WERBUNG

So gut verzinsen die privaten Krankenversicherer ihr Kapital

27.8.2019 – Im vergangenen Jahr konnte die Branche ihre Kapitalanlagen nur noch mit knapp über drei Prozent verzinsen. Dabei reicht die Spanne der Nettorenditen von 3,95 Prozent bei der Inter bis 1,35 Prozent bei der Hansemerkur Speziale. Die laufende Durchschnittsverzinsung streut von 3,86 Prozent bei der Inter bis 1,97 Prozent bei der Landeskrankenhilfe. Diese Angaben enthält die im Map-Report erschienene Bilanzanalyse.

WERBUNG

Im Jahr 2018 hat sich die Lage der Gesellschaften teils deutlich verändert. Das zeigt der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“.

So hat die Branche in der Krankheitskosten-Vollversicherung im vergangenen Jahr 17.000 Versicherte (minus 0,2 Prozent) verloren. Die Spanne reichte von netto 80.880 Neuzugängen beim Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. bis zum Verlust von 18.410 Versicherten bei der DKV Deutsche Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 12.8.2019).

Teilweise haben die Versicherungsnehmer den Vertragspartner gewechselt, das zeigt der Transfer der Alterungsrückstellen. Insgesamt wurden zwischen den Gesellschaften 50 Millionen Euro übertragen (29.7.2019). Auch bei der Beitragsentwicklung über alle Versicherungszweige unterscheiden sich die Gesellschaften erheblich (5.8.2019).

Verzinsung der Kapitalanlagen durchschnittlich drei Prozent

Aus Kundensicht ist einer der wesentlichen Aspekte, wie sparsam die Versicherer mit den anvertrauten Beiträgen wirtschaften. Die für Abschluss- und Verwaltungskosten maßgeblichen Quoten unterscheiden sich enorm (19.8.2019).

Ein weiterer für die Prämienhöhe maßgeblicher Faktor ist die Verzinsung des Kapitals. Die Kapitalanlagen der privaten Krankenversicherer beliefen sich Ende 2018 auf 288 Milliarden Euro. Darin sind die Alterungsrückstellungen mit einem Anteil von neun Zehntel (260 Milliarden Euro) enthalten. Das entspricht gut dem Siebenfachen der gebuchten Bruttobeiträge der Branche (40 Milliarden Euro).

Aus dem mittleren Jahresbestand an Kapitalanlagen haben die Gesellschaften laut dem Map-Report im Durchschnitt eine Rendite von 3,03 Prozent erwirtschaftet. Das entspricht einem Ertrag von 8,7 Milliarden Euro Ertrag. Fielen diese Erlöse weg, müssten für einen vollständigen Ausgleich die Beiträge um mehr als ein Fünftel steigen.

Nettoverzinsung zwischen 1,35 und 3,95 Prozent

Von dem Mittelwert von 3,03 Prozent weichen die 35 untersuchten Krankenversicherer teilweise erheblich ab. Über dem Durchschnitt liegen zehn Gesellschaften.

Spitzenreiter ist die Inter Krankenversicherung AG mit 3,95 Prozent Nettoverzinsung vor der Gothaer Krankenversicherung AG (3,94 Prozent) und der Allianz Private Krankenversicherungs-AG (3,77 Prozent).

Unter zwei Prozent liegen Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG (1,35 Prozent), Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG (1,66 Prozent) und Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (1,86 Prozent).

Die Krankenversicherer mit der höchsten und niedrigsten Nettoverzinsung (Bild: Meyer)

Bis zu drei Viertel weniger Rendite

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Rendite um durchschnittlich 12,4 Prozent (von 3,46 auf 3,03 Prozent) zurück.

Einziges Unternehmen mit einem Zuwachs ist die Gothaer; sie verbesserte sich um 2,3 Prozent.

Größte Verlierer waren Hansemerkur Speziale um 74,5 Prozent, DEVK Krankenversicherungs-AG um 41,9 Prozent und Württembergische Krankenversicherung AG um 37,8 Prozent.

Laufende Durchschnittverzinsung geringfügig höher

Neben der Nettoverzinsung weist der Map-Report auch die laufende Durchschnittsverzinsung aus.

Berechnet wird die Quote aus den laufenden Erträgen aus Kapitalanlagen, vermindert um die laufenden Aufwendungen auf Kapitalanlagen in Prozent des mittleren Jahresbestandes an Kapitalanlagen. Bei dieser Formel bleiben also Abschreibungen auf Kapitalanlagen und realisierte Kursgewinne- und Verluste bei Verkäufen unberücksichtigt.

Der Mittelwert des Marktes liegt hier bei 3,13 Prozent. Am stärksten übertroffen haben diesen Wert die Inter mit 3,86 Prozent, Hansemerkur Krankenversicherung AG mit 3,59 Prozent und Allianz mit 3,49 Prozent.

