wert der Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen insgesamt.

2017 insgesamt 48 Millionen Euro Haftpflichtschäden

Die knapp 1,7 Millionen Gefährte mit Versicherungs-Kennzeichen verursachten 2017 Haftpflichtschäden in Höhe von über 48,3 Millionen Euro (plus 0,8 Prozent). Aufwendungen für die Schadenregulierung sind hierin nicht enthalten.

Rückläufig war hingegen die Zahl der gestohlenen kaskoversicherten Mofas und Mopeds. Mit 2.189 wurden 2017 nach Angaben des Versichererverbands knapp sechs Prozent weniger entwendet als im Jahr zuvor. Die Klaurate lag mit 8,5 von 1.000 Fahrzeugen allerdings mehr als 14 Mal so hoch wie im Durchschnitt aller Kraftfahrzeuge (Quote: 0,6; VersicherungsJournal 23.10.2018).

 
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