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Schaden an Mietsache: Pferd demoliert Trennmauer

5.11.2019 – Ein Pferdehalter hat sein Tier über ein Jahr lang regelmäßig in einer gemieteten Pferdebox belassen, obwohl dieses beständig gegen die Trennmauer zu einer benachbarten Pferdebox getreten hat. Der Tierbesitzer hat damit die gemietete Box einer übermäßigen Beanspruchung ausgesetzt. Ein dadurch entstandener Schaden ist daher nicht Gegenstand einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Dies ist der Tenor eines Urteils des Amtsgerichts Kassel vom 31. Januar 2019 (435 C 3646/18).

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Die Klägerin hatte bei dem beklagten Versicherer für ihr Pferd eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Da sie über keinen eigenen Stall verfügte, hatte sie ihr Tier in einer gemieteten Box einer Anlage untergebracht, in der sich mehrere Pferdeboxen befanden.

Dort zeigte sich von Beginn der Einstallung an, dass ihr Pferd den Artgenossen, der in der Nachbarbox untergebracht war, offenkundig nicht mochte. Es trat deswegen beständig gegen die Trennmauer zur Nachbarbox. Dennoch sah sich die Klägerin nicht dazu veranlasst, ihr Tier in einer anderen Box unterbringen zu lassen.

Mehr als ein Jahr später …

Ein Jahr später waren einzelne Mauersteine aus der Wand herausgebrochen. Der Besitzer des Stalls verlangte von der Frau, ihm die Reparaturkosten in Höhe von etwas mehr als 2.100 Euro zu ersetzen. Erst dann reagierte die Klägerin und zwar derart, dass sie den Schaden ihrem Tierhalter-Haftpflichtversicherer meldete.

Der lehnte eine Regulierung ab. Das begründete er damit, dass Schäden, die auf einer übermäßigen Beanspruchung beruhen, bedingungsgemäß nicht mitversichert seien. Angesichts der Tatsache, dass das Pferd mehr als ein Jahr gegen die Mauer getreten hatte, müsse von einer übermäßigen Beanspruchung ausgegangen werden.

Vom Sinn einer Haftpflichtversicherung

Dieser Argumentation schloss sich das Kasseler Amtsgericht an. Es wies die Klage der Pferdehalterin gegen ihren Versicherer, mit der sie eine Leistungsverpflichtung feststellen lassen wollte, als unbegründet zurück.

Nach Ansicht des Gerichts besteht der Sinn einer Haftpflichtversicherung darin, den Versicherten im Fall unerwartet eintretender Schadenereignisse beizustehen. Das komme auch in der Klausel zur übermäßigen Beanspruchung zum Ausdruck. Danach seien Schäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, die durch die Art und Weise der Benutzung einer Sache absehbar seien, weil das Maß des Üblichen überschritten werde.

Davon müsse in dem entschiedenen Fall ausgegangen werden. Denn die Klägerin habe einräumen müssen, dass ihr Pferd sich seit Beginn der Einstallung auffällig verhalten habe.

Nicht einstandspflichtig

„Ein solches Phänomen, welches offensichtlich auf ein Unwohlsein des Tieres schließen lässt, bedarf angesichts der Dauer zwischen Beginn des Verhaltens des Tieres und dem streitgegenständlichen Schadenseintritt von über einem Jahr einer Reaktion seitens des Pferdehalters“, so das Gericht. Zweck sei „sowohl das Wohlbefinden des Tieres zu verbessern als auch einen Schaden durch die dauernde nicht typische Beanspruchung der Pferdebox mittels der Tritte abzuwenden“.

Da die Klägerin bis zum Eintritt des Schadens nicht reagiert habe, liege ein Fall einer übermäßigen Beanspruchung vor, für welchen ihr Haftpflichtversicherer nicht einstandspflichtig sei.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Regulierung · Tierhalterhaftpflicht
 
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