Die niedrigste laufende Durchschnittsverzinsung erwirtschafteten Landeskrankenhilfe (1,97 Prozent, UKV - Union Krankenversicherung AG (2,32 Prozent) und Envivas Krankenversicherung AG (2,34 Prozent).

Die Krankenversicherer mit der höchsten und niedrigsten Durchschnittsverzinsung (Bild: Meyer)

Zwei Gewinner und viele Verlierer

Im Vergleich zum Vorjahr (3,30 Prozent) ging die laufende Durchschnittsverzinsung in 2018 im Mittel um 5,4 Prozent zurück.

Von 35 Unternehmen konnten 13 den Markt schlagen. Zwei Gesellschaften verbessern sich: Die Gothaer um 13,3 Prozent und die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG um 4,9 Prozent.

Die größten Rückgänge bei dieser Quote verzeichneten die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG um 14,9 Prozent, die Allianz um 14,9 Prozent und die Pax-Familienfürsorge Krankenversicherung AG im Raum der Kirchen um 14,7 Prozent.

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 121 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 37 privaten Krankenversicherungs-Gesellschaften.

Für 30 Anbieter der Krankenvollversicherung werden darüber hinaus auf jeweils zwei Seiten acht Kennzahlen im Langfristvergleich zum Markt tabellarisch und grafisch dargestellt.

Das Heft ist als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

 
WERBUNG
WERBUNG
Treffen Sie das VersicherungsJournal ...

... auf der Hauptstadtmesse am 17. September (Stand 69). Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch und zahlreiche interessante Gespräche.

Nehmen Sie vor Ort außerdem an unserem Quiz teil und gewinnen mit etwas Glück ein Buch aus dem Verlagsprogramm!

WERBUNG
Chatten Sie schon oder fahren Sie noch?
Bild: Pixabay, CC0

Wie kommen Sie zum Kunden? Und was kostet Sie dieser Kundenkontakt?

Das VersicherungsJournal-Extrablatt (21. Oktober) berichtet rund um die Mobilität. Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen als Vermittler teilhaben. Wie? Mit einer kurzen und anonymen Leser-Umfrage, die sie über diesen Link erreichen.

WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Welcher Vertriebstyp sind Sie?

Das Spektrum der Persönlichkeitstypen reicht vom Krieger bis zum Verführer.

Was passiert, wenn sie im Kundengespräch aufeinandertreffen?

Weitere Informationen finden Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
19.8.2019 – Mit Abschlusskosten bis 18 Prozent und Verwaltungskosten bis über sechs Prozent der Beiträge liegen die Gesellschaften enorm weit auseinander. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Quoten teilweise zweistellig verbessert oder verschlechtert. Das offenbart die im Map-Report erschienene Bilanzanalyse. (Bild: Meyer) mehr ...
 
12.8.2019 – Im Geschäftsjahr 2018 hat die Branche insgesamt Vollversicherte eingebüßt, einzelne Anbieter sogar zweistellig. Aber zehn Gesellschaften konnten gegen den Trend zulegen. Das zeigt die im Map-Report erschienene „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“. (Bild: Meyer) mehr ...
 
5.8.2019 – Im Geschäftsjahr 2018 lagen die privaten Krankenversicherer wieder weit auseinander, teilweise gingen die Prämien zurück. Das hat auch die Rangliste nach Beitragsentnahmen verändert. (Bild: Meyer) mehr ...
 
29.7.2019 – Auch 2018 wanderten wieder zig Millionen Euro an Alterungsrückstellungen zwischen den einzelnen Anbietern hin und her. Wer netto am meisten hinzugewonnen beziehungsweise verloren hat, zeigt der aktuelle Map-Report. (Bild: Wichert) mehr ...
 
20.9.2018 – In den vergangenen zehn Jahren sind die Beitragseinnahmen in der privaten Krankenversicherung um weit über ein Viertel gestiegen. Die Spannbreite reicht von gut sieben bis zu über 200 Prozent. (Bild: Wichert) mehr ...
 
11.9.2018 – Obwohl fast alle privaten Krankenversicherer das Beitragsaufkommen steigern konnten, hat fast jeder zweite Anbieter Marktanteilsverluste von bis zu über 0,2 Prozentpunkten hinnehmen müssen. Andererseits gab es Zuwächse von in der Spitze über 0,6 Prozentpunkten. (Bild: Wichert) mehr ...
 
3.9.2018 – Die Abschlussaufwendungen in der privaten Krankenversicherung haben 2017 im Schnitt etwas über sechs Prozent der Beitragseinnahmen ausgemacht. Bei den Abschlusskostensätzen der einzelnen Anbieter zeigt sich allerdings eine erhebliche Spannbreite. (Bild: Wichert) mehr ...
 
21.8.2018 – Auch 2017 wanderte wieder ein hoher zweistelliger Millionenbetrag an Alterungsrückstellungen zwischen den einzelnen Anbietern hin und her. Wer netto am meisten hinzugewonnen beziehungsweise verloren hat, zeigt der aktuelle Map-Report. (Bild: Wichert) mehr ...
WERBUNG